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Teilnahme am Gottesdienst rettet Ordensschwester Anna-Luisa das Leben.
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Beim Flugzeugabsturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien kamen alle 157 Menschen an Bord ums Leben. Schwester Anna-Luisa, Vinzentinerin im Kloster Untermarchtal (Alb-Donau-Kreis), ist viel in Afrika unterwegs und wäre beinahe im Flugzeug gesessen.

Sie wollte vor dem Abflug am Sonntag noch einen Gottesdienst besuchen und entschied sich deshalb einen späteren Flug nach Nairobi zu buchen. Diese Entscheidung rettete der Ordensschwester aus Untermarchtal in Baden-Württemberg das Leben.

Wir wären eigentlich auch in dem Flugzeug gewesen, erzählt Schwester Anna-Luisa, Donnerstag im Gespräch mit dem Südwestrundfunk (SWR). "Das Verrückte war, dass wir uns dann aber entschieden haben, später zu fliegen, weil wir noch in den Gottesdienst in Addis wollten."

"Heute morgen ist das Leben wie ein großes Geschenk", postete Schwester Anna-Luisa einen Tag nach dem Unglück auf ihrer Facebook-Seite. Sie flog mit der Maschine nach dem Flugzeugabsturz auf derselben Strecke von Addis Abeba nach Nairobi.

Erst im Flieger habe sie von dem Flugzeugabsturz erfahren: "Eine Stewardess erzählte unter Tränen, dass das Vorgängerflugzeug abgestürzt ist und dass sie einige Kollegen der Crew kannte. Und das machte sie total betroffen", erzählte die Schwester im Gespräch mit dem SWR.

Wieder aussteigen wollte die Ordensschwester nicht, da sie gemeinsam mit einer weiteren Ordensschwester eine Einrichtung für Kinder mit Mehrfachbehinderung in Nairobi besuchen wollte. Nach ihrer sicheren Landung, betete die Vinzentinerin mit der kleinen, internationalen Gemeinde für die Opfer des Flugzeugabsturzes und alle Trauernden. "Ich glaube fest daran, dass Gott seine schützende Hand über uns gehalten hat", so Schwester Anna-Luisa.

Bereits 2013 überlebte Schwester Anna-Luisa ein Zugunglück

Nicht zum ersten Mal, erlebte Schwester Anna-Luisa hautnah Gottes Bewahrung: Bereits im Jahr 2013 überlebte sie ein Zugunglück.

Im Gespräch mit der "Schwäbische Untermarchtal" berichtet Sie von einem Unfall am Stadtrand von Daresalaam: „Für uns alle überraschend wurden wir auf dem Bahngleis von einem Zug erfasst. Auf einmal war der plötzlich beleuchtete Zug direkt an den Seitenfenstern. Nachdem er uns etliche Meter geschoben hatte, kippte das Auto zur Seite und es ging noch einmal eine ewig lange Zeit, bis der Zug zum Stehen kam und wir irgendwie zwischen vielen Glassplittern aus dem Auto gezogen wurden.“

„Es ist einem Wunder... zu verdanken, dass wir lebend und ohne größere Verletzungen aus dem Auto kamen“, so Schwester Anna-Luisa.

Orden der Barmherzigen Schwestern

Zum Orden der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Untermarchtal gehören knapp 300 Schwestern. Die Gemeinschaft mit Sitz im Kloster Untermarchtal hat sich der caritativen Arbeit verschrieben. Zur Kongregation gehören auch das Marienhospital Stuttgart. Seit 1960 führen sie Missionsstationen in Tansania (Ostafrika).