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Der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan (links) wünscht sich ein Telefongespräch mit dem indischen Premierminister Narendra Modi (rechts).
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Der Kaschmir-Konflikt erreichte in den letzten Tagen einen erneuten Höhepunkt und droht zu eskalieren.

Am Dienstag den 26. Februar flog Indien zum ersten Mal seit 1971 mit Kampfflugzeugen über pakistanisch kontrolliertes Gebiet in der Region Kaschmir. Nach eigenen Angaben wollten sie ein Ausbildungslager der islamistischen Terrorgruppe Jaish-e-Mohammed angreifen, so die Presse. Diese Terrorgruppe hatte den Selbstmordanschlag am 14. Februar im indischen Teil für sich beansprucht, bei dem 40 indische Streitkräfte getötet worden waren. Pakistan schoss daraufhin am Mittwoch den 27. Februar zwei indische Kampfflugzeuge ab und nahm einen Piloten gefangen. Indien erschoss als Antwort sechs Zivilisten und verletzte weitere, in dem Gebiet, das Pakistan kontrolliert. Der pakistanische Außenminister Shah Mehmood Qureshi sagte am Mittwoch im Staatsfernsehsender, dass Indien den Frieden in der Region gefährdet habe, denn die Aggression sei von New Delhi ausgegangen.

Pakistans und Indiens Politiker wollen Frieden

Pakistan sendet nun ein Zeichen für Entspannung: Islamabad sei bereit, den festgesetzten indischen Piloten freizulassen, sollte dies helfen, die Spannungen abzubauen, sagte der pakistanische Außenminister Qureshi Donnerstagmorgen, berichtet die Presse. Der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan wünscht sich ein Telefongespräch mit dem indischen Premierminister Narendra Modi. Man wolle alles tun, was hilfreich sei, um Frieden wiederherzustellen, sagte Qureshi.

Indiens Ministerin für ausländische Angelegenheiten Sushma Swaraj meinte, dass Indien keine weitere Eskalation wünsche und dass sie mit Verantwortung und Zurückhaltung agieren werde, berichtet die Associated Press (AP).  

Der Kaschmir-Konflikt

Seit der Spaltung von Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen die beiden Länder die Region Kaschmir für sich. Sie haben bereits zwei Kriege um das Gebiet geführt, so die Presse. Es gibt nur eine sogenannte „De-facto-Grenze“ um Kaschmir, denn Indien und Pakistan kontrollieren jeweils einen Teil der Region, obwohl beide Länder die gesamte Region für sich beanspruchen. Entlang dieser „Line of Control“, zu Deutsch Kontrolllinie, ist es in den letzten Tagen laut Einheimischen zu Feuerwechsel in der Nacht gekommen, berichtet die AP. Ursprung des Konflikts ist, dass Indien dem pakistanischen Militärgeheimdienst ISI vorwirft, islamistische Terroristen im indischen Teil Kaschmirs zu unterstützen. Pakistan bestreitet dies immer wieder, so auch diesmal: Pakistan hat mit dem neuesten Selbstmordanschlag vom 14. Februar nichts zu tun, berichtet die AP.

Pakistan ist auf „Schwarzer Liste“

Nachdem der Fall Asia Bibi weltweite Aufmerksamkeit erreichte, setzte die USA im Dezember 2018 Pakistan auf eine sogenannte „blacklist“, zu Deutsch „Schwarze Liste“. Doch Staatssekretär Mike Pompeo verhängte deshalb noch keine Sanktionen gegen Pakistan. Denn laut dem US-Botschafter für internationale Religionsfreiheit Sam Brownback zeigt Pakistan „Willen für Veränderung“. Laut Brownback versucht Pakistan seine Blasphemie-Gesetze zu entschärfen, bis dato reicht eine Beleidigung des Islams für ein Todesurteil aus. Brownback berichtet über seinen Besuch: „Pakistan hatte eine Menge Schwierigkeiten mit dem Thema Religionsfreiheit. Ich war dort, um über Veränderungen zu sprechen. Sie müssen die Suche jedes Einzelnen nach Gott respektieren. Das ist das gute Recht eines jeden Menschen.“

„Open Doors“ listet Pakistan auf Platz fünf des Weltverfolgungsindexes. Indien ist auf Platz zehn. Auch in der Region Kaschmir kommt es laut Open Doors immer wieder zu Übergriffen auf Christen. Denn Nationalisten wollen Indien zu einem reinen Hindu-Staat machen und auch in Pakistan ist die Situation für Christen gefährlich. Christen sollten für Frieden in der Region Kaschmir beten, und dass die pakistanische Regierung die Blasphemie-Gesetze abschafft.