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Der Auftritt der Debütanten und Ballettkünstler sei "geradezu mystisch" gewesen, meinte der Bundespräsident.
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Die Wiener Staatsoper veranstaltete am 28. Februar den, so sagen viele, wohl schönsten Ball der Welt: Den Wiener Opernball. Eröffnet wurde das ausverkaufte Society-Spektakel von der Starsopranistin Anna Netrebko, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Yusif Eyvazov auftrat. Neben 5.500 Besuchern feierten Politiker, wie Bundespräsident Van der Bellen und Bundeskanzler Kurz, bekannte österreichische Künstler, wie Conchita Wurst, und auch ehemalige Opernball Organisatorin Lotte Tobisch die österreichische Tradition und Kultur der Bälle.

Die Wiener Staatsoper feiert ihren 150. Geburtstag

Auf der Webseite der Wiener Staatsoper macht das 1869 eröffnete Opernhaus Werbung für sich: „Einmal im Jahr verwandelt sich die Wiener Staatsoper in den schönsten und elegantesten Ballsaal der Welt: für den Wiener Opernball, ein rauschendes Fest, einmalig in Glanz und Strahlkraft, Vorbild für Bälle auf der ganzen Welt.“ Internationale Gäste aus Kultur, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Sport würden den Wiener Opernball zu einem gesellschaftlichen Großereignis machen. Tatsache ist, dass der Opernball der Höhepunkt der Ballsaison ist.

Prunkvolle Eröffnung

Millionen Zuschauer verfolgten die glanzvolle Eröffnung: Opernstar Anna Netrebko sang zuerst “Il bacio” von Luigi Arditi. Ihr Ehemann Eyvazov bot dann “Nessun dorma” aus “Turandot” von Giacomo Puccini dar. Gemeinsam gaben sie “O soave fanciulla” aus “La Boheme” von Puccini zum Besten, berichtet „Vienna online“. Danach tanzten auf dem einzigartigen Parkett 150 junge Paare vom „Jungdamen- und Herrenkomittee“ die erste Polonaise, die das erste Mal von der Tanzschule Santner choreografiert wurde. Die Frisuren der Debütantinnen schmückten mit 380 Swarovski-Kristallen verzierte Tiara. Der Blumenschmuck in feurigen rot-orange-violetten Farben passte zu den Diademen, berichtet „3sat“. Dann hieß es wie immer: „Alles Walzer!“ Die Eröffnung "war fantastisch", sagte Van der Bellen, so „Salzburg 24“. Der Auftritt der Debütanten und Ballettkünstler sei "geradezu mystisch" gewesen, meinte der Bundespräsident.

Lotte Tobisch

Die ehemalige Burgschauspielerin und „Grande Dame der Wiener Gesellschaft“ Lotte Tobisch hat 15 Jahre lang den Opernball organisiert. Die 1926 in Wien geborene Autorin ist jetzt die Präsidentin des Vereins „Künstler helfen Künstlern“, nachdem sie von 1981 bis 1996 den Opernball geleitet hat. Seit drei Jahren organisiert Maria Großbauer das Society Spektakel, auch 2019 stand dieses erneut unter dem Motto: Alles Oper!“.

Lotte Tobisch besuchte trotz ihren 93 Jahren den Opernball. In einem Interview mit dem ORF analysierte sie die feine Gesellschaft:

"Was ist schon fein? Fein ist, wenn man Rücksicht nimmt."

Für den nächsten Ball will sie in ihrem Alter keine Pläne machen, sagte sie, "sonst lacht sich der liebe Gott noch tot", so "Die Presse". In einem Interview mit dem "Standard" 2017 erklärte Tobisch, dass die Sucht nach Perfektion ein Irrsinn sei: „Wenn alles nur noch perfekt sein muss, dann enden wir sehr bald in einer Dystopie voller Vorschriften und Regeln. Wollen wir das?“ In diesem Sinne muss auch eine feine „Grande Dame“ nicht perfekt sein.

Der gute Zweck darf nicht fehlen: Caritas und „Superar“

Der Reinerlös aller Initiativen geht auch 2019 zu gleichen Teilen an zwei Organisationen: an die Gruft der Caritas Wien und an den Verein für musikalische Förderung „Superar“, erklärt die Wiener Staatsoper. Freiwillige Spenden im Casino kommen der Obdachlosenhilfe der Caritas zugute.

Das Betreuungszentrum der Caritas Wien für obdachlose Menschen, „Gruft“ genannt, ist Schlafplatz, Wohnzimmer, Kleiderkammer und Essensausgabe. Mit 50 Euro kann die Gruft ein sogenanntes Winterpaket, das ist ein Schlafsack und eine warme Mahlzeit, finanzieren. Die Hilfe sei nötiger denn je, denn immer mehr Menschen würden die Angebote der Caritas in Anspruch nehmen, erklärte Caritas-Präsident Michael Landau bei einem Pressegespräch am 5. Dezember 2018.

„Superar“ ist eine europäische Initiative, die jenen Kindern und Jugendliche, die weniger Zugang zu kultureller Förderung haben, kostenfreien Unterricht in Gesang, Instumentalunterricht und Tanz anbietet. Die positive Wirkung musikalischer Förderung soll Kindern und Jugendliche aller Schichten, unabhängig von ihrem kulturellen, religiösen, sprachlichen oder ökonomischen Hintergrund erreichen.