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Enthalten alle Religionen ein kleines Stück der Wahrheit?
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Wahrscheinlich kennen Sie die Geschichte von den „Sechs blinden Männern und dem Elefanten“. Eine Gruppe von sechs blinden Männern steht vor einem Elefanten und möchte begreifen, worum es sich bei dem Tier handelt. Dabei greift jeder nach einem anderen Körperteil des Tieres. Der eine nach einer Flanke, der andere nach einem der Stoßzähne, ein dritter nach einem Ohr und ein vierter nach dem Schwanz. Anschließend tauschen sie ihre Erfahrungen aus und vergleichen, was sie ertastet haben. Dabei stellen sie fest, dass jeder von ihnen etwas völlig anderes ertastet hat. Was will uns die Geschichte sagen? Sie will uns sagen, dass wir alle in unserer „Blindheit“ im Dunkeln stehen und überhaupt nicht in der Lage sind, die Wahrheit zu erkennen. Denn je nachdem, welche Perspektive wir einnehmen, ertasten wir entweder den einen oder den anderen Teil der Wahrheit, aber nie das Ganze. Immer wieder wird argumentiert: Genauso stelle jede Weltanschauung und jede Weltreligion immer nur einen Teil der Wahrheit dar. Deshalb sei es auch müßig, darüber zu streiten, was die Wahrheit ist, weil wir ohnehin immer nur einen Teil davon erkennen. Aber stimmt das? Ist es tatsächlich so, wie diese Geschichte es uns erzählt?

Der im Jahr 2020 verstorbene, sehr erfolgreiche Verleger und Autor Dr. Ingo Resch spricht im Thema-des-Monats-Podcast des ERF Südtirol davon, dass von unserem Weltbild und unserem Glauben nicht nur die Gestaltung unseres persönlichen Alltags abhängt, sondern auch unser Menschenbild. Und unser Menschenbild wiederum bestimmt unser Handeln anderen gegenüber. Leben steht immer in einem größeren Zusammenhang. Schließlich stehen wir mit anderen Menschen in einer Beziehung und tragen auch Verantwortung dafür. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns Gedanken darüber machen, welchen Weltanschauungen oder Religionen wir unser Vertrauen schenken.

Viele Weltanschauungen zielen auf homogene Strukturen ab. Da geht es um Einheit, Gleichheit und Konformität. Dieses Denken finden wir in fast allen politischen Bewegungen. Im Kommunismus, Sozialismus, aber auch in der Frauenbewegung, der Gender-Debatte und nicht zuletzt auch im Kampf um die „Gleichheit der Geschlechter“; immer geht es darum, dass Menschen dazu aufgefordert werden, gleich zu denken und zu handeln. Dieses Gedankengut findet sich aber auch in den verschiedenen Religionen. Im Hinduismus, Buddhismus und ganz besonders im Islam. Alle diese Religionen sehen die Menschheit in erster Linie als Gruppe von Personen, die es „gleichzuschalten“ gilt. Wo Menschen aber gleichgeschaltet werden, geht der Wert des einzelnen verloren. Was zählt, ist die Religionsgemeinschaft, die Verwandtschaft, das Volk. Das gibt dem einzelnen seine Identität.

Was sagt nun die Botschaft der Bibel dazu? Sieht sie den Menschen anders? Ja - die Bibel sieht jeden einzelnen Menschen als Individuum. Jeder von uns ist in seiner Einmaligkeit von Gott geschaffen und zwar nach dem Bilde Gottes, begabt, von Gott gewollt und geliebt. Darin zeigt sich bereits ein völlig anderes Menschenbild. Es zeigt aber auch, was für ein ehrliches Interesse Gott, der Schöpfer, an jedem von uns hat. Aber es kommt noch etwas dazu. Jeder von uns ist aufgerufen, eine lebendige Beziehung zu Gott, dem Schöpfer, einzugehen und sein Leben mit Gott so zu leben, wie ein Kind mit seinem Vater. Alles, was in den westeuropäischen Ländern an Entwicklung und Erfolgen seit Jahrhunderten zu sehen ist, geht auf diese Einmaligkeit des Einzelnen zurück, auf die Überzeugung, dass Gott uns als Individuen sieht und liebt. Diese Individualität ist eine der wesentlichen Grundlagen der Entwicklung in unseren Ländern.

