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Phil.-Theol. Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz - im Wienerwald.
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Die Hochschule Heiligenkreuz hat erstmals in ihrer fast 900-jährigen Geschichte mehr als 300 Studenten. Die Hochschule ist in einer stabilen Aufwärtsphase, von 62 Studenten 1999 ist sie auf nunmehr 301 Studierende gewachsen, teilte das Zisterzienserstift am Montag auf seiner Website mit. 163 Studenten sind Ordensleute oder Seminaristen. 211 Hörer kommen aus dem deutschen Sprachraum: 103 aus Österreich, 97 aus Deutschland, 11 aus der Schweiz. Insgesamt sind 32 Nationalitäten vertreten. 246 Studenten sind männlich, 55 weiblich.

Die "Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI./Hochschule Heiligenkreuz" ist in ihrer aktuellen Form zehn Jahre alt. Sie ist seit 2007 kirchenrechtlich "Päpstliche Hochschule". Die Entwicklung des höheren theologischen Lehrbetriebs in dem 1133 gegründeten und damals von Mönchen aus Morimond (Burgund) besiedelten Stift Heiligenkreuz hat jedoch eine Tradition, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht.

1802 wurde eine kirchlich und staatlich anerkannte Ausbildungstätte für die Priesterausbildung - ein Institutum Theologicum für den Bedarf der vier niederösterreichischen Zisterzienserstifte Zwettl, Wiener Neustadt-Neukloster, Heiligenkreuz und Lilienfeld - eingerichtet. Wie bei den vergleichbaren Hauslehranstalten der Stifte Klosterneuburg, Melk, Lilienfeld, Göttweig und St. Florian blieben im 19. Jahrhundert die Hörerzahlen unter 20. Ausschließlich Zisterzienser wurden zu Professoren ernannt.

Mit dem Aufstieg der deutschsprachigen Theologie Ende des 19. Jahrhunderts erhielten die Heiligenkreuzer Professoren langsam ein neues Profil. Statt nur aus staatlich approbierten Handbüchern vortragen zu dürfen, erlangten sie zunehmend wissenschaftliche Selbständigkeit. Wichtige Bereiche der Ordensgeschichte, Bibelwissenschaft und Spirituellen Theologie wurden von ihnen erforscht.

Der große Impuls kam dann Ende der 1960er durch den Regensburger Bischof Rudolf Graber. Dieser schickte Spätberufene aus Bayern nach Heiligenkreuz, um sie im Rahmen der Ordenshochschule, jedoch in einem Weltpriesterseminar - dem "Collegium Rudolphinum" wohnend - auf den Priesterberuf vorbereiten zu lassen. Bald folgten Seminaristen aus anderen Diözesen und Ordensgemeinschaften. 1976 erfolgte die Erhebung zur Philosophisch-Theologischen Hochschule. 2007 wurde das Rudolphinum der Verantwortung des Stiftes und einer Kommission österreichischer Bischöfe unterstellt und in Leopoldinum umbenannt.

Am 28. Jänner 2007 wurde die Hochschule von Papst Benedikt XVI. in den Rang eines Päpstlichen Athenaeums (Päpstliche Hochschule) erhoben. Am 9. September 2007 besuchte Papst Benedikt XVI. das Stift und die nach ihm benannte Päpstliche Hochschule und lobte sie wegen der Verbindung von Theologie und Spiritualität als "profilierten Studienort".

Die Hochschule Heilgenkreuz ist die einzige verbliebene Ordenshochschule in Österreich und einzige Hochschule im Zisterzienserorden. Sie ermöglicht ein staatlich und kirchlich anerkanntes Studium der katholischen Theologie und ist zugleich für Ordensgeistliche mit einem Priesterseminar verbunden. Seit 2002 ist die Hochschule auch außeruniversitär in der kirchlichen Erwachsenenbildung tätig und unterstützt das Institut St. Justinus bei der Ausbildung von Katechisten. Ebenfalls befindet sich in Heilgenkreuz das Europäische Institut für Philosophie und Religion, das von Prof. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz geleitet wird.