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v.l.n.r.: Johanna Mang (Licht für die Welt), Alexander Van der Bellen, Yetnebersh Nigussie, Rupert Roniger
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Yetnebersh Nigussie, Trägerin des Alternativen Nobelpreises 2017 (Right Livelihood Award) und Inklusions-Expertin bei Licht für die Welt, traf heute Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum Gespräch. Gemeinsam rufen sie die österreichische Bundesregierung und andere Akteure zu verstärkter Inklusion von Menschen mit Behinderung in der Entwicklungszusammenarbeit auf, ganz im Sinne der Nachhaltigen Entwicklungsziele und deren Grundsatz niemanden zurückzulassen.

Insbesondere beim Thema Bildung darf niemand ausgeschlossen werden: „In Entwicklungsländern gehen rund 32 Millionen Kinder mit Behinderung nicht zur Schule. Licht für die Welt setzt sich in Äthiopien, Burkina Faso und Südsudan für ein inklusives Schulsystem ein. Die schulische Inklusion von Kindern mit Behinderungen bereitet den Weg für eine inklusive Gesellschaft, die Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern wirklich wertschätzt“, so die 36-Jährige Äthiopierin Nigussie.

Bundespräsident Van der Bellen unterstützt diese Sichtweise: „Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung. Inklusive Bildung trägt in Entwicklungsländern zur Armutsbekämpfung und Zukunftschancen für Menschen mit Behinderung bei.”

„Bisher wurde der Finanzierung von inklusiver Bildung nicht annähernd genügend Aufmerksamkeit geschenkt“, meinte Nigussie weiter. Ein gemeinsamer Aktionsaufruf von Licht für die Welt und anderen internationalen Organisationen zur Investition in inklusive Bildung in Entwicklungsländern wird inzwischen von über 200 Organisationen unterstützt. Regierungen und andere Geber werden damit aufgerufen, dringend die Finanzierung von inklusiver Bildung zu erhöhen.

Außerdem sprachen Bundespräsident Van der Bellen und Yetnebersh Nigussie über die Situation von blinden Menschen in Entwicklungsländern: „Jeder Mensch hat das Recht auf gute gesundheitliche Versorgung. Als Schirmherr der Österreichischen Initiative gegen Blindheit erinnere ich daran, dass niemand erblinden soll, wenn es Behandlungsmöglichkeiten gibt“, betont Bundespräsident Van der Bellen.

Laut neuesten Zahlen leben weltweit 253 Millionen Menschen mit signifikant eingeschränktem Sehvermögen. Davon sind 36 Millionen Menschen blind. Knapp 90 Prozent aller Menschen mit Sehbeeinträchtigungen leben in armen bzw. einkommensschwachen Ländern. Drei Viertel dieser Fälle von Blindheit wären vermeidbar.

„Die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDGs) können nicht ohne die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen erreicht werden! Diese 15 Prozent der Weltbevölkerung müssen überall teilhaben können. Es muss in das Gesundheitssystem, speziell im Bereich der Augengesundheit, investiert werden um Menschen in Entwicklungsländern bezahlbare Gesundheitsversorgung und den Erwerb von Brillen zu ermöglichen,“ so Nigussie. Und weiter: “Im Namen von Licht für die Welt bedanke ich mich für die klare Haltung von Bundespräsident Van der Bellen zur Verbesserung der Augengesundheit und inklusiver Bildung.

Licht für die Welt setzt sich für die Inklusion von Menschen mit Behinderung auf allen Ebenen ein. Wo immer möglich sollen Kinder mit Behinderungen als selbstverständlicher Teil ihrer Gesellschaft aufwachsen und mit den Kindern, die nicht behindert sind, in dieselbe Schule gehen. Ein Kind mit einer Gehbehinderung braucht keine Spezialschule, sondern ein barrierefreies Schulgebäude. Ein gehörloses Kind, das neben Gebärdensprache Lesen und Schreiben gelernt hat, kann sich mit seiner Umgebung verständigen und lebt nicht länger in Isolation. Für alle Kinder ist Bildung der Schlüssel zu einem selbständigen und unabhängigen Leben. Kinder mit Behinderungen dürfen davon nicht ausgeschlossen sein.