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Dossier-Präsentation der Katholischen Aktion in Wien.
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Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) hat zwei weitere Dossiers zu den Themen "Schöpfungsverantwortung und Mitweltgerechtigkeit" sowie "Weg zum Frieden" vorgestellt. Mit den Dossiers wolle man eine aktive Rolle einnehmen, betonte KA-Präsident Ferdinand Kaineder bei der Präsentation der Publikationen am Donnerstag in Wien, die sich auch als Diskussionsbeitrag im aktuellen Synodalen Prozess der Katholischen Kirche verstehen. Man wolle die Dossiers in das "Netz der KA hineinlegen" und diese unter die Menschen bringen, in die Pfarren und in die Politik, so der KA-Präsident.

Die beiden Dossiers haben einen "inneren Zusammenhang" betonte Kaineder. So gehe es um die Bewahrung der Schöpfung, der "Erdkruste als Lebensgrundlage", diese sei untrennbar mit dem Einsatz für den Frieden verbunden. Als Katholische Aktion wolle man dazu einen Beitrag leisten und mit den Dossiers "Wegmarkierung" vornehmen, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

KA-Vizepräsidentin Katharina Renner stellte zu Beginn den Ort der Präsentation, "Garderob 137", eine Caritas-Kleidersammelstelle in Wien-Landstraße, vor. Die Location passe gut zu den beiden Dossierthemen, zum einen würde hier Kleidern, im Sinne der Nachhaltigkeit eine "zweites Leben" geschenkt, zum anderen unterstütze die Sammlung auch zahlreiche vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtete Menschen.

Die zweite KA-Vizepräsidentin, Brigitte Knell, wies auf die Aktualität des Dossiers zum Thema Frieden hin; so habe man die Publikation im Herbst bereits fertig gehabt und nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Frühjahr noch einmal komplett überarbeitet.

Bei der Bekämpfung der Klimakrise wolle man als Katholische Kirche in Österreich "vorangehen", betonte der Wiener KA-Generalsekretär Christoph Watz, wie es auch von Papst Franziskus in "Laudato si" vehement gefordert werde. Die KA sieht insbesondere in den Bereichen Verkehr, Bodenverbrauch, Ernährung, Ressourcenverbrauch, Energie, Nachhaltigkeit und Bildung Anknüpfungspunkte für die Kirche.

Klimaschutz nicht ins Private zurückziehen

Der Mensch dürfe die Welt nicht unterwerfen, viel mehr gehe es darum, die Erde zu behüten, um eine "weltweite ökologische Umkehr" voranzutreiben. Diese Forderung sei grundsätzlich nicht neu, aber in Zeiten des Klimawandels umso dringlicher. Um Verhaltensänderungen zu schaffen, brauche es Anreize, etwa bei Infrastruktur im öffentlichen Verkehr und durch Steuerungsmaßnahmen, zeigte sich Watz überzeugt. Deswegen habe man als Wiener KA etwa auch die Proteste gegen den geplanten Bau des Lobautunnels und der Stadtstraße unterstützt.

Die Vorsitzende der Katholischen Jugend Wien (KJ), Viktoria Mayer, betonte, dass der verschwenderische Lebensstil nicht nur zu einer Klimakrise, sondern auch zu einem Naturverbrauchsproblem führe, die Stabilität des Ökosystems an sich sei gefährdet. Es sei nicht DIE ZEIT sich ins Private zurückzuziehen, deshalb unterstütze die KJ auch den Protest von Fridays for Future.

Die Präsidentin der Katholischen Aktion Oberösterreich, Maria Hasibeder, stellte das Dossier "Weg zum Frieden" vor, eine Thematik, die leider aktueller nicht sein könnte. Kriegerische Zustände gebe es überall auf der Welt, mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine rücke der Krieg sehr nahe. Man müsse feststellen, dass der Wunsch nach Frieden alleine diesen noch nicht schaffe, "das ist zu wenig", so Hasibeder.

Es gelte viel mehr Wege zum Frieden aufzuzeigen, Friedensarbeit und Versöhnungsarbeit professionell aufzubauen sei eine Forderung der KA an die Politik. Unterschiede unter Geflüchteten zu machen, sei ein "Beitrag zum Unfrieden", so Hasibeder. Rolle der Kirchen müsse es sein, Dialog und Vernetzung unter den Menschen zu schaffen und Lernort der Toleranz sein.

Bereits am Dienstag hatte die KAÖ ihr drittes Dossier zum Thema "Arbeit und soziale Fairness" in Linz präsentiert. Geplant sind insgesamt fünf Dossiers.