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Rund 30 Jugendliche stürmten am 29.10.2020 die katholische Kirche St. Anton von Padua (Antonskirche) in Wien-Favoriten um dort zu randalieren.
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<p>Nachdem Jugendliche am Donnerstag in einer katholischen Kirche in Favoriten randalierten, kam es am Samstag auch im Wiener Stephansdom zu einem Zwischenfall.

Rund 30 Jugendliche stürmten Donnerstagabend die Katholische Kirche St. Anton von Padua (Antonskirche) in Wien-Favoriten um dort zu randalieren. Die Jugendliche riefen "Allahu Akbar" (Gott ist groß) und traten gegen Sitzbänke und den Beichtstuhl, so Polizeisprecher Marco Jammer. Als die Jugendlichen in Richtung Altar weitergingen, rief der Pfarrer die Polizei herbei. Von zehn Verdächtigen konnte die Polizei die Personalien feststellen und sie wegen Ordnungsstörungen anzeigen. Die Kirchenrandale wurde von einer Überwachungskamera aufgezeichnet und werden nun polizeilich ausgewertet.

Am Samstagvormittag um 08:00 Uhr wurde die Polizei in den Wiener Stephansdom gerufen. Ein 25-Jähriger afghanischer Staatsbürger rief islamische Parolen und laut einer Kirchenbesuchererin "Allahu Akbar". Der Dom wurde daraufhin evakuiert, großräumig abgeriegelt und von der Polizei als Präventivmaßnahme durchsucht – hierbei wurden laut Polizeisprecher Marco Jammer keine bedenklichen Gegenstände gefunden. Der verwirrt wirkende Mann, der sich laut ersten Erkenntnissen in psychologischer Behandlung befindet, wurde von Beamten festgenommen und einem Amtsarzt vorgeführt. Laut Dompfarrer Toni Faber war der Vorfall im Wiener Stephansdom "nicht besorgniserregend" und der Mann hatte vermutlich "keine gewalttätigen Motivationen".

In beiden Fällen ermittelt der Verfassungsschutz, ein Zusammenhang besteht nach bisherigen Erkenntnissen nicht. Die Österreichische Tageszeitung "Kurier" sprach in einem Bericht davon, dass Ermittler des Verfassungsschutzes davon ausgehen, dass es sich bei den Kirchenrandalen in der Antonskirche um eine Gruppe türkischer, syrischer und afghanischer Jugendliche handelt, die sich zuvor über die sozialen Medien organisiert hatte.

Reaktionen aus Kirche

Gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress sprach Diözesansprecher Prüller von der Erzdiözese Wien von einer ernsten Sache: "Gläubige haben das Recht, ungestört ihre Religion ausüben zu können. Dieses Recht ist eine der Säulen eines friedlichen Zusammenlebens und muss geschützt werden."

"Es erschüttert mich zutiefst, wenn Menschen weder Achtung noch Respekt gegenüber gläubigen Menschen zeigen. Der christliche Glaube verbindet eine starke Botschaft der Liebe und des Friedens. Christen sollten keine Angst haben müssen, ihren Glauben frei auszuüben: Weder in Österreich noch in einem anderen Land dieser Welt. Alle die verfolgt werden, verdienen unsere vollste Unterstützung", so Sven Kühne aus dem Vorstand der Österreichischen Evangelischen Allianz (ÖEA) auf seiner Facebook-Seite.

Reaktionen aus Politik

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kritisierte den Vorfall: "Alle Christen müssen in Österreich frei und in Sicherheit ihren Glauben ausüben können! Wir werden den Kampf gegen den politischen Islam entschieden weiterführen und hier keine falsche Toleranz zeigen", verlautbarte Kurz über seinen Twitter-Account.

"Wir lassen uns in Österreich das Recht auf freie Religionsausübung niemals zerstören und werden die christliche Gemeinschaft mit all unseren Kräften schützen. Ich habe den Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit umgehend angewiesen, alle Polizeidienststellen aufgrund der aktuellen Ereignisse zu sensibilisieren und den öffentlichen Raum insbesondere im Hotspot Favoriten verstärkt zu überwachen", wird Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) abschließend zitiert.

Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) reagierte ebenfalls darauf: "Parallelgesellschaften sind der Nährboden für Gewalt. Wir müssen jede Form von Extremismus und Islamismus schon von Beginn an bekämpfen, um Schlimmeres zu verhindern. Es ist gut, dass die Polizei hier sofort eingeschritten ist und die Präsenz in Favoriten erhöht", teilt sie gegenüber "Heute" mit.

Der stellvertretende FPÖ-Bundesparteiobmann Manfred Haimbuchner sprach in einer Presseaussendung von einem "in höchstem Maß verwerflichen Sturm auf eine Kirche". Haimbuchner sieht eine "Attacke auf unsere liberale Demokratie und unsere freiheitliche Gesellschaft als Ganzes. Nach einem solchen Angriff darf man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen."

"Die Angriffe und Vandalismusvorfälle  auf österreichische Kirchen sind ein klares Zeichen einer vorhandenen Aggression, die man unbedingt adressieren und in weiterer Folge einer Lösung zuführen muss. Gläubige Christen dürfen sich nicht fürchten oder unsicher fühlen müssen, wenn sie eine Kirche besuchen oder betreten.", so Suha Dejmek von der Wiener Volkspartei (ÖVP).

Gudrun Kugler (ÖVP) fordert entschiedenes Vorgehen

"Ich bin sehr froh, dass sich die IGGÖ und zahlreiche Muslime in Österreich von den Übergriffen muslimischer Jugendlicher auf Wiener Kirchen distanziert haben", so Nationalratsabgeordnete Gudrun Kugler (ÖVP) gegenüber GLAUBE.at.

"Wer den Westen hasst und ablehnt, wie zum Beispiel islamistische Separatisten in Nizza und Dresden, soll anderswo Asyl beantragen oder anderswohin migrieren. Wer unsere Gastfreundschaft mit Füßen tritt (z. B. gegen Kirchenbänke in mehreren Wiener Kirchen), weist diese von sich aus zurück. Wenn wir darauf nicht entschieden reagieren, machen diese Menschen langfristig aus unseren Ländern genau das, was sie in ihren Herkunftsländern verlassen haben", so Kugler weiter.

"Jahrzehntelange Versäumnisse in der Integration (insbesondere in Wien) und viele Jahre lang ein falsch verstandener Humanismus in der Einwanderungspolitik brachten uns in eine schwierige Situation, deren Lösung starke politische Entschlossenheit und echten gesellschaftlichen Zusammenhalt erfordert."