page-header
Anwohner suchen in den Resten der zerstörten Häuser nach persönlichen Gegenständen.
Anzeige

Mehrere christliche Hilfswerke aus Deutschland beteiligen sich an der Nothilfe nach zwei starken Erdbeben und einer anschließenden Flutwelle in Indonesien. Mindestens 832 Menschen sind dabei auf der Insel Sulawesi ums Leben gekommen. Die Behörden vermuten, dass die Zahl der Toten noch steigen wird. Fast alle Opfer seien bisher in der Stadt Palu registriert worden. Aus anderen Regionen gebe es bislang kaum Informationen. Tausende Menschen sind verletzt oder obdachlos. Wie die Pressesprecherin von World Vision, Iris Manner (Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main), auf Nachfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea mitteilte, ist bereits ein Nothilfeteam in Palu. Man verteile dort Hilfsgüter wie Hygieneartikel und Babynahrung an Bedürftige. 50 obdachlose Familien habe das Werk auf dem eigenen Bürogelände in Palu aufgenommen. Ein Transport mit Decken, Werkzeug, Baumaterial und Lebensmitteln sei bereits auf dem Weg, so Manner. Die Arbeit außerhalb von Palu gestalte sich derzeit sehr schwierig. Es fehle an Benzin, um abgelegenere Orte anzufahren.

Hilfs- und Missionswerke unterstützen Partnerorganisationen vor Ort

Auch humedica (Kaufbeuren) hat Mitarbeiter entsandt, um einen lokalen Partner zu unterstützen. Wie der zuständige Sachgebietsleiter, Johannes Peter, sagte, werden für die Katastrophenhilfe zunächst 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. Palu sei die erste Anlaufstelle des deutschen Teams. Vor Ort werde dann geprüft, ob weitere personelle Unterstützung nötig sei.

Landeszentrale eines evangelikalen Missionswerkes zerstört

Ein evangelikales Werk ist von der Katastrophe selbst betroffen. Die indonesische Zentrale von Ethnos360 – ehemals New Tribes Mission – in Palu wurde vollständig zerstört. Es sei aber kein Mitarbeiter getötet worden, sagte der Pressesprecher des deutschen Zweiges, Hansi Riesen, gegenüber idea. Das Werk plane, mit dem eigenen Missionsflugzeug Lebensmittel einzufliegen und zu verteilen. Außerdem wolle man bei Bedarf Menschen über den Luftweg evakuieren. Das katholische Hilfswerk Misereor (Aachen) hat nach eigenen Angaben 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. Sie werden dafür verwendet, um Verletzte und Obdachlose vor Ort zu versorgen. Am 28. September war die Insel Sulawesi nach zwei Erdbeben von einer sechs Meter hohen Flutwelle getroffen worden. Das bestehende Tsunami-Warnsystem soll Medienberichten zufolge nicht richtig funktioniert haben.