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“Aus Liebe zum Nächsten ist die Evangelische Kirche bereit, ihren Beitrag zu leisten”, sagt Bischof Michael Chalupka zum Appell der Regierung, Gottesdienste auszusetzen.
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Die Bundesregierung hat die Kirchen und Religionsgemeinschaften in Österreich dazu aufgefordert, alle Veranstaltungen zu verschieben und auch Gottesdienste auszusetzen oder auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Dabei handelt es sich nicht um eine Verordnung, sondern um einen Appell an die in Österreich vertretenen Religionen. Diese haben sich entschlossen, dem Aufruf zu folgen und Gottesdienste und andere religiöse Veranstaltungen weitestgehend auszusetzen.

Das sei ein schmerzvoller Schritt, weil Gottesdienste “besondere Orte des Trostes und Zuspruchs sind”, erklärt der evangelische Bischof Michael Chalupka. „Aus Liebe zum Nächsten und vor allem zum besonderen Schutz der älteren und besonders gefährdeten Menschen ist die Evangelische Kirche jedoch bereit, ihren Beitrag zu leisten“, so der Bischof gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. In einem Brief ersucht der Bischof die Leitungsgremien der Pfarrgemeinden – in ihre Zuständigkeit fällt die Entscheidung über Gottesdienste – der dringenden Empfehlung der Bundesregierung und der Kirchenleitung nachzukommen, ihre Verantwortung wahrzunehmen und kirchliche Feierlichkeiten inklusive Hochzeiten, Taufen sowie sonstige Veranstaltungen abzusagen, zu verschieben oder nur mehr im engsten Familienkreis abzuhalten.“ Durch die Maßnahme erwarte sich die Bundesregierung eine Vorbildwirkung der Kirchen für andere Teile der Gesellschaft.

Die Einschränkungen sollen ab Montag, 16. März, in Kraft treten und vorerst bis Palmsonntag gelten. Die Kirchen sollen wie Chalupka empfiehlt, zumindest zu den üblichen Gottesdienstzeiten aber weiterhin für Gespräch, Andacht und Gebet offen bleiben. „Denn gerade jetzt sind Zuwendung, Zuspruch, Trost und Hilfe wichtig“, schreibt der Bischof. Auszusetzen sei in Folge der geplanten Schulschließungen weiters der Konfirmandenunterricht; auch eine Verschiebung von Konfirmationen in den Herbst hält Chalupka für möglich. Zudem bittet er, von Sitzungen der Gemeindevertretung abzusehen.

Die Gläubigen ersucht Chalupka, „der derzeitigen Situation mit Zuversicht und Gottvertrauen entgegenzutreten. Bei aller körperlicher Distanz, die in diesen Tagen nötig ist, ist es zugleich notwendig, im Glauben näher zusammenzurücken, füreinander zu beten, dass einer dem anderen zum Segen werde“.