page-header
Ungerechtigkeit macht sich häufig schon im Stadtbild bemerkbar.
Anzeige

„Das ist unfair!“ – Wer hat diesen Satz nicht schon mal gehört oder selbst gesagt? Eltern und Lehrer hören ihn immer wieder. Kinder beschweren sich oft schnell, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen. Wenn eines nicht darf, was seine Geschwister vielleicht dürfen oder es nicht hat, was seine Freunde haben, so wird das oft schon als unfair empfunden. Es sind aber nicht nur die Kinder, die sich nach Gerechtigkeit sehnen, auch als Erwachsene können wir Ungerechtigkeiten oft nur sehr schwer ertragen. Wenn in manchen Ländern Unmengen von Lebensmitteln weggeworfen werden, während in anderen Menschen verhungern, so ist das eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit. Als Ungerechtigkeit wird aber auch empfunden, wenn Kinder inmitten von Kriegen und Gewalt auf die Welt kommen oder Frauen für ihre Arbeit weniger an Gehalt bekommen als ihre männlichen Kollegen. Aktivisten setzen sich dafür ein, dass Benachteiligten geholfen wird, unschuldig Bestrafte freigelassen und grundlegende Menschenrechte gewährleistet werden. Das alles geschieht, weil sehr viele Menschen ein starkes Gerechtigkeitsempfinden haben.

Von daher ist es verständlich, wenn Menschen diese Gerechtigkeit auch von Gott erwarten und vielleicht sogar fordern. Die Frage, die gestellt wird, ist: „Wie konnte Gott das zulassen?“ Wenn Krieg und Naturkatastrophen über uns Menschen hereinbrechen oder wehrlosen Kindern Gewalt angetan wird, Menschen, die uns nahestehen, bereits in jungen Jahren aus ihrem Leben gerissen werden - immer stellen wir uns diese Frage nach der Gerechtigkeit Gottes. Wie kann es sein, dass der Gott, der sich uns in der Bibel als der gerecht vorstellt, und diese Gerechtigkeit auch von uns einfordert, ein solches Unrecht zulässt? Müsste er nicht all das komplett verhindern? Im Grunde ja. Aber stellen Sie sich einmal vor, was es bedeuten würde, wenn Gott dauernd gegen das Böse einschreiten würde. Wenn alles Leid, jede Lüge, jeder Schmerz und auch jeder Missbrauch, alles Lästern und Verletzen, jeder Diebstahl und jeder Betrug von Gott sofort bestraft würde. Müsste Gott dann nicht auch gegen jeden von uns vorgehen und uns bestrafen? Wahrscheinlich schon. Vor allem müsste er ständig die bestrafen, die all das ohne Skrupel tagtäglich tun. Aber was hätte das alles zur Folge? Müssten wir uns vor diesem Gott dann nicht ununterbrochen fürchten? Und würden wir uns dadurch nicht noch mehr von Gott entfernen, als wir es ohnehin schon sind? Wahrscheinlich ja.

Sehen Sie, so schwierig ist das mit uns Menschen. Wir würden vielleicht krampfhaft versuchen, ein gutes Leben zu führen, um Gottes Erwartungen zu erfüllen. Vielleicht würden wir voller Angst immer wieder darauf schielen, nur ja keinen Fehler zu begehen. Was aber wäre das für ein Leben unter diesem ständigen „Leistungsdruck“! Wenn wir aber in die Geschichte der Kirche schauen, finden wir aber genau diese Situation. Menschen wurden durch psychischen Druck dazu gezwungen, zu Spenden und zu beten, Gottesdienste zu besuchen und zu Fasten, bis nichts mehr von dem befreienden Glauben übrig war, von dem die Bibel spricht. Sie engagierten sich zwar sozial und vollbrachten viel Gutes, doch leider geschah vieles auch unter moralischem Zwang. Als die Menschen dann anfingen, die Bibel zu lesen, begannen sie erst zu begreifen, dass es nie darum ging, sich den Himmel durch Ablass oder guten Taten zu erwerben. Inzwischen sind immer mehr Menschen darum bemüht, zu verstehen, was die Bibel uns sagt, wenn sie von Gnade, Erlösung und der Freiheit des Menschen spricht. Durch Jesus wissen wir, was wirklich nötig ist, um vor Gott, der Gerechtigkeit liebt und Unrecht hasst, zu bestehen.

In der Bibel wird uns geschildert, wie Abraham von Gott gerecht gesprochen wurde. Nicht, weil er besonders hilfsbereit oder gut gewesen wäre. Nein, es heißt in diesen Versen der Bibel schlicht: „Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit an“ (Vgl. 1. Mose 15,6). So zeigt uns die Bibel, dass es für uns alle letztlich nicht darauf ankommt, dass wir ein perfektes Leben führen, sondern dass wir Gott glauben. Gott erwartet nicht, dass wir alle perfekt sind. Aber er erwartet, dass wir ihm glauben und Vertrauen und dadurch Schritt für Schritt mehr erkennen, von Jesus Christus lernen und ihm gehorchen, um freie und glückliche Menschen zu werden. Gott weiß, dass wir nicht in der Lage sind, vollkommen sündlos zu leben. Deswegen fordert er uns auf, im Glauben an Jesus, seinen Sohn, zu leben, um durch ihn Befreiung zu erleben und in den Genuss der Erlösung zu kommen. Glauben macht uns gerecht. Diese Nachricht klingt einfach und ist dennoch die eigentliche Kernaussage der Bibel. Und noch eines: Gott verspricht jedem, der an ihn glaubt, ewiges Leben. Weil Jesus die Strafe für unsere Schuld schon getragen hat, ist es Gott möglich, gnädig und vollkommen gerecht zugleich zu sein. Ist das nicht großartig? Wir müssen es nur annehmen. Das ist, was Gott von uns erwartet - dass wir sein Angebot der Vergebung annehmen, Jesus Christus glauben und vertrauen und dadurch Kinder Gottes werden, wie die Bibel es uns verspricht.

Näheres dazu hören Sie im Podcast. Es ist der zweite Teil einer Reihe zum Thema „Von der Gerechtigkeit Gottes“ mit Hans-Joachim Eckstein im ERF Südtirol.