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Der Verunglückte Bus auf der Urlaubsinsel Madeira.
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Bei einem schweren Busunglück auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira starben am Mittwochabend mindestens 29 Menschen. Weitere 27 Personen wurden unbestimmten Grades verletzt. Eine Person blieb unverletzt. Der portugiesische Busfahrer, der den Unfall überlebte, verlor zuvor die Kontrolle über den Reisebus. Dieser stürzte eine Böschung hinunter auf ein Einfamilienhaus.

Laut der portugiesischen Zeitung "Observador", fuhren die Urlauber im Alter von etwa 40 bis 50 Jahren zum Abendessen vom Hotel "Quinta Splendida" im Ort Caniço zu einem traditionellen Restaurant nach Funchal. Die meisten Todesopfer stammen laut dem portugiesischen Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa aus Deutschland. Diese Information bestätigte ebenfalls der Bürgermeister Filipe Sousa.

Pfarrerin: Helfer kümmern sich rührend um Verletzte nach Busunglück auf Madeira

Ilse Everlien Berardo, Pfarrerin der Deutschsprachigen Evangelischen Kirche auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira, lobte in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland" den Einsatz der portugiesischen Ärzte und Krankenschwestern nach dem Busunglück auf der Ferieninsel: "Es wurden sofort Menschen auf der Insel gesucht, die Deutsch sprechen. Obwohl die Ärzte und Schwestern sich rührend um die Verletzten bemühen und kümmern, ist es aber immer wichtig, doch die Muttersprache zu hören und ein paar Worte der Aufmerksamkeit zu bekommen".

Die Verunglückten Touristen seien sehr ruhig gewesen: "Sie sind natürlich in einer Art Schockzustand, sie haben die schrecklichen Bilder vor Augen", so die Pfarrerin gegenüber dem Sender. "Eine verletzte Dame sagte, ich glaube, ich habe meinen Lebenspartner verloren. Auch sie ist natürlich in diesem Schockzustand. Und die Krankenschwestern und Ärzte waren wirklich rührend mit dieser Situation im Umgang mit den Menschen."

Beileidsbekundungen aus Politik

"Entsetzliche Nachrichten erreichen uns aus Madeira", schrieb noch in den Abendstunden Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter: "Unsere tiefe Trauer gilt all denen, die in dem verunglückten Bus ihr Leben verloren haben, unsere Gedanken sind bei den Verletzten."

"In diesem Moment sind Portugal und Deutschland im gemeinsamen Schmerz vereint", so der portugiesische Staatschef Marcelo Rebelo de Sousa. Auch der portugiesische Ministerpräsident António Costa bekundete sein Beileid über Twitter an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er sei zutiefst bestürzt und übermittle der deutschen Kanzlerin "in dieser schweren Stunde" sein Bedauern.

Die Regionalregierung verordnete in einer Erklärung des Regierungsrats der Autonomen Region Madeira eine dreitägige Trauer von Donnerstag bis Samstag für die Insel Madeira. Die Flaggen wurden an sämtlichen öffentlichen Gebäuden auf Madeira auf halbmast gesetzt.