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Rund 60 Autos parkten sich vor dem Neuhauser Freibad für den Gottesdienst ein.
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Mit einem ungewöhnlichen Gottesdienstformat hat die evangelische Pfarrgemeinde Neuhaus am Klausenbach (Burgenland) den Einschränkungen der Coronakrise auf das Glaubensleben getrotzt. Bei einem Autogottesdienst am Sonntag, 26. April, kamen rund 150 Gläubige in knapp 60 Automobilen auf dem Parkplatz des örtlichen Freibads zusammen, um gemeinsam zu feiern. Man habe gemerkt, dass den Menschen die Gemeinschaft gefehlt habe, erklärt Pfarrerin Virág Magyar im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst für Österreich – auch wenn es täglich Andachten über die Gemeindehomepage sowie Radio- und Fernsehgottesdienste gebe: „Ich Glaube, den Kirchplatz kann nichts ersetzen.“

Auf die Idee hätten sie ihre engen Kontakte zur ungarischen reformierten Kirche gebracht, sagt die gebürtige Ungarin Magyar weiter. So habe die Gemeinde in der Budapester Altstadt bereits einen ähnlichen Autogottesdienst gefeiert: „Da sind wir mitgezogen“, auch, weil viele in der Gemeinde nicht die Möglichkeit hätten, Online-Gottesdienste mitzuverfolgen.

Die Planung des Gottesdienstes habe sich freilich etwas aufwändiger als an einem normalen Sonntag gestaltet. So mussten Genehmigungen bei der Bezirkshauptmannschaft eingeholt werden, bei der technischen Ausrüstung half der örtliche Bestatter aus, und am Parkplatz spielten Bläser statt wie üblich die Orgel. Dennoch kann sich Magyar vorstellen, ein ähnliches Format zu wiederholen, gerade weil die ab 15. Mai geltenden Regelungen für öffentliche Gottesdienste starke Einschränkungen bedeuten: „Bei zwanzig Quadratmetern pro Person wären das in unserem Saal fünf Personen plus Pfarrer und in unserer Kirche 16 Personen. Da werden wir auf jeden Fall Alternativformen suchen, weil wir es vermeiden wollen, jemanden nach Hause zu schicken.“