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Mit dem „Ja-Wort“ ist eine ganz neue Identität verbunden.
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So manches kleine Mädchen träumt von dem großen Tag ihrer Hochzeit, von einem märchenhaften weißen Kleid, wunderschönen Blumen und dem heldenhaften Traumprinzen, dem es das „Ja-Wort“ geben wird. Natürlich denkt man als achtjährige noch nicht darüber nach, welch gewaltiger Schritt es ist, eine Ehe einzugehen und dass diese Ehe vielleicht scheitern könnte. Dabei steigen seit Jahren die Scheidungszahlen und man muss also damit rechnen, dass die Beziehung eines Tages auseinandergehen könnte. Aus diesem Grund werden Eheverträge immer häufiger – man kann sich schließlich nicht darauf verlassen, dass das Versprechen, das man sich am Traualtar gibt, auch wirklich bis zum Lebensende gilt. Eine traurige Bilanz, die so gar nicht zu den Träumen vieler Mädchen passen will, die sich Romantik und die wahre Liebe ausmalen.

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass harmonische und funktionierende Ehen kein Traum sein müssen, sondern Wirklichkeit werden können – dass sie aber harte Arbeit bedeuten. Die individualpsychologische Ehe- und Familienberaterin Katharina Schmidt betont in der aktuellen Ausgabe des Thema-des-Montas-Podcasts des ERF Südtirol, was Ehe bedeutet. In gewisser Weise bedeutet sie nämlich immer auch eine neue Identität, die man in dem Moment annimmt, wenn Mann und Frau sich das Eheversprechen geben. In vielen Ländern kommt das bereits dadurch zum Ausdruck, dass man einen gemeinsamen Nachnamen annimmt. Die Bibel spricht sogar davon, dass ein Ehepaar zu „einem Fleisch“ (1. Mose 2,24) wird. Katharina Schmidt interpretiert das so, dass aus einem „Ich“, das „Wir“ wird. Das bedeutet, dass Probleme und Sorgen, Schwächen und Krisen eben nicht mehr nur einen der beiden betreffen, sondern das Paar als Ganzes.

Die Ehe ist also nicht nur etwas Wunderschönes, Romantisches und Wohltuendes, sondern will auch gemeistert werden. Mein eigener Vorteil darf nicht mehr im Vordergrund stehen. Auch sollte ich bei allem, was ich tue und sage darauf bedacht sein, dass es meinem Partner und unserer Ehe guttut. Das „Wir“, das am Tag der Hochzeit seinen Anfang nahm, muss entwickelt und bewahrt werden. Ehen scheitern nicht immer an den großen Fehltritten, sondern oft an den vielen kleinen falschen Wegen und Krisen, die langsam in einen schleichenden Prozess übergehen und schließlich zu einem Bruch der Beziehung oder zur Scheidung führen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir lernen, selbst kleine Streitereien und Probleme bei der „Wurzel“ zu packen und auszuräumen. Es geht in der Ehe um einen „Organismus“, der gesund bleiben muss. Jeder ist auf den anderen angewiesen. Ehepartner sind auch nicht nur ein Liebespaar, sondern sollen auch gleichzeitig beste Freunde sein.

Im 1. Korintherbrief, Kapitel 13,4-7 finden wir eine ganze Auflistung dazu, wie wahre Liebe aussehen soll. Es heißt hier: „Die Liebe ist geduldig und gütig. Die Liebe eifert nicht für den eigenen Standpunkt, sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf. Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus, sie Sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen und trägt das Böse nicht nach. Sie ist nicht schadenfroh, wenn anderen Unrecht geschieht, sondern freut sich mit, wenn jemand das Rechte tut. Die Liebe gibt nie jemand auf, in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere; alles erträgt sie mit großer Geduld.“

Wahrscheinlich wird niemand von uns es jemals schaffen, all diese Punkte tatsächlich und vollkommen auszuleben. Nur einer konnte diese vollkommene Liebe Leben: Jesus Christus. Wer ihn annimmt und seine Vergebung für sich ganz persönlich in Anspruch nimmt, dem gibt Jesus die Kraft, seine Mitmenschen und seinen Ehepartner zu lieben - bedingungslos.

Näheres dazu hören Sie im Podcast. Es ist der vierte Teil einer Reihe zum Thema „Krisen als Chancen nutzen“ mit Katharina Schmidt im ERF Südtirol.