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Der Advent erinnert uns eine Freude die im Leben standhält.
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<p>Gerade noch schien unser Leben in bester Ordnung, doch dann wirft eine unschöne Begebenheit uns plötzlich aus der Bahn. Und Ehe wir uns versehen, ist von der Freude keine Spur mehr. Der Advent erinnert uns an eine Freude, die unabhängig von unseren Lebensumständen ist. Mit dieser Freude hat sich Axel Kühner beschäftigt.

Eine Frau kommt aufgebracht zu mir und sagt: „An einen barmherzigen Gott im Himmel Glaube ich auch, aber dass Sie immer von Jesus reden… - den brauch ich nicht!“ Als die Frau mir das sagte, war in Hessen gerade das furchtbare Grubenunglück in Borken-Stolzenbach passiert. Männer erlebten unter Tage eine furchtbare Explosion. Die ganzen Grubenwehren aus Deutschland kamen angerückt und versuchten eine atemberaubende Bergungsaktion. Nach drei Tagen stellte man fest, dass sich sechs der Bergleute in einen ganz entfernten Stollen hatten retten können. Sie lebten dort in einer Luftblase eingeschlossen, die Stollen waren verschüttet und die Männer am Ende. Man hörte ihre Klopfzeichen und dann begann man zu messen, zu rechnen, zu orten und zu sondieren, man brachte eine Probebohrung mit einem Mikrofon runter und Medikamenten und dann begann die Rettungsbohrung bis zu den Verschütteten.

Ich glaube, wir können uns nicht vorstellen, was diese Männer dort an diesen drei Tagen und Nächten an Ängsten, Einsamkeit, Hoffnungen und Enttäuschungen, Gefühlen und Leidenschaften erlebt und erfahren haben. Sie waren sozusagen lebendig begraben. Mit einer tiefen Lebenssehnsucht im Herzen tief im Schacht, den Tod vor Augen. Sie hatten sich gegenseitig und konnten sich trotzdem nicht selbst helfen, sich nicht selbst geben, was sie brauchten - nämlich die Freiheit. Sie haben ihre Tränen gemischt und ihre Einsamkeit geteilt, aber keiner konnte den anderen helfen – das wurde erst möglich, als die Retter kamen.

Ich fragte die Frau, wie diese Leute wohl ausgesehen haben? Dreckig, verschwitzt, diese Bergleute dort unten. „Wissen Sie“, habe ich der Frau gesagt“, das ist der Grund, warum wir von Jesus reden. Zu einem barmherzigen Gott im Himmel kommen wir ja gar nicht, wenn er nicht in seiner Liebe zu uns herunterkommt, da wo wir gerade festsitzen.“

Ich weiß nicht, wo sie gerade sitzen, in welchem Dunkel, welcher Höhle der Angst, oder Kammer der Einsamkeit oder in welcher Trauer, welchem Glück, aber ich weiß, dass Gott sich aufgemacht hat und er uns in Jesus so nah kommt, dass er uns hautnah, lebensnah, situationsnah, erdennah geworden ist. Das ist die Botschaft von Weihnachten. Dass er uns wirklich in seiner ganzen Liebe begegnet. Das ist auch der Grund, warum Jesus am Kreuz nicht ästhetisch und appetitlich war, aber voller Liebe. So wie die Retter des Grubenunglücks. Die haben vielleicht auch nach Schweiß gerochen und waren Blut verschmiert, vom Staub des Stollens und der tief unter die Erde geführten Bohrung beschmutzt. Aber können wir uns vorstellen, dass einer der Männer an dem Dreck und dem Schweiß und dem Gestank der Retter Anstoß genommen hätte? Nein, die Eingeschlossenen waren froh, dass endlich einer kam und sie rausgeholt hat.

Wissen Sie, das ist die Botschaft des Advents. Paulus sagt: „Der Herr ist nahe.“ Diesen Satz legt er wie einen Kranz auf den Tisch – man könnte es den „Adventskranz“ nennen: „Der Herr ist nahe.“ Das legt Paulus einfach auf den Tisch und sagt: „Jesus ist deswegen gekommen, damit er uns Menschen nah ist, da, wo wir wohnen, in der Angst, in der Gebrochenheit, in der Menschlichkeit, in der Erdenverhaftung, dort, wo wir leben, in den ganzen Schwierigkeiten, in den Beziehungen, in den Konflikten – weltweit und in Haus und Familie, dort ist Jesus hereingekommen. Das ist unsere Hoffnung.“ So wie der GRÜNE Adventskranz ein Sinnbild der Hoffnung ist und das Grün der Tannenzweige die Hoffnung symbolisiert, so ist der Kranz auch ein Zeichen des Sieges. Gott ist nicht im Unerreichbaren geblieben. Die Bibel sagt: „Gott wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann.“ (1. Timotheus 6, 16). Aber er kam in seiner Barmherzigkeit zu uns und zwar so nah in unser Leben hinein, in unsere Häuser, in unsere Beziehungen, unseren Alltag, unseren Beruf und in unsere Gesellschaft, in die Familie, in die Völkerwelt, in die kleinen und großen Dinge des Lebens und in die weltweiten großen Bezüge und Schwierigkeiten.

„Der Herr ist nahe.“ Das sagt der Kranz auf dem Tisch. Alles wird Licht wie die Kerzen auf diesem Kranz, wenn sie angezündet werden, von dieser wunderbaren Botschaft spricht der Advent: Der Herr ist nahe!