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In stürmischen Zeiten brauchen wir einen festen Grund, auf dem wir stehen können.
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„Was ist Wahrheit?“ – Der römische Stadthalter Pontius Pilatus stellte diese Frage Jesus, kurz bevor er ihn kreuzigen ließ. Bis heute beschäftigt uns diese Frage. Besonders in Bereichen wie der Philosophie oder der Literatur und manchmal vielleicht auch in der Politik. Der bedeutende britische Schriftsteller George Orwell hat in seinem vielzitierten dystopischen Roman „1984“ ein düsteres Bild davon gezeichnet, wie ein Staat in der Zukunft die Wahrheit verdrehen und Bürger systematisch manipulieren und belügen könnte. „Freiheit ist die Freiheit zu sagen, dass zwei plus zwei vier ist.“ Das ist einer der Schlüsselsätze dieses Romans. Es bedeutet, die Wahrheit zu kennen und sie auch äußern zu dürfen – das ist Freiheit.

In den letzten Jahrzehnten haben wir immer wieder auf erschreckende Weise feststellen müssen, wie nahe Orwells Prognosen der heutigen Wirklichkeit kommen. Einerseits wird besonders in unserer westeuropäischen Gesellschaft sehr viel Wert auf Meinungsfreiheit und Pluralismus gelegt. Andererseits werden in den Medien immer wieder nicht hinterfragbare „Wahrheiten“ propagiert, so dass Kritiker bereits von einer „Meinungsdiktatur“ sprechen. Die öffentliche Meinung wird jedenfalls stark von dem geprägt, was wir lesen, sehen und hören. Doch während Europa sich mit den Werten der Aufklärung brüstet, verlieren seine Bewohner immer mehr die Fähigkeit zu klarem Denken.

Kurt Schneck, der Referent der aktuellen Ausgabe des Thema-des-Monats-Podcasts von ERF Medien Südtirol, bringt es treffend auf den Punkt, wenn er sagt: „Ein Europa ohne Gott verliert die Fähigkeit zur Wahrheit.“ In den letzten Jahren hat sich ein neuer Begriff für diese Entwicklung etabliert: Man spricht vom „postfaktischen Zeitalter“. Dabei geht es, wie Schneck betont, nicht nur um einen Verlust der christlichen Wahrheit, sondern vielmehr um den Verlust des „Prinzips Wahrheit“. Denn es ist inzwischen für die meisten Menschen längst nicht mehr sicher, ob es so etwas wie absolute Wahrheit überhaupt gibt. Stattdessen sind viele der Meinung, dass alles relativ und vor allem subjektiv ist. Man geht davon aus, dass jeder Mensch so viele persönliche Prägungen und Erfahrungen in seine Überlegungen mit einbezieht, dass er gar nicht in der Lage ist, Umstände, Geschehnisse oder auch Aussagen objektiv wahrzunehmen und wiederzugeben.

Dass wir immer mehr die Fähigkeit verlieren, absolute Wahrheiten zu erkennen und uns auch klar dazu zu stellen, birgt leider auch große Gefahren. „Wenn wir nicht wissen, was Wahrheit ist, können wir auch nicht entsprechend handeln.“, warnt Kurt Schneck in seinem Vortrag im Thema des Monats des ERF, den er unter den Titel: „Abschied von der Wahrheit“ stellt. Die Abkehr vom Christentum schafft nicht, wie es so oft behauptet wird, einen größeren Horizont, sondern beschränkt uns auf unsere eigenen Gedanken und Bedürfnisse und macht uns blind und taub für zeitlose und allgemeingültige Wahrheiten.

Aber genau diese Wahrheiten sind es, die uns Halt und Orientierung geben, insbesondere in Schwierigkeiten, wie wir sie auch gerade in unserer Zeit wieder erleben. Wer sich hingegen auf die Wahrheiten der Bibel verlässt und auch dafür einsteht, der wird heute oftmals nur noch verlacht und nicht selten als „Fundamentalist“ abgestempelt. Die Frage ist allerdings, wer hier am Ende Recht behält. Kurt Schneck, der Referent des ERF, ist in seinem Vortrag jedenfalls der Meinung, dass jeder Mensch ein Fundament braucht. Einen festen Grund, auf dem er auch in den Stürmen des Lebens stehen kann. Diesen Begriff von einem „festen Fundament“ finden wir in der Bibel, wo Jesus Christus von dem Haus spricht, das allen Stürmen trotzt, weil es auf Felsen gebaut ist. Dieser Felsen ist Jesus Christus, der von sich selbst sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich“ (Johannes 14,6). Wer sich an diese Wahrheit klammert, der kann davon ausgehen, dass Gott hält, was er verspricht. Denn wie sagt Jesus an einer andere Stelle der Bibel? „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen“ (Matthäus 24,35). Wäre das nicht ein wirklicher Halt für unsere Zeit?

Näheres dazu hören Sie im Podcast. Es ist der fünfte Teil der Reihe: „Europa ohne Gott – Was bleibt von Europa, wenn das Christentum verschwindet?“ mit Kurt Schneck im ERF Südtirol