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Island gehört laut Umfragen zu den Ländern mit den glücklichsten Bewohnern.
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„Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.“ – Dieser bekannte Spruch klingt interessant und verführerisch zugleich. Wie aber sieht es in Wirklichkeit aus? Staaten, in denen die Gesellschaft von einem starken Individualismus geprägt ist, sind wirtschaftlich tatsächlich stark, politisch einflussreich und mächtig. Beispiele dafür sind nicht zuletzt Amerika und unsere westeuropäischen Staaten, die bis heute wirtschaftlich führend sind. Arabische oder auch südamerikanische Länder hingegen, in denen Familie und Verwandtschaft an erster Stelle stehen, liegen da oft noch weit zurück. Wo aber sind Menschen glücklicher oder zufriedener? Diese Frage müssen wir uns stellen. Dazu gibt es übrigens eine Reihe von Untersuchungen, die uns aufhorchen lassen.

Glück“, so sagt der Reise-Journalist Eric Weiner, „ist etwas Soziales.“. In den Ländern, in denen es zuerst ums (Über-)Leben geht, müssen Menschen oft viel stärker zusammenhalten. Das hängt z. B. in diesen südamerikanischen Ländern vielfach mit den erschwerten Umweltbedingungen zusammen. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist Island. Der kleine Inselstaat zählt seit Jahren zu den Ländern, deren Bewohner, laut Umfragen, am glücklichsten sind. Warum? Immerhin leben die Menschen in diesem Land, aufgrund der geographischen Lage nahezu sechs Monate des Jahres in Dunkelheit. Wie können sie glücklicher sein als andere? Die Antwort darauf ist einfach; es ist tatsächlich die Gemeinschaft und der Zusammenhalt, aus denen dieses Glück erwächst.

In der aktuellen Ausgabe des Thema-des-Monats-Podcasts von ERF Medien Südtirol spricht Prof. Dr. Hans-Joachim Eckstein davon, dass wir als Menschen eigentlich nicht für den Individualismus geschaffen sind, sondern für die Gemeinschaft. Individualismus passt auch nur bedingt zum biblischen Menschenbild. Immerhin lesen wir in der Bibel davon, dass Adam sich ohne Eva nicht so besonders wohl fühlte, und dass selbst die Schöpfung von Gott erst dann als vollkommen empfunden wurde, als Eva geschaffen war. Wir sind eben auf Beziehung hin geschaffen. Die Bestimmung des Menschen ist nicht, dass er sich allein, sondern dass er sich in einem „Wir“ entfaltet.

Ganz besonders trifft das auf unsere Beziehung zu Gott, unserem Schöpfer, zu. Es gibt viele Stellen der Bibel, in denen wir einen klaren Hinweis darauf finden, dass wir auf die Beziehung zu Gott hin geschaffen wurden und dass wir uns auch deshalb erst dann richtig wohl und zuhause fühlen können, wenn wir Gott kennen und spüren, wie unsere Beziehung zu ihm wieder intakt ist. Wieder hergestellt wird unsere Beziehung zu Gott, unserem Vater im Himmel, durch Jesus Christus, dem Retter der Welt, den Gott dazu auf die Erde geschickt hat, um uns mit ihm zu versöhnen. Erst wenn wir diesen Schritt der Versöhnung mit Gott in unserem Leben getan haben, wächst in uns das Gefühl, angekommen zu sein. Vorher dagegen sind wir überzeugt, gut allein zurecht zu kommen und leben dementsprechend. Dass wir Gott brauchen, ist vielen von uns nicht bewusst. Dennoch ist es eine Tatsache, die wir früher oder später zur Kenntnis nehmen müssen, weil wir nicht daran vorbeikommen, auch wenn wir lange Zeit versuchen alles, was uns an Gott erinnert, zu verdrängen. Doch das geht nicht für immer. Irgendwann ist dieser Weg der Verdrängung vorbei - spätestens am Tag unseres Todes, wenn wir mit der Tatsache unserer Endlichkeit konfrontiert werden und vor der Begegnung mit Gott stehen.

Was wir auf diesem Weg völlig übersehen, ist ein Satz der Bibel, wo es heißt: „Gott die Liebe!“ Denn wenn Gott Liebe ist, warum laufen wir ein Leben lang vor ihm davon? Warum? Zwar versuchen viele, Gott durch gute Taten oder besondere Leistungen zu beeindrucken; aber Gott will doch nicht in erster Linie unsere guten Taten, er will uns – und das heißt, unsere Liebe zu ihm. Das ist auch unter uns Menschen so. Wer liebt, will als Antwort auf seine Liebe nicht irgendeine gute Tat. Er will Liebe, nicht Aktivismus. So will auch Gott nicht in erster Linie unsere Kraft, unsere Zeit oder unser Geld, sondern unsere Liebe. Wenn es darum ginge, dass wir uns den Himmel „verdienen“ müssten, wäre sicher keiner von uns gut und fleißig genug, dieses Ziel zu erreichen. Vor allem dann nicht, wenn wir unsere Abhängigkeit von Gott leugnen und versuchen sie durch eigenes Tun zu kaschieren. Jeder Versuch „gut“ zu sein oder uns durch unsere Werke und Leistungen hervorzutun, ist letztlich ein Versuch, ohne Gott „genug“ zu sein. Doch dieser Versuch muss misslingen - weil wir alle uns selbst nie genug sind. Nur im „Wir“ können wir überwinden, indem wir in der Beziehung zu Gott unsere Erfüllung finden. 

Näheres dazu hören Sie im Podcast. Es ist der erste Teil einer Reihe zum Thema „Von der Gerechtigkeit Gottes“ mit Hans-Joachim Eckstein im ERF Südtirol.