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Abgeordnete aus VP-Parlamentsklub und Bischofskonferenz-Generalsekretär Schipka vor der Basilika Mariazell
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Der ÖVP- Parlamentsklub hat sich am Montag erstmals auf Wallfahrt nach Mariazell begeben. Knapp 70 Personen - darunter Abgeordnete aus National- und Bundesrat sowie aus dem Europaparlament - nahmen an dem Fußmarsch von Annaberg-Wienerbruck nach Mariazell teil. Klubobmann August Wöginger erklärte im Kathpress-Gespräch zu den Beweggründen für diese Premiere: Die Corona-Pandemie-Bewältigung habe auch das Parlament und die Abgeordneten sehr gefordert, dafür gelte es Dank zu bezeugen. Zweitens sei die Wallfahrt auch Ausdruck der "Bitte an den Herrgott" um einen guten Start in die Herbstsession: "Wir haben immer noch viele Herausforderungen zu bewältigen", hielt Wöginger fest.

 

Mariazell sei einer der bekanntesten Wallfahrtsorte in Österreich. Ihn in diesem Rahmen aufzusuchen sei, ihm schon seit längerer Zeit vorgeschwebt, erzählte der Klubobmann. Die erste Etappe von Annaberg-Wienerbruck bis zur Station Erlaufklause wurde mit der Mariazellerbahn zurückgelegt, der Rest über rund zehn Kilometer nach Mariazell zu Fuß.

 

In Wienerbruck eröffnete der Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, Peter Schipka, der auch regelmäßig zu Gottesdiensten mit allen Parlamentariern in die Wiener Hofburgkapelle einlädt, die Wallfahrt mit einem Gebet und einem Segen. Als Anliegen, die man beim obersteirischen Marienheiligtum deponieren könne, nannte er einen gelungenen Start ins neue parlamentarische Arbeitsjahr und eine gute Bewältigung der Pandemie und deren Folgen.

 

Schipka: Bewusst für Glauben eintreten

 

Die Pilger feierten abschließend eine Messfeier in der Mariazeller Basilika, die Schipka leitete. In seiner Predigt verzichtete der Generalsekretär - wie er sagte - bewusst auf politischen Aussagen, Forderungen oder Anspielungen, sondern wolle den an diesem Tag beschrittenen "geistlichen Weg auch in diesem Gottesdienst weitergehen".

 

Die koreanischen Märtyrer und Heiligen Andreas Kim Taegon (1821-1846) - Koreas erster römisch-katholischer Priester - und Paulus Chong Hasang (1795-1839) sollten dabei als Ermutigung dienen. Beide gehörten zu den 79 koreanischen Christen, die während der Zeit der Christenverfolgungen von 1838 bis 1846 den Märtyrertod erlitten. Der allen Martyrien gemeinsame Dreischritt Bekenntnis - Verfolgung - Rettung durch Gott aus dem Tod kann laut Schipka wie ein Palindrom auch in anderer Reihenfolge gelesen werden. "Wir, die wir in Österreich Gott sei Dank keine Märtyrer sein müssen, können ... auf die Rettung Vertrauen und daher voll Freimut für unsere Überzeugungen, für unseren Glauben eintreten: ob er nun gut ankommt oder nicht", so der Generalsekretär wörtlich.

 

Wer darauf vertraut, dass letztlich nichts von der Liebe Christi zu trennen vermag, "der kann auch manche Benachteiligungen, Kränkungen, manche persönlichen Ungerechtigkeiten ertragen", sagte Schipka den Parlamentariern und nannte als Beispiele u.a. "einen Karriereknick, die Bevorzugung eines anderen Abgeordneten, Angriffe des politischen Mitbewerbers, vielleicht sogar auch Spott". Für etwas, das einem wichtig ist, sei man auch bereit, solche Nachteile in Kauf zu nehmen. Und: "Wem sein persönlicher Glaube wichtig ist, dem fällt es dann auch nicht schwer, dafür einzutreten: in der Familie, in Klubsitzungen, bei Freunden, beim Stammtisch", so Schipka. Am Ende stehe auch hier die Freiheit: "Wie bei den Märtyrern am Ende ihres Lebens können wir bereits jetzt diese Freiheit mitten im Leben gewinnen."

 

Einige der ÖVP-Parlamentarier übernachteten von Montag auf Dienstag auch in Mariazell und wurden dort am Abend auch vom steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer besucht.