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Gottes Segen sieht manchmal ganz anders aus, als wir ihn uns vorgestellt haben.
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Ist Regen etwas Positives, oder etwas Negatives? Die Antwort hängt wahrscheinlich davon ab, zu welchem Zeitpunkt man die Frage stellt und an wen. Landwirte, Obst- und Gemüsebauern werden Regen zu gewissen Zeiten als etwas sehr Positives sehen - insbesondere in Gebieten, wo es lange nicht regnet und man vom Regen abhängig ist. In besonders trockenen Gebieten dieser Welt wir Regen als ganz besonderer Segen empfunden. Kein Wunder, manchmal hängt davon ab, ob Menschen genug zu essen haben werden oder verhungern. Doch es gibt auch die andere Seite. Wenn ich mit nasser Kleidung im Winter unterwegs bin und es fängt dann noch an zu regnen, sodass ich anfange zu frieren, wird dieser Regen sicher alles andere als positiv empfunden.

Als ihr Mann zwei Jahre nach ihrer Hochzeit an einem Hirntumor erkrankte, wurde der US-amerikanischen Künstlerin Laura Story erstmal so richtig bewusst, was es heißt, etwas zur falschen Zeit zu erleben. In ihrem Leid schrieb sie das Lied „Blessings“ (dt. Segnungen), das seither Christen auf der ganzen Welt bewegt. In diesem Lied heißt es:  

Wir beten um Segen (…)Wir beten für Heilung, für Wohlstand
Wir beten, dass deine mächtige Hand unsere Leiden lindert. (…)
…was ist, wenn dein Segen durch Regentropfen kommt?
Was ist, wenn deine Heilung durch Tränen kommt?
Was ist, wenn tausend schlaflose Nächte nötig sind, um zu wissen, dass du uns nah bist?
Was ist, wenn die Prüfungen dieses Lebens deine verkleidete Barmherzigkeit ist?

Konrad Straub erzählt in der aktuellen Ausgabe des Thema-des-Monats-Podcasts von ERF Medien Südtirol eine ganz ähnliche Begebenheit. Paulus und sein Mitarbeiter Silas wurden geschlagen und festgenommen. Und das, obwohl sie Gottes gute Botschaft mutig verbreitet hatten. Warum straft Gott sie jetzt? Diese, im Grunde falsche Frage wird von Laura Story in ihrem Lied so treffend besungen. Schwierigkeiten sind nicht Strafen. Die Krisen, in die wir im Leben geraten, können auch Geschenke sein, für die wir uns vielleicht nur öffnen und die wir annehmen müssen. Genau das haben Paulus und Silas getan. In ihrer ausweglosen Situation fingen sie an, Gott zu loben und ihm Loblieder zu singen. Sie wussten: Gott ist zu jeder Zeit und in jeder Lage groß und mächtig genug, um sie aus ihrer misslichen Situation zu befreien. Deshalb lobten sie Gott und hielten an ihrem Glauben fest – und das Wunder geschah.

Gottes Gnade können wir oftmals erst dann erfahren, wenn wir hilflos und ohnmächtig sind. Wirkliche Veränderung erleben wir oft erst, nachdem uns durch große Schwierigkeiten bewusst geworden ist, was uns fehlt. Ein Beispiel dafür ist Petrus, der durch sein Scheitern erfahren musste, wie sehr er sich selbst überschätzt hatte. Anstatt, wie versprochen, wenn notwendig sogar für Jesus zu sterben, verleugnete er ihn, kaum dass es brenzlig für ihn wurde. Diese Erfahrung war äußerst schmerzhaft und beschämend für Petrus, aber Jesus führte ihn hindurch und gab ihm die Möglichkeit, sich selbst und Jesus auf so besondere Weise kennen zu lernen, wie es mit kaum einer seiner anderen Freunde tat. Jesus zeigte ihm, dass er trotz seiner Fehler geliebt wird und für ihn wertvoll ist. Deshalb sagte Jesus auch nach seiner Auferstehung diese berühmten Worte über die Kirche zu ihm und überträgt Petrus die vielleicht wichtigste Aufgabe, die er zu vergeben hatte. Gottes Segnungen und Geschenke kommen eben nicht immer auf die Art und Weise zu uns, wie wir sie uns erwarten. Sie kommen manchmal über Umwege. Deshalb ist es klug und weise, wenn wir beginnen Herausforderungen und Leid anders zu sehen, als wir es vielleicht gewohnt sind zu sehen. Wir dürfen Gott Vertrauen, dass er uns auch durch schweren Zeiten begleiten kann und wird, wenn wir zu ihm gehören.

Näheres dazu hören Sie im Podcast. Es ist der zweite Teil einer Reihe zum Thema „Einer war nicht von dieser Welt“ mit Konrad Straub im ERF Südtirol.