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Die Golanhöhen gehören zu den Gebieten, in denen der Siedlungsbau Israels umstritten ist.
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Israels Siedlungspolitik wird immer wieder scharf kritisiert. Sowohl der Internationale Gerichtshof als auch die Vereinten Nationen bezeichnen den Siedlungsbau auf dem vom israelischen Staat besetzten Land als „illegal“. Doch ist er das tatsächlich? In der aktuellen Ausgabe des Thema-des-Monats-Podcasts von ERF Medien zeigt sich der Nahostexperte und Buchautor Johannes Gerloff erstaunt darüber, wie wenig diese ganze Thematik bei uns in Europa hinterfragt wird. Es scheint, als würden die meisten Menschen die Berichte in den Medien einfach ungefiltert bejahen und sich auch überhaupt nicht die Mühe machen, Informationen einzuholen und sich eine eigene Meldung zu bilden.

Laut Genfer Konvention wäre es zwar illegal, die eigene Bevölkerung in besetzte Gebiete zu transferieren oder zu deportieren. Aber genau das ist in Israel ja eben nicht der Fall. Die Siedler ziehen nicht auf Geheiß der Regierung in die besetzten Gebiete, sondern aus freien Stücken. Das Völkerrecht kann ja wohl kaum reglementieren, wo die Zivilbevölkerung eines Landes sich niederlässt. Hinzu kommt, dass es zum Thema Siedlungsbau in der israelischen Politik selbst keine klare Linie gibt. Benjamin Netanjahu wird z. B. von den westlichen Medien häufig dafür kritisiert, dass er für den Siedlungsbau wäre. Tatsache aber ist, dass in seiner Regierungszeit die allerwenigsten Siedlungen errichtet wurden. Während in der Regierungszeit von Ehud Barak, der in der europäischen Politik stets sehr positiv bewertet wurde, sind hingegen sehr viele Siedlungen gebaut wurden.

Wer sich die Fakten dazu genauer ansieht, kann verstehen, dass Johannes Gerloff, der das Geschehen direkt vor Ort mitbekommt, darauf besteht, dass wir uns die Fakten genauer ansehen und politische Statements hinterfragen. Es gibt in unserer Zeit genügend Quellen, durch die wir uns selbst eine eigene Meinung bilden können. Eine dieser Quellen ist www.israelheute.com. Diese Webseite liefert die Informationen, was andere gerne verschweigen. Dass europäische Politiker sich anmaßen, Mittel und Wege zu kennen, den Nahostkonflikt zu lösen, ist ohnehin vermessen. Viel besser wäre es, wenn wir uns allgemein in die Lage der Menschen vor Ort versetzen und versuchen zu verstehen, vor welchen enormen Herausforderungen Israel in der Zeit seit seiner Staatsgründung steht und wie er trotz allem zu einem so blühenden Land werden konnte.

Privatpersonen ihr Land wegzunehmen, wäre den Juden ohnehin nie gestattet, auch wenn Gott ihnen das ganze Land Israel als Erbe verheißen hat. Schon im Alten Testament lesen wir über Abraham, dass er das Land, das Gott ihm versprochen hat, rechtmäßig erwerben musste. Das Land, ja die ganze Erde, gehört Gott, dem Schöpfer, so heißt es bereits auf den ersten Seiten der Bibel. Er ist es, der Teile davon den Menschen zur Verfügung stellt, der aber gleichzeitig der ist, der allein Besitzansprüche daran hat. Gott entscheidet, wem er welches Land oder welches Gebiet der Erde überlässt. Eine aggressive Expansionspolitik wäre deshalb schon von vorneherein ausgeschlossen. Anders ist es, wenn Juden sich ein Stück Land kaufen, so ist es ja auch vielfach geschehen: Jüdische Menschen kauften sich Grundstücke in Israel und begannen darauf Häuser zu bauen, Betriebe anzusiedeln und das Land zu bebauen.  

Gläubigen Juden ist sowohl Land als auch Leben heilig, denn beides kommt nach jüdischem Verständnis von Gott, dem Schöpfer allen Lebens. Im direkten Vergleich ist das Leben eines Menschen jedoch wichtiger als das Land. Deshalb gilt: Wenn Menschenleben dadurch gerettet werden können, muss Land abgetreten werden. Allerdings hat Israel mit dieser „Land-für-Frieden“- Theorie in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder sehr schlechte Erfahrungen gemacht, sodass dieses Bemühen kläglich gescheitert ist. Inzwischen können Juden auch gar nicht mehr daran glauben, dass diese Theorie dem Land Frieden bringt.

Näheres dazu hören Sie im Podcast. Es ist der vierte Teil einer Reihe zum Thema „Israel – Zeiger an der Weltenuhr“ mit Johannes Gerloff im ERF Südtirol.