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Mob bedrohte Ordensfrauen, die Postulantinnen ohne Ordenstracht begleiteten und der Zwangskonversion bezichtigt wurden.
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<p>Für scharfe Proteste der syro-malabarischen Kirche hat ein Zwischenfall in einem Zug in Indien gesorgt, bei dem Klosterschwestern von militanten Hinduisten bedroht wurden. Wie die Zeitung "The New Indian Express" am Dienstag berichtete, waren Ordensfrauen nach Orissa unterwegs, als zugestiegene Mitglieder der hindunationalen Organisation Bajrang Dal sie fälschlicherweise einer Zwangskonversion beschuldigten und die Bahnpolizei verständigten, woraufhin die Schwestern in Gewahrsam genommen wurden.

Bei den Ordensfrauen handelte es sich um zwei Schwestern des in Delhi befindlichen Klosters der Kongregation der Heiligen Herzen, die zwei junge Postulantinnen, die noch nicht in Ordenstracht gekleidet waren, auf deren ersten Heimatbesuch begleiteten. Die Nonnen wurden gerettet, nachdem hochrangige Polizeibeamte interveniert hatten. Die Kirche sprach von einem "vorsätzlichen Angriff", hätten sich doch 150 Bajrang-Dal-Aktivisten kurzfristig am Bahnhof versammelt.

Immer wieder gibt es in Indien Fälle, bei denen Ordensfrauen oder Priester beschuldigt werden, andere zum Religionsübertritt zu verleitet oder gezwungen zu haben. In mehreren von der hindu-nationalistischen Volkspartei (BJP) regierten Bundesstaaten gilt Religionswechsel und Mitwirkung daran als Straftat.