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Die WEA-Delegation trifft Kardinal Peter Turkson, Präsident des Päpstlichen Rates Iustitia et Pax. (vlnr: Dr. Chris Elisara, Reuben Coulter, Kardinal Peter Turkson, Timo Plutschinski)
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Vom 30. Oktober bis 01. November traf sich in Zug/Schweiz erstmalig eine Gruppe aus Finanzinvestoren und Vertretern sowohl religiöser Vereinigungen als auch der Vereinten Nationen zu einer internationalen Konferenz „Faith in Finance“ (Glaube im Finanzwesen). Diese Gruppe repräsentierte insgesamt mehr als 500 Finanzinstitute, acht Religionen und etwa 3 Billionen Dollar an Vermögenswerten.

Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA), vertreten durch Timo Plutschinski und Reuben Coulter von der Business Coalition sowie Dr. Chris Elisara von der Creation Care Task Force, wertete die Teilnahme an der von der ARC (Alliance of Religions and Conservation) einberufenen Konferenz als einen ersten Schritt bei der Entwicklung verbindlicher Leitlinien für glaubensgemäße Investitionen, die einen Schwerpunkt auf die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen legen. So sollen nun Leitlinien für evangelikale Investoren ausformuliert und umgesetzt werden, die über die herkömmliche Negativ-Liste (Waffen, Tabak, Pornographie, etc.) hinausgehen und positive Auswirkungen auf die Veränderung von Menschen, Bildung von Gemeinschaften und Projekte zur Bewahrung der Schöpfung in den Fokus nehmen.

Die Business Coalition ist Teil des in Bonn ansässigen Theological Concerns Department der WEA, zu dessen Aufgabenbereichen sowohl die Ethik als auch der interreligiöse Dialog gehört.

Acht große Glaubensrichtungen – Judentum, Christentum, Buddhismus, Hinduismus, Islam, Shintoismus, Sikh und Daoismus – haben erstmals derartige glaubensspezifische („faith based“) Investitionsleitlinien zum Thema gemacht, um eine bessere, von Armut und Diskriminierung befreite Welt zu schaffen, die gekennzeichnet ist von bezahlbarer sauberer Energie, sauberem Wasser und anderen ökologischen und sozialen Gütern, die dem Menschen und seiner Verantwortung für die Schöpfung angemessen sind. Dabei muss natürlich jede Religion ihre eigenen spezifischen Wege gehen, doch können Evangelikale hier im praktischen Bereich viel lernen.

„Auf den Ruf der Armen und den Schrei der Schöpfung zu reagieren ist ein durch und durch biblischer Auftrag, dem christliche Finanzinvestoren durch ihre Investitionen ebenfalls entsprechen können“, sagte Plutschinski. Aus diesem Grund erklärte Elisara: „Wir beabsichtigen, pro-aktive Investitionsleitlinien zu entwickeln, die im Einklang mit unserem Glauben stehen und ein nützliches wie ermutigendes Werkzeug für christliche Geschäftsleute und Investoren sind.“ Coulter, Geschäftsführer des Unternehmerverbandes „Transformal Business Network“ (TBN) und Mitglied des Finanzbeirats der WEA Business Coalition, glaubt, dass „glaubenskonforme Investitionen, die richtig ausgerichtet sind und unsere Ziele unterstützen, einen großen Einfluss haben können – weit mehr als nur zu vermeiden, wogegen wir sind“.

Für den christlichen Bereich soll als nächster Schritt im Juli 2018 eine durch die Weltweite Evangelische Allianz organisierte Konferenz in Zürich stattfinden, die christlich ausgerichtete Investitionsleitlinien finalisiert, strategische Investitionsziele und -bereiche definiert und Instrumente entwickelt, um die gesamte Bandbreite an Investitionsauswirkungen messbar machen zu können – einschließlich der geistlichen Veränderungen durch unternehmerisches Handeln.