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In der Europäischen Union treffen unterschiedliche Weltanschauungen aufeinander.
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Europa hat Kriege und Revolutionen, Zerstörung und Wiederaufbau, Kolonialismus und Nationalismus hinter sich. Kein Wunder also, dass sich die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sich nicht ohne Schwierigkeiten auf gemeinsame Verträge oder eine gemeinsame Verfassung einigen können. Frankreich und die Niederlande haben sich in einem Referendum sogar dezidiert dagegen ausgesprochen. Einer der Streitpunkte dafür war der sogenannte „Gottesbezug“. Kirchen, wie Konservative Parteien aber auch stark katholisch geprägte Länder wie Polen legen nämlich großen Wert darauf, dass in der Präambel der Verfassung der EU der Name Gottes genannt wird. Durch einen solchen „Gottesbezug“ soll ausgesagt werden, dass die Regierung sich immer noch vor einer höheren moralischen Instanz verantworten muss. Gleichzeitig soll ein solcher Gottesbezug auch verhindern, dass es zu totalitären politischen Systemen kommt.

Viele europäische Staaten vertreten jedoch die Ansicht, dass ein solcher Gottesbezug nicht-religiöse Menschen diskriminiert und von der Gemeinschaft ausschließt. Sie sind der Ansicht, dass der Glaube eine persönliche Angelegenheit ist und keine Sache der Regierung. In dem später anstelle einer europäischen Verfassung vereinbarten Vertrag von Lissabon haben sich die Staaten der EU schließlich darauf geeinigt, lediglich von einem „kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe Europas“ zu sprechen. Viele bezeichneten das schon damals als Armutszeugnis und sehen das auch heute noch so. Aber so steht es nun mal im Vertragstext, den die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union am 13. Dezember 2007 unter portugiesischer Ratspräsidentschaft in Lissabon unterzeichnet haben und der dann am 1. Dezember 2009 in Kraft trat.

ERF Referent Kurt Schneck macht in der aktuellen Ausgabe des Thema-des-Monats-Podcast deutlich, dass das Fehlen dieses Gottesbezugs letztlich nur konsequent und ehrlich ist, denn Europa hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Gott der Bibel und den Werten des Christentums entfernt. Diese nüchterne Feststellung ist auf dem ersten Blick vielleicht für viele schmerzlich, doch sie entspricht der Wahrheit. Vieles mag auch darauf zurückzuführen sein, dass in der frühen Geschichte des Christentums mehr Wert auf „Christianisierung“ als auf „Missionierung“ gelegt wurde. Statt den Menschen eine persönliche, lebendige Beziehung zu Jesus Christus ans Herz zu legen und sie in einer echte Nachfolge Jesu zu schulen, wurden Menschen damals oft sogar gezwungen, sich auf dem Papier oder durch die Taufe zum Christentum zu bekennen. Deshalb kam es bei vielen natürlich zu keiner echten Überzeugung, sondern blieb bei einer losen Zugehörigkeit, wie das ja leider auch heute noch bei vielen in den sogenannten Volkskirchen der Fall ist. Deshalb ist es auch nur logisch, dass sich die nachfolgenden Generationen entweder ganz von diesem Glauben abwenden oder ihn zur leeren Tradition verkommen lassen.

Die moralischen Grundsätze und vor allem eine grundlegende christliche Weltanschauung gründet allerdings auf einer innigen Beziehung zwischen Gott und Mensch. Jesus selbst antwortet auf die Frage nach dem wichtigsten aller Gebote: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. Dies ist das größte und erste Gebot“ (Matthäus 22,37-38 und Lukas 10,27). Einer Gesellschaft, die sich aus Menschen zusammensetzt, die Gott nie persönlich kennengelernt haben und keine Beziehung zu ihm pflegen, lassen sich biblische Grundsätze ja nicht ohne weiteres begreiflich machen. Es setzt voraus, dass zumindest die wichtigsten Zusammenhänge verstanden und mitgetragen werden. Darunter fällt zum Beispiel diese Wahrheit der Bibel: Gott wurde Mensch, nahm die Schuld der ganzen Menschheit auf sich und ermöglicht uns dadurch, dass die Gemeinschaft des Menschen mit ihm, dem heiligen Gott, wiederhergestellt werden kann. Voraussetzung dafür ist, dass der Mensch dieses Angebot annimmt und sich zu Jesus Christus als seinen Heiland und Erlöser bekennt. Im Grunde ist es genau das, was Europa angesichts der vielen Gefahren, die derzeit auf die 27 Mitgliedstaaten zukommen, braucht.  

Näheres dazu hören Sie im Podcast. Es ist der erste Teil einer Reihe zum Thema „Europa ohne Gott - Was bleibt von Europa, wenn das Christentum verschwindet?“ mit Kurt Schneck im ERF Südtirol.