page-header
Anzeige

Das Interview über christliche Werte in der Politik mit Karl Schnell, Spitzenkandidat der Partei "Freie Liste Österreich & FPS Liste Dr. Karl Schnell" (FLÖ FPS), führte Sven Kühne, Herausgeber von GLAUBE.at.

AUSSENPOLITIK UND EUROPA

GLAUBE.at Welche Maßnahmen empfiehlt Ihre Partei gegen die zunehmende Terrorgefahr?

Karl Schnell Unsere Partei spricht sich eindeutig für die Sicherung der Grenzen und eine Stärkung und finanziell bessere Ausstattung der Polizei und Sicherheitsdienste in Österreich aus. Weiters ist auf allen politischen Ebenen gegen Radikalismus-, und Terrorgefahr präventiv vorzugehen.

GLAUBE.at Wie sehen Sie die gegenwärtige und künftige Rolle der Türkei in der EU?

Karl Schnell Keine. Die Vertragsverhandlungen mit der Türkei sollen unverzüglich beendet werden.

BILDUNG UND WISSENSCHAFT

GLAUBE.at Wie stehen Sie zu dem Fach Religion an (öffentlichen) Schulen?

Karl Schnell Das Fach Religion an öffentlichen Schulen hat eine lange Tradition in Österreich und sollte beibehalten werden, allerdings sollte die Teilnahme auf freiwillige Basis erfolgen.

GLAUBE.at Befürworten Sie, dass PädagogInnen der verschiedenen Bildungseinrichtungen religiöse Inhalte in allen Fächern einbringen dürfen?

Karl Schnell Keinesfalls, man sollte religiöse und fachliche Inhalte unbedingt trennen.

ETHIK IN MEDIZIN UND FORSCHUNG

GLAUBE.at Befürworten Sie die Modifizierung menschlicher Embryonen zu therapeutischen Zwecken?

Karl Schnell Nein.

GLAUBE.at Soll die Leihmutterschaft in Österreich legalisiert werden?

Karl Schnell Nein.

EHE UND FAMILIE

GLAUBE.at Die gesetzlich verankerte Füllung des Begriffs Ehe durch einen Mann und eine Frau ist in der EU gegeben. Wie schützt ihre Partei diese Vorgabe in Österreich?

Karl Schnell Die Ehe durch Mann und Frau hat mit Sicherheit für unsere Partei Priorität gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften.

GLAUBE.at Der Inzestbereich soll neu geordnet werden. Wie soll dieser Bereich aus der Sicht Ihrer Partei künftig aussehen?

Karl Schnell Der Inzestbereich sollte nach unserem Rechtsempfinden im Strafrecht einer strengen Regelung unterzogen werden.

FLÜCHTLINGSKRISE UND INTEGRATION

GLAUBE.at Welche Maßnahmen sind in der Flüchtlingskrise durch die österreichische und europäische Flüchtlingspolitik aus Ihrer Sicht zu treffen?

Karl Schnell Für unsere Partei ist es primäre Aufgabe, den Flüchtlingen bereits vor Ort zu helfen und eine Situation in diesen Ländern zu schaffen, die eine Auswanderung unnötig machen.

GLAUBE.at Welchen Stellenwert nimmt das Asylrecht und die Integration von Flüchtlingen für Ihre Partei ein?

Karl Schnell Asyl hat mit Integration in keinster Weise etwas zu tun. Asylrecht ja – Integration nein.

GESUNDHEIT UND PFLEGE

GLAUBE.at Religiöse Menschen empfinden ihren "Gewissensvorbehalt" im Gesundheitsbereich immer häufiger bedroht (z.B. durch drohenden Jobverlust bei der Weigerung, an Abtreibungen teilzunehmen). Welche Maßnahmen wird Ihre Partei zum Schutz der Gewissensfreiheit religiöser Menschen treffen?

