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Zum 70-jährigen Bestehen des Staates Israel (im Bild ein Blick auf Jerusalem) hat der Evangelische Oberkirchenrat A.u.H.B. eine Erklärung veröffentlicht.
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Zum 70-jährigen Bestehen des Staates Israel hat der Evangelische Oberkirchenrat A. und H.B. den Bürgerinnen und Bürgern des Staates Israel gratuliert. In einer Erklärung, die in der Sitzung des Leitungsgremiums am Dienstag, 8. Mai, verabschiedet wurde, bekennt sich die Evangelische Kirche A. und H.B. in Österreich dazu, „auf Grund der bis in die jüngste Geschichte andauernden christlichen Judenfeindschaft am unermesslichen Leid des jüdischen Volkes mitschuldig geworden zu sein“. In der „Einsicht der eigenen Schuld wissen wir uns heute verpflichtet, jeder Form des Antisemitismus entschieden entgegenzutreten“, betont der Oberkirchenrat. Dass Jüdinnen und Juden im Staat Israel in Selbstbestimmung und Souveränität leben können, sei „auch für uns Christinnen und Christen ein Grund zur Freude“.

Zugleich erinnert das evangelische Leitungsgremium jedoch auch an eine Schattenseite der Staatsgründung. Während der sogenannten „Naqba“ („Katastrophe“) flohen 1948 rund 700.000 Palästinenserinnen aus dem damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina. Die Konflikte dauern bis heute an: „Der erhoffte Friede für alle Menschen in der Region konnte bis heute nicht erreicht werden und wird durch immer neue Gewalt, durch Abschottung voneinander und religiöse Überhöhung der eigenen Position noch schwieriger. Dennoch dürfen die Bemühungen um Frieden nicht aufgegeben werden.“

Als Voraussetzung für einen solchen Frieden sieht der Oberkirchenrat „die Anerkennung der Existenz des Staates Israel in gesicherten Grenzen und die uneingeschränkte Geltung der Menschenrechte. Ohne sie kann es keinen Frieden und Ausgleich mit den palästinensischen und arabischen Nachbarn geben.“ Besonders betont das kirchliche Leitungsgremium seine Unterstützung für „unsere christlichen Geschwister in Israel und Palästina.“ Sie würden seit Jahren gemeinsam mit jüdischen Friedensgruppen als Brückenbauer zwischen Völkern und Religionen fungieren.

„Wir hoffen und beten, dass der Staat Israel mit seinen Nachbarn, insbesondere mit dem palästinensischen Volk, in gegenseitiger Achtung des Heimatrechtes einen sicheren und gerechten Frieden findet, sodass Israelis und Palästinenser, Juden, Christen und Muslime miteinander in fruchtbringender Gemeinschaft und guter Nachbarschaft in Zukunft leben können“, heißt es abschließend in der Erklärung des Oberkirchenrates.

Der Evangelische Oberkirchenrat A. und H.B. ist das Exekutivorgan in der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche A. und H.B. in Österreich. Den Vorsitz führt der lutherische Bischof Michael Bünker, sein Stellvertreter ist der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld.

Am 14. Mai begeht Israel das 70-jährige Jubiläum seiner Staatsgründung 1948. Damals wurde Israel auf Basis des UN-Teilungsplanes für Palästina von 1947 proklamiert. Davor war das Gebiet des heutigen Israel seit 1920 auf Grund eines Völkerbund-Mandats von Großbritannien verwaltet worden. Neuzeitliche Bestrebungen nach einem eigenen israelischen Staat hatte es seit Ende des 19. Jahrhunderts gegeben.