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<p>In der Nacht nach dem 2. Weihnachtsfeiertag gab es um etwa 02:30 Uhr einen Anschlag auf das TOS Gemeinde- und Konferenzzentrum in Tübingen. Der Eingangsbereich des Gottesdienstraums wurde großflächig mit lila Farbe besprüht und der Gemeindebus, der auf dem Parkplatz stand, in Brand gesteckt. Es kamen keine Personen zu Schaden. Hierbei entstand nach Polizeilichen Angaben ein Sachschaden in Höhe von etwa 40.000 Euro.

Die TOS ist eine Freikirche und ein Missions- und Sozialwerk mit evangelikal-charismatischer Prägung und wurde im Jahr 1990 in Tübingen gegründet. Seitdem entstanden zwölf Gemeinden, fünf Gebetsdienste, ein Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige und vier Häuser für Straßenkinder.

Guido Kasch beklagt Christenfeindlichkeit

„Wir sind von diesem Anschlag geschockt, jedoch angesichts des zunehmend feindlichen Klimas gegen Evangelikale Christen leider nicht überrascht. In den letzten Monaten gab es in Tübingen, insbesondere aus der linken Szene, ein aggressives Bedrohungsszenario gegen die TOS Gemeinde. Wir wissen noch nicht, wer für diesen Anschlag verantwortlich ist, aber wir werden uns dadurch nicht davon abhalten lassen, weiter die Versöhnungsbotschaft des Evangeliums zu verkündigen: durch unsere wöchentlichen Gemeindeangebote, unser regelmäßiges Essen für Hilfsbedürftige in der Kronenstraße oder auch unsere Gottesdienste am Wochenende, zu denen jeder herzlich willkommen ist. Gleichzeitig hoffen und beten wir, dass in Tübingen ein friedliches Miteinander und gewaltfreier Diskurs der Meinungen und Weltanschauungen wieder möglich werden.“

Feministische Gruppe bekennt sich zu Brandanschlag

Zu dem Brand- und Farbanschlag auf die evangelikal-charismatische Gemeinde in Tübingen bekannte sich zwischenzeitlich eine „Feministische Autonome Zelle“.

Auf der linken Internetplattform de.indymedia.org bekannte sich die Gruppe, sie hätte sich  für, „diese symbolträchtige und für Aktionen angenehm ruhige Zeit“ entschieden, um „auf einen überregionalen antifeministischen Akteur, die Tübinger Offensive Stadtmission (TOS), hinzuweisen und diesen mit Farbe und Feuer anzugreifen“. Die TOS stehe laut den Aktivistinnen für „koloniale Kontinuität, antifeministische Einstellungen und reaktionäre Grundstimmung“.  Das Bekennerschreiben endet mit einem Aufruf zur Gewalt gegen christliche Gemeinden, Organisationen und Christen (Akteure): „Wir würden uns über weitere Aktionen gegen antifeministische Institutionen und Akteure freuen. Denn diese gibt es überall – bildet Banden – macht sie platt!“

Laut einem Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen wird das Schreiben derzeit auf seine Echtheit überprüft, so die Nachrichtenagentur idea.

Jobst Bittner über den Farb- und Brandanschlag auf die TOS Gemeinde