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Mit einem Festgottesdienst in der Auferstehungskirche in Wien-Neubau ist am Dienstagabend, 10. Oktober, Katja Eichler in ihr neues Amt als Fachinspektorin für den evangelischen Religionsunterricht an allgemein bildenden und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen in Wien eingeführt worden. Sie übernimmt das Amt von Gisela Ebmer, die im Gottesdienst entpflichtet wurde. Die Amtseinführung und Entpflichtung nahmen Superintendent Hansjörg Lein und die Oberkirchenräte Karl Schiefermair und Johannes Wittich vor.

Die Feier prägten auch der Dank und die Anerkennung für die elfjährige Amtszeit von Gisela Ebmer, „für ihren Einsatz zwischen den Fronten des kirchlichen und staatlichen Betriebs und den LehrerInnen“, wie bei dem feierlichen Gottesdienst betont wurde. Besonders wurde dabei Ebmers Eintreten für den konfessionellen Religionsunterricht in der Öffentlichkeit hervorgehoben. „Ich freue mich, dass du weiterhin als Religionslehrerin tätig sein wirst. Dein Dienst als Fachinspektorin bleibt unvergessen“, sagte Superintendent Hansjörg Lein.

Ebmers Amt übernimmt Katja Eichler. Die gebürtige Deutsche lebt seit 15 Jahren in Wien und promovierte im Fachgebiet Religionspädagogik. „Du willst dich starkmachen für den Erhalt des konfessionellen Religionsunterrichts“, stellte Lein die neue Fachinspektorin vor. „Die eigene Konfession kennen und reflektieren lernen, das ist dir für die SchülerInnen wichtig und für den gemeinsamen, friedvollen Dialog mit anderen Konfessionen und Religionen.“ So waren unter den über 100 Gästen auch muslimische, orthodoxe, altkatholische und katholische KollegInnen Eichlers zur Amtseinführung gekommen.

„Religionslehrerinnen und Religionslehrer müssen vieles leisten“, unterstrich Oberkirchenrat Johannes Wittich, als „Expertin für ein gutes Miteinander“ habe Eichler als Fachinspektorin nun die herausfordernde Aufgabe, die Religionslehrerinnen und Religionslehrer in ihrem vielfältigen Beruf zu unterstützen.

Dazu kämen die kirchlichen Rahmenbedingungen, die den Alltag einer Fachinspektorin wohl nicht vereinfachten, meinte Oberkirchenrat Karl Schiefermair. Wichtig sei aber, dass im Religionsunterricht Verantwortung eine große Rolle spiele. „Verantwortung muss gelehrt und gelernt werden – dafür steht der Religionsunterricht“, betonte Schiefermair.

„Festgelegte Bilder machen das Leben schwer“, erklärte Eichler in ihrer Predigt. Der Religionsunterricht breche solche Bilder auf, indem Lehrende und SchülerInnen über biblische Geschichten und kirchengeschichtliche Ereignisse ins Gespräch kämen und so existenzielle Fragen sowie heutige grundlegende gesellschaftliche Strömungen diskutierten. Zum eigenen Denken und Entscheiden würden die Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht angeregt. „Und wir sprechen darüber, dass nicht alles so bleiben muss, wie es ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Verantwortung und Handlungsfähigkeit entdecken und erweitern. Wir sprechen mit ihnen über ihre Hoffnungen, ihre Träume.“ Dabei seien Religionslehrerinnen und Religionslehrer als authentisches Gegenüber immer mit ihrer ganzen Person gefragt.

„Wie viel Religionsunterricht verträgt unsere Schule?“, fragte Ministerialrat Karl Schwarz vom Kultusamt. Inzwischen müsse sich der Staat mit fast 20 Religionsgemeinschaften auseinandersetzen. „Und die meisten bieten einen Religionsunterricht an.“ Er prognostizierte: „Eine neue Generation von Fachinspektorinnen und Fachinspektoren tritt derzeit ihr Amt an und muss sich mit neuen Herausforderungen befassen.“

„Den entkrampften Umgang unter den Religionen, den ich hier wahrnehme – davon können wir in der Verwaltung noch viel lernen“, sagte der Präsident des Stadtschulrats Heinrich Himmer. Der katholische Fachinspektor Manfred Göllner bedankte sich bei Gisela Ebmer für ihren kritischen Blick und die wertschätzende Zusammenarbeit. „Und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dir, Katja. Deine Offenheit habe ich bereits kennen und schätzen gelernt.“ Ebenfalls auf die Zusammenarbeit freut sich Sylvia Inou, Leiterin des Instituts Religiöse Bildung an der KPH Wien/Krems, die wie Eichler neu im Amt ist. Auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit dem nötigen Ernst und dem nötigen Humor freut sich Sonja Danner, Koordinatorin für evangelische und altkatholische Religion am Institut für Fortbildung an der KPH.

Musikalisch gestalteten den Festgottesdienst Martin Arnold (Saxophon), Diözesankantorin Yasuko Yamamoto (E-Piano) und Michael Jung (Orgel).