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New York Times veröffentlicht Leitartikel zum Kindesmissbrauch auf dem Porno-Portal Pornhub.
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<p>Nachdem 58 Sexvideos von einem vermisst gemeldeten 15-jährigen Mädchen aus Florida (USA) auf dem Porno-Portal „Pornhub“ auftauchten, kam Bewegung in den Bestrebungen der Aktivistin Laila Mickelwait. Rund um ihre Online-Petition traffickinghubpetition.com entstand zwischenzeitlich eine beachtliche Bewegung mit mehr als 2,1 Millionen Menschen aus 183 verschiedenen Ländern. Allesamt unterzeichneten die Petition gegen Pornhub mit dem Aufruf das Portal abzudrehen.

New York Times veröffentlicht Reportage über Kindesmissbrauch

Times-Kolumnist Nicholas Kristof startete umfangreiche Recherchen und veröffentlichte am 4. Dezember 2020 in der New York Times den Leitartikel „The Children of Pornhub“ (Deutsch: „Die Kinder von Pornhub“). In seinem Bericht enthüllt der Redakteur, dass zahlreiche Benutzer „haufenweise Videos mit Kinderpornographie und Vergewaltigungen“ auf Pornhub hochgeladen hätten. Dieser Medienbericht brachte den Stein gegen den Porno-Giganten Pornhub nun endgültig ins Rollen.

Das Porno-Portal ist laut Nicholas Kristof, „von Vergewaltigungsvideos überflutet. Es macht Geld mit den Vergewaltigungen von Kindere, Rache-Pornographie, versteckt aufgenommene Videos von Frauen unter der Dusche, rassistische und frauenfeindliche Inhalte und Frauenbilder, denen mit Plastiktüten die Luft genommen wird.“ Eine Suche mit dem Begriff „Mädchen unter Achtzehn“ oder „14 Jahre“ führt jeweils zu mehr als 100.000 Treffern. Sexuelle Übergriffe auf minderjährige Kinder gäbe es in mehreren Videos. Kristof stellt klar, dass es hier „nicht um Pornographie, sondern um Vergewaltigung“ geht. Der Autor fordert die Politik auf „sexuelle Übergriffe auf Kinder oder jemanden, der nicht bei Bewusstsein ist“ als sittenwidrig zu verbieten.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters weist Pornhub die erhobenen Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück: „Jede Behauptung, wir ließen Material zu, welches den Missbrauch von Kindern zeigt, ist verantwortungslos und entspricht offenkundig nicht der Wahrheit.“

Opferschutz: Christliche Senatoren bringen Gesetzesentwurf ein

Die Geschichte der Times führte zu weiterführenden Untersuchungen durch Politiker in den USA und in Kanada, wo Pornhubs Muttergesellschaft, MindGeek, ihren Sitz hat. Mehrere Führungskräfte von Pornhub wurden aufgefordert, vor dem kanadischen Parlament in Ottawa auszusagen.

Die christlichen Senatoren Josh Hawley und Ben Sasse brachten vergangene Woche einen Gesetzentwurf ein, der Opfern künftig weitreichende Möglichkeiten bieten soll, sich gegen Websites wie Pornhub zu wehren, wenn Videoclips und Bilder ohne deren Zustimmung online verbreitet werden.

Der Österreichische Verein „Safersurfing“ zeigte sich auf seiner Facebook-Seite erfreut: „Der Druck auf den Pornoriesen Pornhub wird immer größer. Visa und Mastercard haben ihre Zahlungen über das Portal eingestellt. Zuvor hatte bereits Paypal seine Zusammenarbeit mit Pornhub beendet. Ein Artikel der New York Times wirft neue Fragen auf.“

Wirtschaftlicher Druck auf Pornhub nimmt zu

Nachdem der Zahlungsdienstleister PayPal bereits Ende 2019 Zahlungen an PornHub-Darsteller stoppte, reagierten rund ein Jahr später, am 11. Dezember, auch die Zahlungsdienstleister Mastercard und Visa. Beide Unternehmen kündigten an, ab sofort keine Zahlungen mehr auf der Porno-Website Pornhub abzuwickeln. Pornhub nannte den Schritt der Kreditkartenanbieter enttäuschend: "Diese Nachricht ist furchtbar für Hunderttausende Models, die ihren Lebensunterhalt auf unsere Plattform verdienen."

Um künftige Einnahmequelle aufrecht zu erhalten, ermöglicht Pornhub die Gebühren von rund 8 bis 10 Dollar pro Monat über Bitcoins und 12 weiteren Crypto-Assets zu bezahlen. Der Mutterkonzern Mindgeek wickelt Zahlungen bereits seit April 2018 über Kryptowährungen ab. Beim erste Krypto-Hype, begann Pornhub Verge (XVG) als Zahlungsmittel anzubieten. Es folgte etwas später Tron (TRX) und seit September 2020 auch Bitcoin und Litecoin (LTC). Durch den Wegfall der Zahlungsdienstleister PayPal, Visa und Mastercard, soll das Portfolio nun auf 13 verschiedene Assets ausgeweitet werden, darunter u.a. auch Ethereum, Dash, Monero Tether und ZCash.

In wie fern die rund 25 Millionen täglichen Nutzer von Pornhub künftig Kryptowährungen zum Kauf sogenannter „Premium-Inhalte“ nutzen bleibt vorerst unklar. Durch das Löschen von Millionen Amateurvideos versucht Pornhub zunächst die Zahlungsdienstleister Visa und Mastercard dazu bewegen, ihre Zahlungsdienstleistung wieder anzubieten.