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Zu ihrer Heilung von einer Krebserkrankung hat sich die Theologin und Realschullehrerin Anne Schneider (Berlin) in einem Interview mit der ZEIT-Beilage „Christ & Welt“ (Berlin) geäußert. Sie ist seit 1970 mit dem ehemaligen Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider (Berlin) verheiratet. 2014 wurde bei ihr Brustkrebs festgestellt, heute gilt sie nach eigenen Angaben als geheilt. Schneider sagte, sie glaube nicht, dass ihre Heilung direkt etwas mit Gott zu tun habe: „Ich verdanke meine Gesundheit den Ärzten und dem Glück, dass mein Körper auf die Antikörper-Behandlung angesprungen ist.“ Sie glaube nicht, dass Gott ein Büchlein habe, „in dem steht, wie lange man leben darf“. Parallel zu ihr sei der ehemalige Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Friedrich Weber (1949–2015), erkrankt. Seine Chancen hätten genauso gut wie ihre gestanden. Aber sein Blut habe sich von der Behandlung nicht erholt: „War das auch Gottes Werk? Das glaube ich nicht.“

Die Nähe zu Gott bewirkt nicht unbedingt körperliche Gesundheit

Dass Gott für Heilung da sei, sei eine Wunschvorstellung: „Die Nähe zu Gott bewirkt nicht unbedingt körperliche Gesundheit, nicht unbedingt äußere Schönheit und Erfolg.“ Wer so denke, werde nie Gottvertrauen entwickeln: „Das Heil und die Heilung, die ich mir von Gott wünsche, beziehen sich auf meine Fähigkeit, zu hoffen, zu glauben und zu lieben.“ Oft kämen Menschen zu ihr, die für sie gebetet hätten und nun sagten, dass das Beten geholfen habe: „Wenn mir die Leute sehr wichtig sind, widerspreche ich ihnen. Das Beten hilft, und es trägt einen. Aber es heilt einen nicht unbedingt.“ Nikolaus Schneider leitete die Evangelische Kirche im Rheinland von 2003 bis 2013. An der Spitze der EKD stand er von 2010 bis 2014. Vom Ratsvorsitz trat er zurück, als bei seiner Frau Brustkrebs diagnostiziert wurde. 2005 starb die jüngste der drei Töchter – Meike – im Alter von 22 Jahren an Leukämie.