1. Die Bibel ist kein Buch, sondern eine Bücherei

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Das Wort Bibel aus dem Griechischen (“biblia”) heißt „Bücher”. Die Bibel ist kein Buch, sondern eine Bibliothek von 66 Bücher aller Genres: Sachbücher, Schlachten-Epen, Liebes-Dramen, Historien-Schinken, telefonbuchähnliche Namenslisten, Kriegstagebücher, von Lyrik über Ratgeber für alle Lebenslagen bis hin zu schwülstiger Erotik und Welterklärungs-Sachbüchern ist alles dabei.

2. Die Bibel ist eine geniale, relativ zeitlose Verpackung für Gottes Botschaft

Die Bibel ist kein Handbuch, bei dem ich unter einem Stichwort nachschlagen kann und dann eine Schritt-für-Schritt-Anleitung bekomme. Sie ist voller Erzählungen von Gottes Weg mit den Menschen. Diese Geschichten sind so, dass sie keine spezifische konkrete Antwort für heute bieten, sondern für das Leben allgemein. So können sie die Menschen jederzeit wieder neu in ihre Zeit adaptieren – egal ob in der Antike, im Mittelalter oder jetzt in der Neuzeit. Die unterschiedlichen Auslegeformen zeigen sich in der Vielfalt der Kirchen.

3. Beweise: Teamwork über Jahrhunderte

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Die Bibel entstand über einen langen Zeitraum von ca. 1600 Jahren. Die Bibel wurde von mindestens 40 total verschiedenen Schreibern verfasst. Sie kommen aus verschiedenen Zeitepochen und unterschiedlichsten sozialen und gesellschaftlichen Verhältnissen.

Das sind historische Fakten, denen auch von Bibelkritikern nicht widersprochen wird. Dabei ist bemerkenswert, wie trotz der langen Entstehungszeit und trotz der vielen Autoren, die sich selten gekannt haben, ein ein zusammenhängendes Gesamtbild eines gewaltigen “Heilsplan” Gottes mit der ganzen Welt entfaltet wird, was alle Bücher der Bibel als roter Faden verbindet.

4. Seit dem 2. Jahrhundert wurde die Bibel kaum noch verändert

Im “Kanon Muratori” waren bereits 170 nach Christus bis auf ein paar Briefe alle heutigen Bücher der Bibel verzeichnet. 397 n. Chr. legten damalige Gelehrte und Kirchenleitertreffen in Karthago den heutigen Umfang der Bibel endgültig fest.

4,5. Die evangelische Bibel ist kürzer als die katholische Bibel

In der katholischen Bibel finden sich im Gegensatz zur evangelischen Bibel zusätzlich noch die Spätschriften des Alten Testaments: Das sind Schriften, über die zum Beispiel Martin Luther befand, dass sie nicht eigentlich zur Bibel gehören, weil ihr Herkunft und Autorität nicht sicher sei.

Dennoch hat Luther sie jedem zum Lesen empfohlen.

5. Die Bibel ist die bevorzugte Hoffnungs-Quelle der Menschheit

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Gerade in Zeiten der Not suchen Menschen an keiner anderen Informationsquelle so oft wie in der Bibel nach Hinweise bei den tiefen Fragen des Lebens, die über den Tag hinaus gehen: Wo komme ich her, warum bin ich hier, wo geht es hin. Nach Notsituationen berichten viele Menschen, wie sehr ihnen dabei die Bibel geholfen hat.

6. Viele Atheisten lieben die Bibel

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Sie ist die große Inspirationsquelle für Kunst und Kultur. Auch Atheisten lieben die Bibel.
Bertolt Brecht meinte beispielsweise:
“Habe meinen Stil an der Bibel geschult”.

7. Die Bibel ist das erste gedruckte Buch der Welt:

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1452 entstand in Mainz die Bibel als erstes gebundenes Werk in Johannes Gutenbergs Druckerpresse mit beweglichen Lettern.

8. Polyglott: Kein Buch wurde in mehr Sprachen übersetzt

Wusstest Du, dass die Bibel bisher in über 2400 Sprachen übersetzt wurde und jedes Jahr 30-40 weitere Übersetzungen hinzukommen?

9. Ein Bestseller jedes Jahr neu

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Neu gedruckt und nachgefragt wird sie andauernd: Rund 20 Millionen Bibeln werden jedes Jahr hergestellt und verbreitet.

10. Das längste und das kürzeste Buch und andere innerbiblische Rekorde

Das umfangreichste Buch der Bibel sind die Psalmen mit 150 Kapiteln und das kürzeste ist der Brief an Philemon aus einem einzigen Kapitel. Das kürzeste Kapitel der Bibel ist Psalm 117 und das längste Kapitel ist Psalm 119. Witzigerweise befindet sich der dazwischenliegende Psalm 118 auch genau in der Mitte der ganzen Bibel. Vers 8, um genau zu sein.

11. Ein Erbe in Zwei Testamenten

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Im Alten Testament geht es um den Bund Gottes mit seinem auserwählten Volk. Viele erkennen im wechselhafte Schicksal Israels das Wirken Gottes, dessen Bund laut Bibel bis heute besteht.

