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Die Initiative „Glaube steht für Rechte ein“, die bei einer kürzlichen Konsultation religiöser und zivilgesellschaftlicher Persönlichkeiten aus der ganzen Welt aus der Taufe gehoben wurde, strebt das Zusammenstehen von Religionsgemeinschaften verschiedener Glaubensrichtungen an, um Diskriminierungen und religionsbezogener Gewalt durch das gemeinsame Ziel der Stärkung der Menschenrechte sowie der Aufrechterhaltung der Freiheit von Religion und Weltanschauung entgegenzuwirken.

„Unser Ziel ist die Förderung der Entwicklung friedlicher Gesellschaften, in denen Vielfalt nicht bloß toleriert, sondern vollkommen respektiert wird und ausgelebt werden kann“, teilte Zeid Ra’ad Al Hussein, der Hohe Kommissar für Menschenrechte der UN, den Teilnehmern des zweitägigen Treffens in Beirut in einer Videobotschaft mit. Veranstalter war das Büro für Menschenrechte. „Religionsführer sind wegen ihres beträchtlichen Einflusses auf die Herzen und Gedanken von Millionen Menschen möglicherweise sehr wichtige Akteure für die Menschenrechte“, sagte Herr Zeid.

Auf den Rabater Maßnahmenplan von 2012 aufbauend, der die Kernverantwortlichkeiten von Religionsführern darin sieht, Aufwiegelung zum Hass entgegenzuwirken, weitet die Beiruter Erklärung (pdf) diese Verantwortung auf das gesamte Spektrum der Menschenrechte aus. Sie ruft Gläubige aller Glaubensrichtungen auf, Hand in Hand und vereinten Herzens zusammenzustehen, um Wege zu kommunizieren, wie sie zur Verteidigung fundamentaler Rechte gegen Diskriminierung und Gewalt beitragen können.

Sheik Maytham Al Salman, ein Religionsführer und Menschenrechtsverfechter aus Bahrain, mahnte Religionsführer und glaubensbasierte Organisationen, die Vorreiterrolle beim Entgegenwirken gegen Hassparolen, die hauptsächlich gegen religiöse Gruppen gerichtet sind, einzunehmen. „Religiös motivierte Feindlichkeiten haben ein erschreckendes Ausmaß angenommen“, sagte er.

Mit der Beiruter Erklärung sind 18 „Faith for Rights“-Verpflichtungserklärungen zur Stützung der Menschenrechte verbunden. Diese beinhalten auch Zusicherungen, Aufrufe zu einer Staatsreligion zu vermeiden, damit nicht Diskriminierungen gegen Einzelpersonen oder Gruppen gerechtfertigt werden können. Weitere Zusicherungen sind die Gewährleistung der Gleichwertigkeit der Geschlechter sowie von Minderheitenrechten, die Unterdrückung kritischer Stimmen zu unterlassen und sich mit Kindern und Jugendlichen zu befassen.

Ahmed Shaheed, Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Religions- und Glaubensfreiheit, drückte seine Besorgnis über die explizite Zielgruppenansprache Jugendlicher von Seiten „derer, die Jagd auf junge Seelen machten“, aus. Er appellierte an die Religionsführer, besonders der Schutzlosigkeit der Jugendlichen Aufmerksamkeit zu schenken, die Hasspredigten ausgesetzt sind.

„Jugendliche blicken zu Religionsführern auf und suchen bei ihnen Führung, Mentoring, Unterstützung und Rat. Daher ist es unerlässlich, ihnen schon in jungen Jahren eine Geisteshaltung der Toleranz, Aufgeschlossenheit und des Respekts für andere zu vermitteln“, erklärte Herr Shaheed. „Es ist wichtig, über die Kammer des UN-Menschenrechtsrats hinaus mit Menschen im Alltag in Kontakt zu treten, damit wir die Entwicklung von Solidarität und Zusammenarbeit über die Gemeinschaftsgrenzen hinweg sicherstellen und Menschen bewegen können, Religions- oder Glaubensfreiheit zu unterstützen.“

Ibrahim Salama, Leiter der Abteilung für Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen, begrüßte die Beiruter Erklärung als einen auf Rechten gegründeten weltweiten Aufruf an Menschen allen Glaubens, friedvolle Gesellschaften, die sich auf gegenseitigen Respekt gründen, zu fördern.

„Anstatt sich auf die theologischen und lehrmäßigen Unterschiede zu fokussieren, sucht die Beiruter Erklärung eine gemeinsame Basis aller Religionen und Glaubensrichtungen auszumachen, um damit die Würde und den Wert aller Menschen zu wahren“, sagte er.