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Kirchen gratulieren orthodoxem Theologen Larentzakis zum 75er.
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Der orthodoxe Theologe Prof. Grigorios Larentzakis feierte dieser Tage seinen 75. Geburtstag. Wie sehr das ökumenische Engagement des Grazer Theologieprofessors die guten Beziehungen zwischen den Kirchen prägte, zeigte sich bei einem Geburtstagsfest in der Landeshauptstadt, zu dem sich neben dem orthodoxen Metropoliten Arsenios (Kardamakis) u.a. auch der Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und Superintendent Hermann Miklas als Gratulanten eingefunden hatten. Arsenios überreichte an Larentzakis das Goldene Verdienstkreuz der Metropolis von Austria und überbrachte Segensgrüße des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I.

Der Metropolit würdigte den aus Kreta stammenden Theologen als "Brückenbauer zwischen den Menschen, Kulturen und Religionen". Wer an die "lebendige Ökumene in Österreich" denke, dem falle umgehend der Name Larentzakis ein. Dieser sei im lokalen, regionalen und weltweiten ökumenischen Dialog unermüdlich "im Zeichen von Liebe und Einheit" tätig..

Ein besonderer Meilenstein der Tätigkeit von Prof. Larentzakis seien seine zahlreichen theologischen Publikationen in verschiedenen Sprachen, "mit denen er die Orthodoxie einem breiten Leserpublikum europa- und weltweit näherbringt", betonte Arsenios. Seit Jahrzehnten sei Larentzakis "mit ganzem Herzen und ganzer Seele" in der Vermittlung der orthodoxen Glaubensinhalte und der orthodoxen Theologie tätig. Auch persönlich habe er - ebenso wie seine Amtsvorgänger Chrysostomos Tsiter und Michael Staikos - Larentzakis als "aufrichtigen Wegbegleiter" schätzen gelernt, sagte Metropolit Arsenios.

Bischof Krautwaschl zitierte einen Larentzakis-Satz, der ihm von seinem Studium bei dem orthodoxen Theologen unauslöschlich im Gedächtnis blieb: "Zum ökumenischen Dialog gibt es keine Alternative". Er sei noch heute Bischof Johann Weber sehr dankbar, dass dieser 1970 es möglich machte, dass mit Grigorios Larentzakis ein orthodoxer Laie an der Katholisch-Theologischen Fakultät beginnen konnte, den Studierenden den geistlichen Reichtum der Ostkirche näherzubringen.

Aus der regen ökumenischen Wirksamkeit von Prof. Larentzakis ergebe sich ein wichtiger Dauerauftrag für die römisch-katholische Kirche wie für die orthodoxe Kirche, denen als "gemeinsamer kostbarer Schatz" das Evangelium anvertraut sei, so Krautwaschl. Wörtlich fügte er hinzu: "Als Kirchen sind wir in Zukunft - mehr noch denn je - gefordert, Europa in West und Ost mitzugestalten und Zeugnis davon zu geben, was es bedeutet, einander in Einheit und dennoch in Verschiedenheit zu begegnen."

Der steirische evangelisch-lutherische Superintendent (und Vorsitzende des Ökumenischen Forums christlicher Kirchen in der Steiermark) Hermann Miklas erinnerte u.a. daran, dass dank des Netzwerkes guter internationaler Kontakte Larentzakis' die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung (EÖV2) im Jahr 1997 in Graz stattfinden konnte. Diese Versammlung sei für die Kirchen überaus bedeutsam gewesen, stellte sie doch die erste breite Begegnung zwischen Ost und West nach dem Fall des Eisernen Vorhangs dar. Aus ihr sei schließlich die "Charta Oecumenica" erwachsen, die heute "weltweit Maßstäbe für den ökumenischen Umgang der Kirchen untereinander" setzt.

Die EÖV2 sei auch bedeutsam für das ökumenische Klima in der Steiermark, betonte der Superintendent. Das Ökumenische Forum bemühe sich, das gute Miteinander der Kirchen im Geist von Larentzakis fortzusetzen.

Als weitere Gratulanten stellten sich u.a. der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl, der emeritierte Bischof Egon Kapellari und der geschäftsführende "Pro Oriente"-Präsident Johann Marte ein. Marte unterstrich, dass Larentzakis - "geprägt von der einst berühmten Theologischen Hochschule auf Chalki" - den derzeitigen Zustand der Ökumene keineswegs unkritisch sehe, vor allem wenn er ihn mit dem "ökumenischen Enthusiasmus" der unmittelbaren Vergangenheit ab dem Zweiten Vatikanischen Konzil vergleiche. Und er zitierte abschließend den berühmten Aufruf des Ökumenischen Patriarchen Athenagoras I. aus dem Jahr 1967: "Die Zeit für den Mut der Christenheit ist gekommen. Wir lieben einander, wir teilen denselben Glauben. Lasst uns vorwärts schreiten zur Herrlichkeit des einen Altars".

Grigorios Larentzakis lehrte mehr als 35 Jahre ökumenische und orthodoxe Theologie in Graz. Er war der erste orthodoxe Theologe, der an einer Katholisch-Theologischen Fakultät offiziell lehren konnte.

Feier in der Leechkirche

Graz war dieser Tage auch Ort einer weiteren ökumenischen Begegnung. Die griechisch-orthodoxe Gemeinde in der steirischen Landeshauptstadt, die den Heiligen Kosmas und Damian geweiht ist, feierte ihr Patroziniumsfest. (Die Gottesdienste finden in der Universitätskirche "Leechkirche" statt.) Metropolit Arsenios konnte zu diesem Fest wieder Diözesanbischof Krautwaschl begrüßen.

Neben den orthodoxen Kirchenmitgliedern waren auch Gläubige der katholischen und evangelischen Kirche anwesend, wie die Griechisch-orthodoxe Kirche mitteilte. Metropolit Arsenios und Bischof Krautwaschl betonten beide ihre Bereitschaft und Hoffnung auf noch mehr Einheit unter den Kirchen.