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KlangQuartett im Innenhof des Priesterseminars.
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<p>Die beiden Türme der Priesterseminarkirche in Wien-Alsergrund waren 70 Jahre lang „stumm“: Nun bekommen sie wieder ein Glockengeläut. Die vier neuen Glocken wurden gestern, am 26. Februar in das Priesterseminar geliefert, in dem sich Männer aus den Diözesen Eisenstadt, St. Pölten und Wien auf den Dienst als Priester vorbereiten.

„Wir laden Schüler, Erwachsene, Gruppen und einzelne Besucher herzlich ein, ohne die Mühen einer Turmbesteigung das Geläute zu besichtigen und sogar anzuschlagen und erklingen zu lassen.“, so der Regens des Priesterseminares, Dr. Richard Tatzreiter. Nach der Lieferung der Glocken ins Priesterseminar in Wien werden sie ab dem 5. März bis zur Weihe, die am Samstag, den 30. März 2019, stattfindet, im Innenhof ausgestellt sein.

Voraussetzung für die Beschaffung der bis zu 1.300 Kilogramm schweren Glocken war die Erneuerung des Glockenstuhles im 2. Turm der Kirche des ehemaligen „Hofspitals“ und nunmehrigen Priesterseminares in der Strudlhofgasse 7 im 9. Wiener Bezirk. Die vier Glocken sind eine Marienglocke, da die Kirche der „Heiligen Maria vom Loskauf der Gefangenen“ geweiht ist, sowie eine Stephanusglocke für die Erzdiözese Wien, eine Hippolytglocke für die Diözese St. Pölten sowie eine Martinusglocke für die Diözese Eisenstadt. Gegossen wurden die Glocken von der traditionsreichen Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck, wo Vertreter des Priesterseminars am 28. Jänner bei der Tonkontrolle dabei sein konnten. Mit Stimmgabeln bzw. einem elektrischen Gerät wurden die Teiltöne der jeweiligen Glocke überprüft und mit einem Schlaghammer zum Klingen gebracht. Sowohl der Klang als auch das Aussehen der Glocken entsprachen in der Qualitätskontrolle. Ab 30. März sollen die Glocken den Bewohnern des Alsergrunds zur vertrauten akustischen Heimat werden.

Glockenweihe: KlangQuartett für das SeminarTrio

Seit sie im 2. Weltkrieg eingeschmolzen wurden, hingen in den vergangenen 70 Jahren keine Glocken mehr in der Kirche zur „Heiligen Maria vom Loskauf der Gefangenen“ des ehemaligen von Kaiser Karl VI. gestifteten und dem Ritterorden der Mercedarier anvertrauten „spanischen Hofspitals“ und nunmehrigen Priesterseminars in Wien-Alsergrund.

Grund genug für den Regens des Priesterseminares, Dr. Richard Tatzreiter, diesem„Herzensanliegen im Zuge notwendiger Sanierungen an Dächern und Fassaden des Gebäudes, dieser wichtigen Kirche mit einem neuen Geläut wieder Stimm-und Klangkraft für hoffentlich viele Jahrhunderte zu geben.“ Dienten Kirchenglocken zu früheren Zeiten neben der religiösen Funktion auch der Warnung vor Feuer, Sturm oder Hagel, so stehen Glockenklänge geweihter Glocken heutzutage hauptsächlich für etwas Erhabenes, das die Menschen in Staunen versetzen und das Überirdische in Erinnerung rufen soll. Außerdem haben geweihte Glocken durch ihren weitum hörbaren Klang eine segnende Funktion für die geografische Umgebung und rufen zum Gebet auf.

Im Rahmen einer Eucharistiefeier wird das Geläute am Samstag, den 30. März 2019 um 15:00 Uhr im Beisein von Kardinal Dr. Christoph Schönborn, dem Eisenstädter Bischof Dr. Ägidius Zsifkovics, und dem St. Pöltner Ordinariatskanzler Kan. Msgr. Dr. Gottfried Auer geweiht. Anschließend werden alle Gäste zu einer Agape geladen.