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Dr. Ingo Resch hat als Verleger zahlreiche Publikationen über Finanzfragen veröffentlicht. In seinem Vortag "Wert-schätzung durch Profil" gibt er wichtige Einblicke in sein Denken und Handeln.
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Erfolg kann in unserem Leben durchaus erstrebenswert sein. Allerdings dürfen wir uns nicht allein über unser Vermögen definieren. Selbst finanziell gut gestellte Unternehmer fühlen sich innerlich leer und unerfüllt. Trotzdem ist es wichtig, dass wir für unsere Arbeit, mit der wir oft einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten, wertgeschätzt werden. Ich bin auch der Meinung, dass wir für unsere unterschiedlichen Talente und Aufgaben auch durchaus unterschiedlich bezahlt werden dürfen, schließlich müssen wir, um erfolgreich zu sein, ja auch dementsprechend Profil bei der Arbeit zeigen.
Wie aber kommt es, dass Sportler Unsummen von Geld verdienen? Der finanzielle Wert eines Fußballers ist wahrscheinlich deshalb so hoch, weil es nur wenige Menschen gibt, die derlei hochqualifizierte Leistungen erbringen. Wenn aber viele Menschen einen Nutzen darin sehen und bereit sind, ein entsprechendes Eintrittsgeld für jedes Fußballspiel zu zahlen, kommt es zu diesem Wert eines Fußballers. Könnte jeder Mensch ein WM-Tor schießen, würde wahrscheinlich überhaupt niemand dafür bezahlen. Leistung erbringt also Profit, wenn sie von Nutzen ist für Menschen, die bereits sind, dafür zu bezahlen. Das erklärt auch, warum es vielen Geschäftsleuten und Unternehmen, die wirtschaftlichen Erfolg haben, so wichtig ist, ein berufliches Profil vorzuweisen. Profil verspricht Erfolg. In der Regel hat derjenige Erfolg, der einen Nutzen für andere stiftet. Profil muss erkennbar sein.
Bei diesen Gedanken um Wohlstand, Wachstum und Erfolg dürfen wir nicht vergessen, dass unser Streben niemals grenzenlos werden darf. Jeder von uns braucht auch Zeiten der Erholung, der Regeneration. Hätten wir alle unbegrenztes Potential, wäre niemand von uns wahrscheinlich etwas Besonderes und in diesem Sinne viel leichter wert- und nutzlos. Profil ist markant im Unterschied zum anderen. Es ist das, was uns für den anderen wertvoll macht, weil er uns braucht oder zu brauchen glaubt. Das zeigt sich übrigens nicht nur im Berufsleben, wo Leistung und Geld eine große Rolle spielen, sondern auch im Familienleben. Profil ist überall gefragt, im Privatleben wie bei der Arbeit.
Ob jemand als „Persönlichkeit“ anerkannt wird oder nicht, das können nicht wir entscheiden, das entscheiden andere. Es mag Politiker oder Menschen des öffentlichen Lebens geben, die kein Profil haben, während ein einfacher Platzanweiser im Theater vielleicht als eindrucksvolle „Persönlichkeit“ empfunden wird. Denn was uns Profil verleiht, ist nicht unsere Funktion sondern unser Handeln. Wenn Sie ein Kleinkind beobachten, werden Sie feststellen, dass es nur über sein Handeln Selbstvertrauen gewinnt. Wenn es z. B. aus Bauklötzen einen Turm baut und dabei feststellt, dass dieser Turm tatsächlich hält, so wächst damit sein Selbstvertrauen und seine Fähigkeiten nehmen zu.
Das Problem ist, dass wir die Frage nach dem „Wer bin ich?“ viel zu oft durch die Frage „Was bin ich?“ ersetzen und unser Selbstvertrauen so an unsere Funktion binden. Diese muss aber nicht unbedingt darüber Aufschluss geben. Unsere Identifikation finden wir nicht in uns selbst, sondern in unserem Gegenüber. Jeder von uns ist auf ein „Du“ hin angelegt und dieses „Du“, dieses Gegenüber, sollte Gott sein. Denn wenn wir uns durch Lob und Anerkennung anderer Menschen definieren, fördert das in der Regel lediglich unser Bedürfnis nach Ansehen. Gott hingegen lehrt uns, für unseren Nächsten da zu sein, an ihn zu denken, ihm zu dienen. Jetzt übertragen Sie diesen Gedanken mal auf die Wirtschaft. Sie werden sehen, dass genau dieses Prinzip die höchsten Erträge und den größten Gewinn erbringt. Die so genannte „Angebotswirtschaft“, die also an den anderen denkt, ist nach wie vor die erfolgreichste Wirtschaft der Weltgeschichte. Tatsächlich beruht der Grundgedanke dieser Wirtschaft auf einem biblischen Prinzip, das Jesus vor rund 2000 Jahren in dem einen Satz zusammengefasst hat, in dem er sagt: „Geben ist seliger als nehmen!“ Wer die Bedürfnisse anderer zum Maßstab seines Wirtschaftens macht, wird wirtschaftlich erfolgreich sein. Im Grunde ist darin auch das Geheimnis einer guten Führungsperson zu finden.

Näheres dazu berichtet Dr. Ingo Resch im Podcast. Es ist der erste Teil seines Vortrags zum Thema „Profit durch Profil“ aus der Themenreihe "Neue Ziele - bewährte Werte"