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Fußball-Legende Diego Maradona ist tot: Die „Hand Gottes“ stirbt mit 60 Jahren.
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<p>Die argentinische Fußball-Legende Diego Armando Maradona ist tot. Er erlitt laut argentinischen Medien am Mittwoch einen Herzkreislaufstillstand im Alter von 60 Jahren.

Der Weltmeister wurde am 2. November in eine Privat-Klinik in Buenos Aires eingeliefert, weil er sich nicht wohl fühlte. Bei einer Untersuchung wurde im Gehirn ein Blutgerinnsel entdeckt, welches ihm am folgenden Tag erfolgreich entfernt wurde.

Nach der OP wurde Maradona am 11. November aus der Klinik entlassen und verstarb am 25. November 2020.

Die außergewöhnliche Karriere einer Mittelfeld-Legende

Diego Maradona wurde 1960 in Argentinien geboren und wuchs in Buenos Aires auf. Bekannt wurde er bei seinem Heimatverein Argentinos Juniors, für den er in 168 Spielen unglaubliche 136 Tore machte.

Nach gut einem Jahr bei den Boca Juniors verließ er diese im Jahr 1982 in Richtung Europa und spielte bis 1984 beim FC Barcelona. Dort erzielte er 30 Tore in 43 Pflichtspielen.

Anschließend wechselte er für sieben weitere Jahre zum SSC Neapel du führte den Klub zu zwei Meisterschaften, einem Pokalsieg und einem UEFA-Cup-Sieg. In 259 Spielen war er an 144 Toren für Napoli beteiligt und erzielte 115 Tore und 29 Torvorlagen.

Die Hand Gottes bei der Fußball-WM 1986

Mit Argentinien spielte das Mittelfeld-Genie insgesamt 91 Länderspiele zwischen 1977 und 1994 und erzielte hierbei 34 Tore. Im Jahr 1986 führte er sein Land als Kapitän zum WM-Titel und erhielt die Auszeichnung zum besten Spieler des Turniers.

Die Hand Gottes bezeichnet die weltberühmte Spielsituation während der Fußball-Weltmeisterschaft 1986, in welcher Diego Maradona ein irreguläres Tor mit seiner Hand im Spiel England gegen Argentinien erzielte.

Maradona zeigte auch nach dem Spiel keine Reue und sagte gegenüber Reportern: „Es war ein bisschen Maradonas Kopf und ein bisschen die Hand Gottes.“ Erst im Jahr 2005 gab Maradona zu, den Ball mit der Hand gespielt zu haben. Erst nach 22 Jahren, im Jahr 2008, bereute er sein Handspiel.

Welche Rolle spielte Gott in seinem Leben?

In vielerlei Hinsicht prägte Gott die Fußballkarriere des Katholiken. So sagte Maradona einmal: „Gott lässt mich gut spielen. Deshalb mache ich immer das Kreuzzeichen, wenn ich auf das Spielfeld gehe. Ich habe das Gefühl, ich würde Gott verraten, wenn ich es nicht täte.“

Auch auf Wunsch von Papst Franziskus spielte die argentinische Fußball-Legende Diego Maradona im Jahr 2016 auf einem Spielfeld in Rom. Anlass war ein Benefiz-Spiel zugunsten der Erdbebenopfer in Mittelitalien. Im Anschluss schenkte er Papst Franziskus ein signiertes Fußballtrikot mit der Nummer 10. Mittlerweile befindet sich dieses in einem Vatikanischen Museum.

Bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland sorgte Maradona beim letzten Gruppenspiel der „Albiceleste“ gegen Nigeria für einen Eklat und nutzte die Medienpräsenz für eine Show in eigener Sache. Bereits vor Spielanpfiff posierte der ehemalige Mittelfeldspieler wie Jesus am Kreuz auf der Tribüne.

Fans gründeten Kirche Maradonas

Die „Hand Gottes“ oder auch der „Goldjunge“, wird in Argentinien auch nach seinem Tod wie ein Heiliger verehrt.

Die neureligiöse Bewegung mit Parodiecharakter „Iglesia Maradoniana – La Mano de D10S“ (Maradona-Kirche – Die Hand Gottes) entstand Ende der 90er Jahre in Argentinien. Laut eigenen Angaben hat diese weltweit rund 40.000 Anhänger. Am 42. Geburtstag versammelten sich die Sektenmitglieder in der Stadt Rosario. Zwei als Priester verkleidete Journalisten präsentierten der Öffentlichkeit die Sekte.

Der Zweck der Vereinigung dient der Verehrung Maradonas. Die Sekte schaffte ein neues Zeitsystem, welches mit Maradonas Geburtsjahr 1960 beginnt. Alle Jahre nach 1960 werden mit der Abkürzung "DD" versehen, was im Spanischen für "seit Diego" steht. Die Sektenmitglieder erarbeiteten "10 Gebote" und machten die Memoiren von Maradona aus dem Jahr 2000 zur Heiligen Schrift der Sekte. Maradonas Geburtstag, der 30. Oktober, gilt als höchster Feiertag der Sekte.

Zu den Sektenmitgliedern zählen auch prominente Fußballspieler wie der Brasilianer Ronaldinho und der Engländer Michael Owen.