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SPÖ-Behindertenanwalt Buchinger schätzt: "100 Down-Syndrom-Kinder sollten pro Jahr in Österreich geboren werden. Tatsächlich sind es aber nur 5 bis 10!"
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Die verlängerte Bürgerinitiative #fairändern für umfassende Hilfe und bessere Beratung für Frauen im Schwangerschaftskonflikt und ihre Kinder endet am 22. Februar 2019. Jeder österreichische Staatsbürger ab 16 Jahren kann #fairändern, auch mittels Online-Signatur, bis Freitag unterzeichnen. Die Mitte Juni 2018 gestartete Initiative fordert mehr Fairness und bessere Beratungs- und Unterstützungsangebote für Frauen und Familien im Schwangerschaftskonflikt sowie ein Ende der Diskriminierung von Kindern mit Behinderung vor der Geburt im Rahmen der Eugenischen Indikation.

Von 100 Down-Syndrom-Kindern werden in Österreich schätzungsweise nur 5-10 geboren

Petra Plonner, Erstunterzeichnerin und stellvertretende Vorsitzende von #fairändern meint: „Als Gesellschaft stehen wir für soziale Wärme und dafür, dass jeder Mensch, auch mit einer Behinderung, willkommen ist.“ In Artikel 7 BVG 1 der Verfassung steht, dass alle Staatsbürger vor dem Gesetz gleich sind und niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf. „Die Republik (Bund, Länder und Gemeinden) bekennt sich dazu, die Gleichbehandlung von behinderten und nichtbehinderten Menschen in allen Bereichen des täglichen Lebens zu gewährleisten.“

Die gesetzliche Fristenlösung von 1975 machte die Abtreibung Ungeborener jedoch teilweise straffrei. Gemäß § 97 StGB ist ein Schwangerschaftsabbruch nicht strafbar, wenn er erstens innerhalb der ersten drei Monate nach Beginn der Schwangerschaft vorgenommen wird, zweitens wenn medizinische Indikationen vorliegen oder drittens, wenn die Schwangere zur Zeit der Schwängerung unmündig war. Unter „medizinische Indikationen“ fallen, neben den gesundheitlichen Gefahren für das Leben der Mutter, auch Fehlbildungen des Fötus, wie zum Beispiel Trisomie 21 (Down-Syndrom). Ehemaliger SPÖ-Behindertenanwalt Buchinger beurteilt die Fristenlösung, die es erlaubt, behinderte Kinder bis kurz vor der Geburt abtreiben zu dürfen, als menschenrechts- und konventionswidrig. Er schätzt: „100 Down-Syndrom-Kinder sollten pro Jahr in Österreich geboren werden. Tatsächlich sind es aber nur 5 bis 10! Österreich befindet sich diesbezüglich im Mittelalter.“

Nationalrätin Gudrun Kugler setzt sich für #fairändern ein

Nationalrätin Gudrun Kugler sieht das ähnlich wie Buchinger: „Die gesetzliche Möglichkeit, behinderte Kinder bis zum Einsetzen der Geburtswehen abtreiben zu können, ist ein Unwerturteil über alle Menschen mit Behinderung!“ Auch deutschen Politikerinnen ist das Thema wichtig. CDU-Landtagsabgeordnete in Sachsen Daniela Kuges Position: „Leben ist unantastbar.“ Bei der eugenischen Indikation blieben laut ihr ethisch-moralische Fragen, z.B. was mit einem Kind, das lebensfähig wäre, passieren soll, ungeklärt. Das Argument, dass Kinder, die nicht lebensfähig sind im Mutterleib getötet werden sollten, hält die Hebamme und Trauerbegleiterin Renate Mitterhuber für falsch, denn: „Es ist heilsamer für Eltern, ihr Kind in den Tod begleiten zu dürfen und darüber zu trauern, als es vorgeburtlich zu töten.“

Gudrun Kugler schreibt auf ihrer Webseite, dass viele Krankenhäuser sich interne Restriktionen auferlegt haben, weil das bisherige Gesetz zu schwammig und zu weitgehend ist. „Das muss repariert werden!“ Außerdem sei die Tötung eines sieben oder acht Monate alten ausgewachsenen Kindes, bei der das schlagende Herz des Kindes mittels Injektion gestoppt wird, auch für das durchführende Personal eine große Belastung.

Anti-Abtreibungsfilm „Unplanned“

Der Anti-Abtreibungsfilm „Unplanned“ zeigt die Bekehrung Abby Johnson, sie war Leiterin einer „Planned Parenthood“ Klinik (Abtreibungsklinik) in den USA. Abby Johnson wandte sich, nachdem sie selbst bei einer Abtreibung mitgewirkt hatte, dem Lebensschutz zu. Der Film basiert auf der gleichnamigen Autobiographie von Abby Johnson, die sie 2010 veröffentlicht hat. Die deutsche Ausgabe heißt „Lebenslinie: Warum ich keine Abtreibungsklinik mehr leite“. Johnson gründete die Organisation „And Then There Were None“. Diese hilft Mitarbeitern von Abtreibungskliniken, aus dem Abtreibungsgeschäft auszusteigen. Der Film wird Mitte März in den USA in die Kinos kommen.

Jugend für das Leben fordert Veränderung

Vlog #33 Spätabtreibung in Österreich?
Was wäre die Welt ohne dich, deine Geschwister, Freunde usw.? Wir alle sind einzigartig! Geben wir jeden Kind die Chance zu Leben! #Fairändern