Wer könnte da noch sagen, dass alle Religionen gleich sind? Weltanschauungen und Religionen unterscheiden sich so stark, dass es undenkbar ist, dass sie aus einer Quelle stammen. In Weltreligionen wie dem Islam zählt das Individuum so gut wie nichts. Was zählt, ist die Religionsgemeinschaft, die Verwandtschaft, das Volk. Im Hinduismus ist es das Kastenwesen, das wichtiger ist als jede Form der Würde des Einzelnen. Der Buddhismus geht sogar so weit, dass die Leidenschaft und Kreativität des Menschen abgetötet werden soll.  

Menschen sind unheilbar religiös! Dieser Satz wird oft zitiert und er stimmt. Warum aber entscheidet sich dennoch die Mehrheit der Menschen gegen den Gott der Bibel? Warum lehnen so viele den einen allmächtigen und ewigen Gott der Bibel ab und wenden sich den Religionen zu? Weil viele noch immer nichts anderes kennen? Wahrscheinlich. Viele jedoch, die sich selbst als religiös bezeichnen, sind aber auch nur zu stolz, sich Gott anzuvertrauen und sein Angebot der Errettung anzunehmen. Sie möchten sich ihren Zugang zu Gott selbst „verdienen“ oder „erkaufen“ – und dabei hilft ihnen die Religion. Aber ist das nicht töricht? Gott will nämlich gar nicht unsere Leistung. Das wird uns an mehreren Stellen der Bibel mehr als deutlich gesagt. Er will unsere Liebe, unser Herz.

In diesem Punkt unterscheidet sich die Botschaft der Bibel von allem anderen, was wir als Religion oder Weltanschauung kennen. Nur die Bibel geht davon aus, dass der Mensch in seinem Innersten verdorben ist, befallen von der „Erbsünde“ und dass er deshalb erlöst werden muss. Jeder Mensch, so sagt uns die Bibel, braucht nichts dringender als Gottes Errettung und Vergebung. Deshalb ist Jesus Christus in diese Welt gekommen, um uns zu erlösen. Er hat uns den Weg frei gemacht zu Gott, dem Vater. Wenn ein Mensch zu Jesus Christus kommt und Christ wird, geht es nicht darum, dass er bestimmte Leistungen erbringt oder Regeln befolgt, sondern dass er sein Herz öffnet, seine Schuld bekennt, die Hilfe annimmt, die Gott ihm in Jesus Christus anbietet und dadurch frei wird.

„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“, so sagt Jesus es von sich selbst in der Bibel. „Niemand kommt zum Vater, außer durch mich.“ Im Grunde brauchen wir uns über die verschiedenen Religionen und Weltanschauungen überhaupt keine Gedanken zu machen. Jesus allein ist der Weg zu Gott. Wer also behauptet, die Bibel und die Lehren von Jesus entsprächen nicht der Wahrheit, der muss zuerst beweisen, dass alles, was Jesus in die Welt gebracht hat, nicht aus der Wahrheit kommt. Denn solange all das, was Jesus in die Welt gebracht hat, aus der Wahrheit ist, kann keiner behaupten, dass nicht auch dieser Anspruch Jesu die Wahrheit ist, von dem er selbst spricht, wenn er sagt: „Niemand kommt zum Vater, außer durch mich!“.

Näheres dazu hören Sie im Podcast. Es ist der erste Teil einer Reihe zum Thema „Weltreligionen und die Lehre der Bibel“ mit Dr. Ingo Resch im ERF Südtirol.