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„Mit Verve hat sie sich für andere eingesetzt und ist dabei fröhlich auf die Menschen und das Leben zugegangen.“ Abschied von der beliebten Pfarrerin Angelika Petritsch.
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Mehrere Hundert Menschen haben am Sonntagnachmittag, 1. September, von der evangelischen Pfarrerin Angelika Petritsch in der Auferstehungskirche in Wiener Neustadt Abschied genommen. Die beliebte Pfarrerin starb am 31. Juli bei einem Verkehrsunfall in Namibia.

„Das ist das Schlimmste, was einem als Eltern oder Geschwister zustoßen kann“, sagte Bischof Michael Bünker an die Angehörigen gerichtet. Gemeinsam mit dem niederösterreichischen Superintendenten Lars Müller-Marienburg und MitarbeiterInnen der Pfarrgemeinde gestaltete der Bischof den Abschiedsgottesdienst. Dabei erinnerte er an Karfreitagspredigten der jungen Pfarrerin, die 37-jährig verstorben war. „Ihre Weisheit, die dem Leben diente“ und die helfe, „auch aus schlimmen Dingen zu tragen“, sei erstaunlich gewesen. Ebenso ihr Umgang mit dem Thema Tod. „Beim letzten Abschied vertrauen wir sie und uns der Liebe Gottes an“, sagte der Bischof.

„Es wäre noch so viel zu sagen und erleben gewesen“, meinte Superintendent Lars Müller-Marienburg. Ihre Offenheit verbunden mit ihrem Realitätssinn hätten die begabte Pfarrerin ausgezeichnet, „sie war sich sicher, dass Kirche für alle offen sein muss“. „Mit Verve“ habe sie sich für andere eingesetzt, und sei dabei „fröhlich auf Menschen und das Leben“ zugegangen.

Aus der Pfarrgemeinde würdigte Presbyterin Veronika Komuczky die Pfarrerin. Ihre Freundlichkeit und Herzlichkeit habe auf andere ausgestrahlt und andere angesteckt. Besonnenheit und Bescheidenheit habe ihre Persönlichkeit ausgemacht, mit „Herzblut und ehrlicher Hingabe in allem, was sie tut“. Als Pfarrerin habe sie sich „niemals als Chefin gesehen“, sondern „behutsam geleitet“ und „beherzt angepackt“. Dabei sei die „liebevolle Seelsorgerin“ immer „offen und verständnisvoll für alles Menschliche“ gewesen, „kein Anders-Sein, kein Anders-Denken hat sie befremdet“, sagte Komuczky, „sie war eine Lehrmeisterin, die selber nie müde wurde, weiter zu lernen“.

Seitens der Stadt unterstrich Bürgermeister Klaus Schneeberger die Verdienste der jungen Pfarrerin. „Enorme Menschlichkeit, Einfühlungsvermögen und Engagement für Mitmenschen“ habe sie geprägt, „voll und ganz“ habe sie ihren Beruf gelebt. Die Freude am Leben habe Angelika Petritsch vorgelebt und an andere weitergegeben. Ihre Musikalität und Verbundenheit mit der Stadt habe sich etwa auch darin gezeigt, dass sie als Geigerin regelmäßig beim Neujahrskonzert mitwirkte.

Die Beisetzung der Pfarrerin erfolgte am Friedhof Wiener Neustadt im Familienkreis.