Karl Schnell Gewissensvorbehalte religiöser Menschen sind zu respektieren, finden jedoch ihre Grenzen wenn es um die Gefährdung der Gesundheit geht.

GLAUBE.at Was unternimmt ihre Partei, um Familien steuerlich zu entlasten bzw. finanziell zu unterstützen, die ihre Kinder und pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause betreuen und deswegen auf die Berufstätigkeit eines Partners verzichten?

Karl Schnell Familien, die Kinder und Pflegebedürftige zu Hause betreuen, sind von Seiten des Staates in jeglicher Hinsicht zu unterstützen -natürlich auch finanziell und somit sind sie auch steuerlich zu entlasten.

GLAUBENS- UND GEWISSENSFREIHEIT

GLAUBE.at In welcher Form setzt sich Ihre Partei für Religionsfreiheit in Österreich und weltweit ein?

Karl Schnell Religionsfreiheit ist in Österreich ohnehin gegeben und wäre auch weltweit wünschenswert.

GLAUBE.at Viele Menschen sehen die Glaubens- und Gewissensfreiheit in Österreich durch "Antidiskriminierungsmaßnahmen" sowie die Bekämpfung von "Hate Speech" in Gefahr. Was wird Ihre Partei gegen diese Gefahr unternehmen?

Karl Schnell Hass ist ein schlechter Ratgeber und somit völlig abzulehnen.

GLEICHWERTIGKEIT UND CHANCENGLEICHHEIT

GLAUBE.at Abtreibung von gesunden Kindern sind bis zum 3. Monat straffrei, jene von (möglicherweise) behinderten Kindern bis zum Eintreten der Wehen. Dabei handelt es sich um die so genannte eugenische Indikation. Die Differenzierung zwischen gesunden und behinderten ungeborenen Kindern ist eine Diskriminierung und widerspricht der UN-Behindertenrechtskonvention. Wie steht Ihre Partei zur eugenischen (=embryo-pathischen) Indikation?

Karl Schnell Was die Frage einer Diskriminierung der Abtreibung von gesunden und behinderten Kinder betrifft, ist anzumerken, dass es sich hier um eine äußerst sensible Frage handelt, die nicht die Parteien ohne Einbindung von Medizinern, Sozialethikern etc. treffen dürfen.

GLAUBE.at Aus der Schwangerschaftskonfliktberatung ist bekannt, dass finanzielle Engpässe häufig für die Entscheidung eines Schwangerschaftsabbruch ausschlaggebend sind. Setzen Sie sich für die bundesweite Einführung eines Fonds für schwangere Frauen in Konfliktsituationen ein, um allen Frauen im Entscheidungsprozess Chancengleichheit zu ermöglichen, indem ihnen rasch und unbürokratisch die notwendigen finanziellen Mittel bereitgestellt werden?

Karl Schnell Von Seiten der Politik ist alles zu unternehmen, dass Schwangerschaftsabbrüche nicht stattfinden. Jeder einzelne Abbruch ist einer zu viel.

KINDER UND JUGENDLICHE

GLAUBE.at Der Erlass zur Sexualerziehung aus dem Jahr 2015 hat einen starken Fokus auf "Lust und Technik". Die Worte Liebe und Familie kommen darin kein einziges Mal vor. In Schulen wird neunjährigen Volkschülern Analsex erklärt und beschrieben, wie Sperma schmeckt. Wie beurteilen Sie den aktuellen Sexualerziehungserlass und wie stehen Sie zu einer gesetzlich garantierten Informationspflicht der Schule den Eltern gegenüber und die Freiwilligkeit schulischer Sexualerziehung?

Karl Schnell Die Worte Liebe und Familie sollten im Erlass zur Sexualerziehung aus dem SPÖ-Bildungsministerium mit Sicherheit Vorrang gegenüber Lust und Technik haben.

