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Das Leben als Christ lässt sich mit einer Wanderung vergleichen – auch uns erwartet ein wunderbares Ziel.
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Charles H. Duell, dem Kommissar des US-amerikanischen Patentamtes, wurde nachgesagt, er habe 1899 behauptet: „Alles, was erfunden werden kann, wurde bereits erfunden.“ Auch wenn er das vermutlich so nie gesagt hat, zeigt dieses Zitat, dass um die Wende zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert so viele Ideen, Innovationen und damit Veränderungen auftraten, dass man glauben konnte, irgendwann seien diese Neuerungen ausgeschöpft. Aus heutiger Sicht kann man darüber nur schmunzeln. Tausende von Erfindungen sind seither hinzugekommen. Es scheint sich vielmehr zu bewahrheiten, was der griechische Philosoph Heraklit bereits in der Antike feststellte, als er sagte: „Nichts ist so beständig, wie der Wandel.“

Veränderung kann als Kennzeichen dieser Welt und des Lebens angesehen werden. Jeder Mensch weiß und musste wahrscheinlich schon einmal erfahren, dass wir auch die glücklichen, unbeschwerten Stunden unseres Lebens niemals festhalten können. Auch unser Leben haben wir nicht in der Hand und wir werden es eines Tages loslassen müssen. Deshalb spricht die Bibel auch davon, dass diese Erde nicht unsere Heimat ist, sondern nur so etwas wie eine Herberge, in der wir uns für eine gewisse Zeit aufhalten – denn wir sind hier nur auf der Durchreise.

Warum aber freuen sich dennoch nur die wenigsten auf den Himmel? Viele Menschen fühlen sich eher zu den fremden Lehren der Reinkarnation hingezogen, wobei völlig außer Acht gelassen wird, dass diese unablässige Wiedergeburt in den östlichen Religionen eigentlich einen Fluch darstellt, von dem man sich durch Meditation und das richtige Verhalten zu befreien Sucht, um endlich das Nirvana, das Nichts zu erreichen.

Leben wir Christen mit der Realität des Himmels?

In der Geschichte hat sich gezeigt, dass die Hoffnung auf den Himmel den Menschen vor allem in schwierigen Zeiten immer wieder Kraft zum Durchhalten verliehen hat. Das geht zum Beispiel aus den Texten des Liederdichters Paul Gerhard hervor, der während der stürmischen Zeiten des Dreißigjährigen Krieges gelebt und sehr viel mitgemacht hat. Geht es uns heute vielleicht zu gut, dass wir uns nicht auf den Himmel freuen? Ist es vielleicht der Wohlstand, der uns daran hindert? Natürlich gibt es auch in den reichen, westlichen Ländern Krisen – das wissen wir spätestens seit Anfang dieses Jahres 2020. Auch können wir in unseren Beziehungen und mit unserer Gesundheit in Krisen geraten – manchmal von einem Tag auf den anderen. Aber freuen wir uns deshalb mehr auf den Himmel, der unser eigentliches Ziel sein sollte?

Sicher ist: es gibt kein Leben ohne Gnade. Denn alles Wesentliche muss uns letztlich geschenkt werden. Wir können zwar viel für unsere Beziehungen und auch für unsere Gesundheit tun, aber eine Garantie, dass alles gut geht in unserem Leben, haben wir nicht. Deshalb brauchen wir in diesem stetigen und unberechenbaren Wandel, dem wir in diesem Leben unterworfen sind, etwas, das über den Tod auf dieser Erde hinaus bleibt. Vor allem sollten wir uns nicht an Dinge hängen, die uns jederzeit genommen werden können. Genau das tun aber leider viel zu viele Menschen, obwohl sie eigentlich wissen müssten, dass wir – wie die Bibel sagt – nur auf der Durchreise sind und hier auf dieser Erde keine bleibende Heimat haben. Wir sind auf einer Wanderung. Ob das Ziel dieser Wanderung der Himmel sein wird, entscheidet sich daran, ob wir auf dem richtigen Weg sind.

Eine Wanderung wird dadurch erleichtert, dass man sein Ziel vor Augen hat. Wenn ich weiß, dass mich eine wunderschöne Aussicht oder ein gutes Essen auf einer Berghütte erwartet, marschiere ich mit weit mehr Motivation, als wenn ich einfach nur ziellos umherstreife. Auch wenn ich als Christ unterwegs bin, kann mit weit mehr Begeisterung und Freude durch dieses Leben gehen, wenn ich mir bewusst bin, was mich am Ende dieser Reise im Himmel erwartet und vor allem wer: denn Jesus, unser Herr, hat gesagt, dass er im Himmel auf uns wartet und uns eine Wohnung baut. Dafür müssen wir gar nichts leisten – Jesus selbst hat die „Eintrittskarte“ bezahlt. Der Himmel steht uns offen – wir müssen nur hinein wollen!

Näheres dazu im Podcast. Es ist der dritte Teil einer Serie zum Thema „Kein Leben ohne Gnade“ mit Jürgen Werth, dem langjährigen Direktor des ERF Deutschland, im ERF Südtirol.