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Die Kritik am Segensgebet für ÖVP-Chef Sebastian Kurz in der Wiener Stadthalle offenbart eine alarmierende Intoleranz gegenüber christliche Minderheiten in Österreich.

Höchst bedenklich sind zahlreiche diskriminierende Aussagen über katholische, evangelische und freikirchliche Gläubige in den sozialen Medien, u.a. durch Vertreter der Politik.

Religiöse Diskriminierung durch Politiker

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker beurteilt in einer Presseaussendung das Gebet für Sebastian Kurz als „peinlich“ und kritisiert Kurz und die Gläubigen: „Dieser Auftritt hat nichts mit traditioneller Religionsausübung zu tun, sondern wirkt sektenhaft und ist in dieser Form daher abzulehnen.“

JETZT-Gründer Peter Pilz spricht in Bezug auf die Gläubigen aus 45 Nationen sogar von fundamentalistischen Sektenmitgliedern: „Es ist peinlich, wenn sich ein Altkanzler an fundamentalistische religiöse Sekten anbiedert und für sich beten lässt. Gefährlich wird es, wenn er den Religionskampf dieser Sekten unterstützt“.

FCGÖ-Vorsitzender fordert mehr Toleranz für Gläubige

Edwin Jung, Vorsitzender der Freien Christengemeinde – Pfingstgemeinde in Österreich (FCGÖ), fordert indes mehr Toleranz für Gläubige:

„Es ist unglaublich, dass man sich in einer so „aufgeklärten“ Gesellschaft, anmaßt, Menschen zu verurteilen, die ihren Glauben offen leben, und das in einem Land bzw. Europa, dass sich auf die Menschenrechte beruft, wo jeder Mensch seinen Glauben öffentlich äußern darf. Und wo ist die so hoch gepriesene Toleranz?

Eine Freikirchliche Veranstaltung als sektiererisch zu denunzieren, zeugt von mangelnder Kenntnis im religiösen Spektrum. Bei dieser Veranstaltung ging es nicht im Entferntesten darum, parteipolitisch zu agieren, sondern darum, als treue Staatsbürger für die Politiker unseres Landes zu beten und Österreich zu dienen. Jeder Politiker, egal welcher Fraktion er angehört, war willkommen und gerne hätten wir für Sie ebenso gebetet“, so Jung.

Die FCGÖ ist Mitglied der Freikirchen in Österreich (FKÖ) und eine anerkannte Religionsgemeinschaft. Der FKÖ gehören etwa 20.000 Menschen in 160 Gemeinden an.

ÖEA-Generalsekretär erinnert an Recht auf Religionsfreiheit

Christoph Grötzinger, Generalsekretär der Österreichischen Evangelische Allianz (ÖEA), sagt im Gespräch mit GLAUBE.at:

„Ich freue mich, dass viele Menschen in Österreich durch Awakening Austria hilfreiche Impulse für ihren christlichen Glauben bekommen haben. Das Evangelium, die gute Botschaft von Jesus Christus, ist es wert, im Alltag gelebt zu werden. Dazu gehören Nächstenliebe und Toleranz. An letzterer Tugend scheint es aber manchen Kritikern der Veranstaltung zu mangeln. Sie scheinen zu vergessen, dass das Recht auf Religionsausübung zu den Grundfreiheiten gehört, die wir in Österreich genießen. Sicher kann man über den Stil, dem christlichen Glauben Ausdruck zu verleihen, unterschiedlicher Meinung sein. Aber ist es nicht das Fremde, das unsere Toleranz in besonderer Weise herausfordert?

Und noch etwas: Das Neue Testament fordert uns auf, für Politiker zu beten. Sebastian Kurz hat die Einladung zu der Veranstaltung bekommen, als er noch Bundeskanzler war. Warum sollte man ihn ausladen? Er hat das Gebet nicht gesucht. Es war wohl auch für ihn überraschend. Aber er hat es demütig angenommen. Das imponiert mir.

Und zum Schluss: in Gottes Garten blühen viele Blümlein. Erfreuen wir uns doch an der Vielfalt und suchen wir das Gemeinsame, das uns Christen verbindet.“