GLAUBE.at Medien transportieren immer stärker pornografische Inhalte. Insbesondere über neue Medien werden diese Kindern und Jugendlichen immer leichter zugänglich. Wie möchte Ihre Partei den Schutz für Kinder in den Medien erhöhen?

Karl Schnell Kinder und Jugendliche sollten via Medienrecht soweit wie möglich von pornografischen Inhalten fern gehalten werden. Auch den Eltern kommt hier eine große Aufgabe zu.

LEBENSSCHUTZ UND MENSCHENWÜRDE

GLAUBE.at Unter dem Begriff "würdiges Leben - würdiges Sterben" wird zunehmend eine Euthanasie vorbereitet, die das "freiwillige Ausscheiden aus dem Leben" als edles Handeln verstehen soll. Die ältere Generation soll nicht durch Krankheit eine Belastung für die Gesellschaft, die überwiegend von den Jüngeren finanziert wird, sein. Welchen Schutz strebt Ihre Partei hier an, um auch älteren Menschen einen Lebensstandard zu ermöglichen, der trotz höherem medizinischem Aufwand lebenswert ist?

Karl Schnell Euthanasie wird von unserer Partei strikt abgelehnt.

GLAUBE.at Welche Schritte erachten Sie als notwendig, um die Opfer von Menschenhandel in Österreich und in der EU besser zu schützen?

Karl Schnell Die Opfer von Menschenhandel in der EU besser zu schützen, ist wohl Angelegenheit der EU-Organe, die sich aber leider mit Lappalien wie Hausschnaps und Pommes Frites beschäftigen.

SCHUTZ FÜR VERFOLGTE CHRISTINNEN

GLAUBE.at Soll Österreich als christlich geprägtes Land eine besondere Solidarität mit diskriminierten und verfolgten Christen in anderen Weltregionen zeigen?

Karl Schnell Wir lehnen generell religiöse Diskriminierungen ab. In Österreich ist jedoch eine solche nicht zu erkennen. Das wäre weltweit wünschenswert.

GLAUBE.at In welcher Form setzt sich Ihre Partei bzw. eine von Ihnen geführte Regierung für die Rechte verfolgter Christen sowie anderer religiöser Minderheiten ein?

Karl Schnell Durch positive Einflussnahme und Überzeugungsarbeit der jeweiligen Regierung in den Ländern, wo es verfolgte Christen gibt.

SENIORINNEN UND ALTERSVORSORGE

GLAUBE.at Mit welchen politischen Maßnahmen möchte Ihre Partei die Altersarmut reduzieren bzw. verhindern?

Karl Schnell Wir haben ein eigenes Manifest erarbeitet, um unsere ältere Generation ein Altern in Würde zu ermöglichen. Wir wollen alle politischen Maßnahmen setzen, damit es keine Altersarmut mehr gibt, da wir der älteren Generation unseren Wohlstand zu verdanken haben. Besonders bei den Frauen, die ja durch die Kindererziehung bzw. geringfügige Beschäftigung fehlende Versicherungsjahre haben, ist hier gesetzlich Nachholbedarf gegeben.

GLAUBE.at Was tun Sie für das Personal in der Altenpflege, das immer mehr Arbeit mit weniger Pflegeminuten bewältigen muss?

Karl Schnell Durch das zum Glück stetige Steigen des Alters unserer Bevölkerung, hat natürlich die Pflege alter Menschen immer mehr Bedeutung. Vor allem sollten jene Menschen finanziell unterstützt werden, die ihre älteren Angehörigen zu Hause pflegen.

SICHERHEIT UND KRIMINALITÄT

GLAUBE.at Es wird viel über Terror berichtet, gesprochen und diskutiert. Welchen Beitrag würden Sie dafür leisten, dass die Sicherheit in unserer Gesellschaft trotz der neuen Bedrohungen weiterhin aufrechterhalten werden kann, ohne bloß das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken?