Das Neue Testament beschreibt das Leben Jesu und das Leben der ersten Christen. Weiter enthält es 21 Briefe an christliche Gemeinden und das Buch «Offenbarung», welches den Himmel beschreibt und das Ende der Welt. Durch das Neue Testament öffnet Gott seinen Bund mit den Menschen aus dem Alten Testament für alle Menschen.

12. Historisch besser bewiesen als jedes andere alte Buch

Vom Neuen Testament sind etwa 5400 griechische Handschriften erhalten. Im Vergleich: Bei griechischen und lateinischen Klassikern wie Plato, Cicero oder Cäsar, muss man froh sein, wenn man für ein bestimmtes Werk ein Dutzend Manuskripte hat.

Zu den originalen Handschriften des Neuen Testaments kommen außerdem noch etwa 9000 Manuskripte alter Übersetzungen ins Lateinische, Syrische, Koptische, Armenische oder Georgische hinzu.

13. Je älter die archäologischen Funde, desto sicherer die Bibel

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Im Jahr 1947 fand man in den Höhlen von Qumran eine 7,34 Meter lange Schriftrolle aus dem 2. Jahrhundert vor Christus. Es war das Buch Jesaja aus der Bibel.

Dieser Fund war sensationell, da dieser Text etwa um 1000 Jahre älter war als alle bisher bekannten Jesajatexte und ihnen dennoch den komplett gleichen Text enthielt. Es zeigt, dass der Bibeltext ohne Änderungen über die Jahrhunderte sicher überliefert wurde.

14. Durch die Bibel wurde die deutsche Sprache festgelegt

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Vor Luther wurde in jeder Region Deutschlands nicht nur anders gesprochen, sondern auch anders geschrieben. Martin Luther schuf mit seiner Bibelübersetzung ins Deutsche die Grundlage für unser heutiges Hochdeutsch.

15. Warum die Bibel ständig neu rauskommt, obwohl sich nichts am Text ändert

Der Urtext steht verändert sich nicht, aber ständig erscheinen neue und überarbeitete Bibel-Ausgaben. Der Bibeltext ist sehr gut belegt, deshalb sind die neuen Erkenntnisse für Normalos eher unspektakulär. So wird die krasseste Änderung der neuen Lutherbibel sein, dass ein Wort im Propheten Amos statt mit “Meterstab” mit “Senkblei” übersetzt wird. Was sich aber viel mehr ändert ist unsere heutige Sprache.

Deshalb werden die immergleichen Wörter über den Lauf der Zeit mit ständig wechselnden deutschen Wörtern übersetzt. Zum Beispiel wissen die wenigsten, was ein “Scheffel” ist. Deshalb übersetzen manche neueren Übersetzungen die berühmte Stelle auch so: “Man soll sein Licht nicht unter den Eimer stellen”. Und dann gibt es neue Übersetzungen für neue Zwecke. Die neue “Basisbibel-Übersetzung” bemüht sich zum Beispiel um besonders kürze Sätze, die damit im Internet und auf Smartphone leichter zu lesen sein sollen.

16. So lange brauchst Du, um die Bibel ganz durchzulesen

Eigenes Werk

Natürlich kann man auch vorne beginnen, die ersten Geschichten haben es in sich. Aber danach bilden die Geschlechtsregister und Gesetze im Alten Testament eine Herausforderung. Wer die ganze Bibel in einem rutsch durchlesen will, braucht dazu etwa 110 Stunden. Wer ein Kapitel pro Tag liest, braucht dafür 3 Jahre, 3 Monate und 3 Tage.

17. Der beste Einstieg ins Bibel-Lesen

Wer die Bibel zum ersten Mal lesen will dem sei empfohlen, mit dem neuen Testament zu beginnen, dem Leben von Jesus. Da steigt man dann quasi an der spannendsten Stelle der Geschichte von Gott mit der Welt ein.

18. Warum die Bibel im christlichen Abendland verboten war

Die Bibel selbst zu lesen war auch lange Christen verboten. Priester, die extra studierten, legten sie ihrer Gemeinde aus. Die Bibel gab es nur in Latein bis Martin Luther sie für alle lesbar ins Deutsch übersetzte und damit das katholisch-päpstliche Bibel-Monopol brach.

19. Selbst Luther hielt die Bibel zu schwierig für die Menschen

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Selbst Luther meinte, dass der normale Christ statt der Bibel lieber seine Zusammenfassung lesen sollte. Sein “Der kleine Katechimus” sei die Bibel des kleinen Mannes und enthielt klaren ethische Handungsableitungen.

20. Der älteste Mensch der Welt

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Das Buch Genesis berichtet vom ältesten Menschen der Welt: Methusalem wurde 969 Jahre alt.
Selbst wer das nicht glauben kann, der weiß nun, woher die Redewendung “so alt wie Methusalem” oder “biblisches Alter” kommt.

21. Das gefährlichste Buch der Welt

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Tausende von Christen haben ihr Leben für den Inhalt dieses Buches geopfert. In vielen Ländern ist die Bibel bis heute strengstens verboten. Und das ist nicht nur Nordkorea, auch in der Türkei bekommen Menschen, die eine Bibel verschenken, große Probleme. Warum haben so viele Machthaber und Menschen Angst vor diesem Buch? Es muss ein Geheimnis haben…