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Hans-Peter Royer, der 2013 auf tragische Weise verunglückte Referent und Buchautor, spricht über Jesu Tod am Kreuz – und seine Bedeutung für jeden von uns.
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Warum musste Jesus qualvoll am Kreuz sterben? Wie ist das alles zu verstehen? Wer diese Fragen beantworten haben möchte, muss bedenken, dass das, was die Bibel „Sünde“ nennt, die Verbindung zwischen Gott und Mensch so gründlich zerstört, dass sie gänzlich dadurch verloren ging. Diese Verbindung des Menschen zu Gott ist aber von enormer Bedeutung für jeden von uns. Denn von Gott kommt alles Leben und ohne ihn gibt es überhaupt kein Leben. Wir wären auch als Menschen nicht einen Augenblick in der Lage, zu leben ohne das Leben, das Gott gibt. Gott schenkt uns dieses Leben, erwartet aber auch, dass wir uns für das Leben entscheiden. Tun wir das nicht, sind wir wie eine Kerze, die zwar für eine gewisse Zeit brennt, dann aber verlischt, was immer das dann auch bedeutet. 

Es ist das, was die Bibel „Sünde“ nennt, was diese Trennung zwischen Gott und Mensch bewirkt. Ein Problem, so sagt die Bibel, das keiner von uns von sich aus imstande wäre zu lösen. Deshalb musste Gott seinen Sohn Jesus Christus auf diese Erde senden, der durch sein Opfer am Kreuz dieses Problem der Trennung des Menschen von Gott ein für alle Mal gelöst und uns dadurch den Zugang zu Gott wieder frei gemacht hat. Warum konnte Jesus Christus dieses Problem der Trennung von Gott lösen? Weil er selbst ohne Sünde war, sagt die Bibel. Deshalb konnte er freiwillig und stellvertretend für uns in den Tod gehen, um uns freizukaufen von der Macht der Sünde. Seither kann jeder, der dieses Angebot der Versöhnung im Glauben annimmt, durch den Glauben an Jesus gerettet werden. Durch das "Ja" zu Jesus ist die Trennung von Gott aufgehoben, weil wir durch unsere Verbindung zu Jesus auch die unmittelbare Verbindung zu Gott bekommen, die Jesus hat. Das bedeutet für jeden, der zu Jesus gehört, direkten Zugang zu Gott, dem Vater und ewiges Leben, wie Jesus Christus es denen verheißen hat, die sich zu ihm bekennen und ihn als ihren Herrn und Heiland annehmen. Jesus musste Schmerz und Tod am Kreuz erleiden, um uns von den Folgen der Sünde zu erlösen. Indem er stellvertretend für uns hingerichtet wurde, erwarb er das Recht, uns von unserer Schuld freizukaufen und uns von unserem eigenen Tod zu erretten. 

Jesus selbst sagt: „Das ist mein Blut des Bundes (des Neuen Testaments), das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.“ (Mt. 26,28). Im Evangelium von Johannes heißt es: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn dahingab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh. 3,16). Jesus sagte auch: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe“ (Joh. 10,11). Oder wenn er sagt: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde“ (Joh. 15,13). Am bekanntesten und eindrücklichsten aber ist das Bild vom Weizenkorn, das Jesus auf sich selbst bezieht, wenn er sagte: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein, wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht“ (Joh. 12,24). Alle diese Bibelstellen weisen uns darauf hin, dass Jesus Christus sterben musste, um uns zu erlösen. Sünde ist leider nicht nur eine „Kleinigkeit“, wie wir oft glauben, sondern eine todernste Sache. Das sehen wir durch den Tod Jesu am Kreuz. Nur weil Gott jeden von uns unendlich liebt, hat er uns diesen Ausweg in Jesus, seinem Sohn, geschaffen. 


Jetzt geht es darum, dass wir dieses Angebot annehmen, indem wir Jesus Christus glauben und ihm Vertrauen. Denn wer ihm glaubt und vertraut, der wird leben – und zwar über den irdischen Tod hinaus - das ist die Botschaft Jesu. Gott, der Vater, hat – um uns diese Chance zu eröffnen – in Jesus Christus den ganzen Hass und die ganze Gewalt der Menschen ertragen, um uns vor dem ewigen Tod zu erretten. Der Inder Sundar Singh, geboren und aufgewachsen im Hinduismus als Sikh, wurde nach seiner Bekehrung zu Jesus Christus ein Wanderprediger, ging zu den entlegensten Dörfern in Indien und erzählte den Menschen die, wie er sagte,  größte Geschichte aller Zeiten, das Evangelium von Jesus Christus, bis er als 40-jähriger auf einem entlegenen Bergpass erfroren aufgefunden wurde. Sundar Singh wurde einmal von einem gelehrten Hindu gefragt: „Was hast du am christlichen Glauben mehr als in deiner früheren Religion?“ Singh antwortete: „Ich habe Jesus!“ Der Hindu sagte: „Ja, das weiß ich. Aber ich möchte wissen: Welches besondere Prinzip, welche besondere Lehre hast du entdeckt, die dir vorher gefehlt hat?“ Sundar Singh sagte: „Ich habe Jesus!“ Darum geht es. Wir müssen Jesus haben, denn nur durch ihn werden wir ewig leben. Taufe, Kirchenzugehörigkeit, Abendmahl, Studium der Bibel, Werke der Liebe – all das ist wichtig; das Wesentliche aber ist, dass wir Jesus haben und durch ihn die direkte Verbindung zu Gott und zum Leben. 

Die Bibel berichtet uns, dass Jesus im Garten Gethsemane, kurz vor seiner Verhaftung unsägliche Angst vor dem hatte, was auf ihn zukam. Was war es aber, das ihm solche Angst machte? Der körperliche Schmerz? Wohl kaum. Nein, es war die Trennung von Gott, dem Vater. Als Jesus die Last der Sünde der Welt auf sich nahm, wandte sich Gott, der Vater, nämlich von ihm ab. Deshalb gibt es diese geheimnisvolle Stelle der Bibel, in der Jesus, am Kreuz hängend, ausruft: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27,46). Jesus ertrug all die schrecklichen Qualen der Beleidigungen, des Verrats und des Hasses und trug gleichzeitig die Last der Gottesferne, die den Tod bedeutete. Christ sein bedeutet, zu Jesus zu kommen und bei ihm zu bleiben. Aber wie und warum?

Dazu Näheres im Podcast. Es ist der fünfte Teil einer Serie zum Thema des Monats „Die Kraft der Auferstehung“ im ERF Südtirol.


Link zu Hans-Peter Royer: https://hanspeterroyer.at
Link zu ERF Südtirol: www.erf-tirol.com

Bücher von Hans-Peter Royer:

  • „Wofür mein Herz schlägt“
  • „Du musst sterben, bevor du lebst, damit du lebst, bevor du stirbst“
  • „Nach dem Amen bete weiter“
  • „Der Liebesbrief des Vaters“
  • „Nur wer loslässt, wird gehalten“
  • „Dunkler als Finsternis, heller als Licht“
  • „Gott – Wer bist du?“ – Sonderedition
  • „Staunen, Denken, Lieben, Leben“
  • „Abhängigkeit macht frei“