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Glaube und Wissenschaft werden oft als Gegensätze gesehen - Prof. Dr. Thomas Schimmel ist der Meinung, das muss nicht sein.
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Wenn renommierte Wissenschaftler sich zu ihrem christlichen Glauben bekennen, führt das nicht selten zu einem großen Erstaunen. Das erlebt auch Professor Thomas Schimmel von der Universität Karlsruhe. Die Frage, wie er seinen Beruf als Physiker mit seinen persönlichen Glaubensüberzeugungen in Einklang zu bringt, bekommt er häufig gestellt. Professor Schimmel stellt dann zumeist die Gegenfrage: Wie kann man Glaube und Wissenschaft gegeneinander ausspielen? Im aktuellen Thema-des-Monats-Podcast des ERF Südtirol macht er deutlich: Man kann zwar eine Menge mit den Naturgesetzen erklären, aber für die Naturgesetze selbst haben wir keine Erklärung. Wie kommt es, dass ein ganzes Universum konsequent festen Gesetzen folgt? Wer hat diese Gesetze eingesetzt? Naturwissenschaftler konnten in den vergangenen Jahrzehnten zwar immer mehr von diesen Gesetzen entdecken, doch kein Mensch hat Einfluss darauf, ob, für wen oder wie lange sie gelten. Es braucht jemanden, der die Autorität hat, das riesige Universum zu lenken.

Die naturwissenschaftliche Forschung wird sicher nie einen endgültigen Beweis für Gott finden, aber wer mit offenen Augen durch die Welt geht, Fragen stellt und sich auf neue Entdeckungen und Erkenntnisse einlässt, der kann schon überall auf dieser Welt faszinierende Spuren dieses Gottes erkennen. So entdeckte man etwa 1965 die „kosmische Hintergrundstrahlung" – ein Beleg dafür, dass das Universum nicht schon seit Ewigkeiten besteht, sondern einen Anfangspunkt haben muss. Wenn es aber einen Anfang gibt, dann stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, wer den „Startschuss" für die Entstehung des Weltalls, der Erde und des Lebens gegeben haben könnte. Selbst, wer an den „Urknall" glaubt, muss sich doch fragen, wer oder was diesen Urknall ausgelöst haben könnte. Das „letzte Geheimnis", wie Prof. Schimmel es nennt, bleibt unaufgedeckt. Es lässt sich wissenschaftlich nicht aufklären, was in der Geburtsstunde unseres Planeten wirklich geschehen ist.

Für den Physiker ist klar: Glaube und Wissenschaft widersprechen sich nicht, sondern sie ergänzen und bedingen sich. Das verdeutlicht Prof. Schimmel mit einem Beispiel aus der Kunst: Bild und Maler werden niemals als Widerspruch gesehen. Es gibt niemanden, der sich mit der Schönheit, dem Stil und Kunstfertigkeit der Mona Lisa beschäftigt und dann zu dem Schluss kommt, Leonardo da Vinci könne es nicht gegeben haben. Es gibt auch keine Verehrer von Leonardo da Vinci, die sich nicht auch für dieses berühmte Gemälde des Meisters interessieren.

Wer also steif und fest behauptet nur zu glauben was er sieht, der irrt. Kontrollieren Sie etwa die Schaltpläne eines Handys, bevor sie es benutzen? Nein, sie lassen sich vielmehr einfach darauf ein, probieren es aus und stellen fest: Es funktioniert. Genauso kann man es auch mit einem Gebet machen: Wir müssen Gott nicht sehen oder verstehen, um uns auf ihn einzulassen, uns für ihn zu öffnen und Kontakt zu ihm aufzunehmen.

Probieren Sie es aus. Sagen Sie ihm alles, auch dass Sie Zweifel an ihm haben oder es Ihnen schwer-fällt, an ihn zu glauben. Gott hört Sie und wird Ihnen auf seine Weise und zu seiner Zeit antworten. Wir dürfen ihm alle unsere Sorgen und Nöte nennen und ihm auch unsere Klagen bringen. Wer diesen Schritt wagt, wird feststellen: Es funktioniert.

Näheres dazu im Podcast. Es ist der dritte Teil einer Serie zum Thema „Faszination Schöpfung" mit Prof. Dr. Thomas Schimmel.