page-header
Der Heilige Geist wird in der Bibel oft als Taube beschrieben, doch was es damit auf sich?
Anzeige

Wer mit offenen Augen durch Kirchen geht, wird bemerken, dass auf den kunstvollen Wandmalereien und den bunten Glasfenstern oft das Symbol der Taube zu sehen ist. In der Bibel wird uns davon berichtet, was es damit auf sich hat. Wir lesen davon z. B. in dem Bericht über die Taufe Jesu im Matthäusevangelium, Kapitel 3, Vers 16. Es heißt dort: "In dem Augenblick, als Jesus nach seiner Taufe aus dem Wasser stieg, öffnete sich über ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen." Doch warum kam der Heilige Geist ausgerechnet in Form einer Taube auf die Erde begab? Dazu hat der langjährige Seelsorger und bekannte christliche Buchautor Richard Kriese sehr vieles zu sagen. In der aktuellen Ausgabe des Thema-des-Monats-Podcasts von ERF Medien Südtirol geht er in seinem Vortrag ausführlich darauf ein und kommt dabei auf Eigenschaften des Heiligen Geistes zu sprechen, die dem Symbol der Taube sehr nahe kommen.

Tauben haben z. B. einen ausgezeichneten Orientierungssinn. Deshalb wurden sie auch seit der Antike bis in DIE ZEIT des ersten Weltkriegs hinein als Übermittler von Nachrichten und Briefen eingesetzt. Tauben nutzen dazu den schnellstmöglichen Weg und schaffen Strecken von über 1000 Kilometer Entfernung. Die Taube symbolisiert deshalb sehr gut, dass der Heilige Geist den Menschen Orientierung geben will. Er zeigt uns den Weg zurück zum Vaterhaus Gottes. Wenn ein Mensch sich bewusst für ein Leben mit Jesus Christus entscheidet, bleibt der Heilige Geist als ständiger Begleiter bei ihm und hilft ihm, sich treu mit Gott und seinem Wort zu beschäftigen und dadurch zurückzufinden zu seines Vaters Haus im Himmel.

Tauben sehen wir meist in kleineren oder größeren Gruppen zusammen. Sie sind also keine Einzelgänger, sondern lieben die Gemeinschaft mit ihren Artgenossen. Der Heilige Geist ermahnt und ermutigt uns, in unserem Leben als Christ großen Wert auf die Gemeinschaft mit anderen Christen zu legen. Er möchte nicht, dass wir allein bleiben und verloren gehen, sondern dass wir Austausch mit anderen haben, die genauso wie wir auf dem Weg zu Gott unterwegs sind.

Allgemein bekannt ist die Taube auch als Symbol des Friedens. Jesus sagte: "Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht" (Johannes 14,27). So will der Heilige Geist uns inneren Frieden geben und dadurch Ruhe und Ordnung in unser Leben bringen. Dabei geht es um einen mehrfachen Frieden in unserem Leben: Frieden mit Gott, mit unseren Mitmenschen und Frieden über unsere Lebensverhältnisse und unsere Vergangenheit. Deshalb ist es so wichtig, dass wir dem Heiligen Geist Raum geben in unseren Herzen, damit er die Voraussetzungen in uns schaffen kann, dass dieser Friede in uns bleibt. Viele von uns sind so in ihrer Arbeit, ihrer Familie oder in ihren Freizeitaktivitäten verstrickt, dass sie überhaupt nicht mehr zur Ruhe kommen. Wenn dann auch noch die Unterhaltung der Medien und die vielen Ablenkungen dazu kommen, wird unsere Seele so in Beschlag genommen, dass für Gott überhaupt keine Zeit mehr bleibt. Die Folge davon ist, dass wir nicht mehr zur Ruhe kommen. Die Angebote der Welt werden so laut, dass wir die leise Stimme des Heiligen Geistes gar nicht mehr hören.

Das hängt auch damit zusammen, der der Heilige Geist sich im Herzen eines Menschen nie aufdrängt, sondern immer nur sehr zurückhaltend spricht. Deshalb ist es gut, wenn wir uns ganz bewusst Zeit dafür nehmen, still zu werden, in Gottes Wort lesen, zu ihm, unserem Schöpfer, beten und dann warten, was der Heilige Geist uns zu sagen hat. Vielleicht will er uns auf Dinge in unserem Leben aufmerksam machen, die ausgeräumt oder geändert werden müssen. Vielleicht will er uns vor falschen Entscheidungen warnen, uns helfen und beschützen. All das kann niemand sonst so gut, wie der Heilige Geist. Deshalb: Nehmen Sie sich Zeit, geben Sie dem Heiligen Geist Raum in Ihrem Herzen und Sie werden viel Gutes erleben und Frieden erlangen, wie Sie sich ihn schon immer gewünscht haben.

 Näheres dazu hören Sie im Podcast. Es ist der dritte Teil einer Reihe zum Thema „Pfingsten und seine Folgen“ mit Richard Kriese im ERF Südtirol.