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Am Dienstag, den 05. März 2019, entschied Nachlassrichter Frank Barger, dass Ryan Magers im Namen des abgetriebenen Fötus klagen darf.
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Ryan Magers klagt die Abtreibungsklinik „Women´s Center for Reproductive Alternatives“, zu Deutsch Frauenzentrum für alternative Reproduktion, in Huntsville, Alabama. Auch die Angestellten der Klinik und das Pharmazieunternehmen, das Medikamente für Abtreibungen herstellt, verklagt der potenzielle Vater, berichtet dailywire.

Im Februar 2017, vor etwa zwei Jahren, nahm die Abtreibungsklinik eine Abtreibung bei Magers damaligen Freundin vor, berichtet der Nachrichtensender WHNT 19. Ryan Magers bat seine Freundin inständig sein potenzielles Kind nicht abzutreiben, doch die Frau entschied sich für einen Schwangerschaftsabbruch in der sechsten Woche. „Baby Roe“ soll am 12. Februar 2017 gestorben sein.

Am 25. Jänner 2019 reichte Magers eine Petition beim Gericht im Bezirk Madison ein für die Rechte von „Baby Roes Nachlass“. Allerdings erkennt Magers an, dass „Baby Roe“ kein Testament hinterlassen hat oder einen Ehepartner, der Eigentum einklagen könnte. Trotzdem will er der rechtmäßige Nachlassverwalter des ungeborenen Kindes sein. Magers erklärt:

„Ich mache das für all jene Männer, die ihr Baby behalten wollen. Für mich ist es zu spät, aber ich kann die Situation für zukünftige, potenzielle Väter vielleicht ändern. Ich glaube, dass jedes Kind ab der Befruchtung ein Baby ist und das Recht hat, zu leben.“  

Meilenstein-Entscheidung

Am Dienstag, den 05. März 2019, entschied Nachlassrichter Frank Barger, dass Magers im Namen des Fötus klagen darf. Diese Entscheidung wird als Meilenstein gewertet. Die Abtreibungsklinik hat bis 01. April 2019 Zeit auf die Anklage zu antworten. Der Anwalt Brent Helms wird nun den Fötus, „Baby Roe“, vor Gericht repräsentieren. „Es ist das erste Mal, dass einem abgetriebenen Fötus Rechte zugesprochen werden“, sagte Helms dem Nachrichtensender WHNT 19. Der Anwalt wertet das “als Sieg”.

Im November 2018 änderte Alabama seine Verfassung: Ungeborene Kinder haben nun auch Rechte, wie das Recht auf Leben. Außerdem beginnt das Leben mit der Befruchtung. Die Gesetzesänderung wurde von 60 Prozent unterstützt. Damit wurde Alabama der erste Bundesstaat der USA, der Föten rechtlich als Personen anerkennt, in der sogenannten „fetal personhood clause“, zu Deutsch fötale Menschsein-Klausel.

Abtreibungsbefürworter

Abtreibungsbefürworter sehen den Fall kritisch. Präsidentin der Organisation NARAL „Pro Choice“ Ilyse Hogue tweetete: „Sehr beängstigender Fall.“ Gegenüber VICE News begründete Aktivistin Elizabeth Nash ihre Sorge damit, dass auch Fehlgeburten oder sogar Schwangerschaften an sich kriminalisiert werden könnten.