Karl Schnell Unsere Partei spricht sich eindeutig für die Sicherung der Grenzen und eine Stärkung und finanziell bessere Ausstattung der Polizei und Sicherheitsdienste in Österreich aus. Weiters ist auf allen politischen Ebenen gegen Radikalismus-, und Terrorgefahr präventiv vorzugehen.

GLAUBE.at Welche Änderungen planen Sie in unserem Datenschutzgesetz, um die Arbeit unserer Exekutive zu erleichtern sowie diese besser zu schützen? (Bitte gehen Sie bei Ihrer Antwort konkret auf folgende Punkte ein: Dashcams in Funkwägen, Videoüberwachung in Parteiräumen der Polizeiinspektionen, Einsatz von Body-Cams ohne verbale Vorankündigung)

Karl Schnell Grundsätzlich sind alle Änderungen sinnvoll und zu begrüßen um die Arbeit unserer Exekutive zu erleichtern bzw. sie besser zu schützen. Also ein JA für ihre 3 Punkte.

UMWELT- UND KLIMASCHUTZ

GLAUBE.at Wird in Ihrem Regierungsprogramm der Entwicklung eines klimaneutralen öffentlichen und privaten Verkehrsnetzes Vorrang gegeben?

Karl Schnell Die Mobilität der Menschen ist auch in Zukunft wichtig. Überall wo es möglich ist, ist das klimaneutrale Verkehrsnetz dem privaten Verkehrsnetz Vorrang zu geben. Doch ist dies in entlegenen Gebieten leider nicht immer möglich.

GLAUBE.at Wird sich Ihre Regierung darum bemühen, regionale Klein- und Mittelbetriebe stärker zu fördern, um so unnötige und umweltschädliche Transportwege abzukürzen? Falls ja, wie?

Karl Schnell Selbstverständlich sollen regionale Klein-/ und Mittelbetriebe stärker unterstützt werden. Mittelstand statt Globalisierungswahn! Auf alle Fälle gehören regionale Klein- und Mittelbetriebe stärker gefördert. Unnötige und umweltschädliche Transportwege zu vermeiden wäre Aufgabe der EU-Organe.

WIRTSCHAFT UND ARBEITSMARKT

GLAUBE.at Mit welchen Maßnahmen wollen Sie den Standort Österreich im Digitalisierungszeitalter stärken, damit neue Arbeitsplätze entstehen können?

Karl Schnell Österreich ist hier mit Sicherheit Vorreiter und dies ist zu begrüßen.

GLAUBE.at Welche Möglichkeiten sieht Ihre Partei, um das Potenzial und den Erfahrungsschatz der älteren Generation am Arbeitsmarkt zu nützen und um die Berufschancen der jungen Menschen zu verbessern?

Karl Schnell Die Erfahrung der älteren Generation am Arbeitsmarkt ist von enormer Bedeutung und auch eine Chance für die Jugend. Diese Erfahrung zu nutzen ist wichtig, deshalb werden vernünftige Arbeitgeber auch für einen guten Mix von älteren und jüngeren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen. Jeder vernünftige Unternehmer sollte dies wissen.

GLAUBE.at Vielen Dank für das Gespräch, Herr Schnell!


CHRISTLICHE WAHLPRÜFSTEINE

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer freiwilligen Spende:
IM Österreich - GLAUBE.at
Spendenzweck: Christliche Wahlprüfsteine
IBAN: AT34 6000 0602 1010 6386

Anlässlich der bevorstehenden Österreichischen Nationalratswahl befragte GLAUBE.at die Spitzenkandidaten der wahlwerbenden Parteien. Ein parteiunabhängiges Expertengremium definierte hierzu im Vorfeld 15 relevante Themenbereiche zu denen Christinnen und Christen unterschiedlicher Gesellschaftsschichten und Kirchen jeweils zwei Fragestellungen erarbeiteten.

Folgende Organisationen sind Teil des Expertengremiums "Christliche Wahlprüfsteine":