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Die Künstlerin Alice Pomstra-Elmont hat das Logo zum diesjährigen Weltgebetstag der Frauen entworfen.
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Der ökumenische „Weltgebetstag der Frauen“ am Freitag, 2. März, widmet sich mit Surinam dem kleinsten Land Südamerikas. Das Motto des Gebetstages „Gottes kostbares Geschenk“ wurde von einer ökumenischen Arbeitsgruppe aus Surinam gewählt, die für die inhaltliche Ausarbeitung des weltweit begangenen Gottesdienstes verantwortlich zeichnet. Im Mittelpunkt der Liturgie steht der Schöpfungsbericht aus dem Buch Genesis.

„Surinam ist überall“

Rund 90 Prozent der Landesfläche Surinams, das in etwa doppelt so groß ist wie Österreich, bestehen aus Regenwald, der jedoch durch Abholzung und den Abbau von Bauxit und Gold stark gefährdet ist. Dementsprechend widmet sich die Aufmerksamkeit am Weltgebetstag vor allem der Bewahrung der Schöpfung. „Gerade jetzt sind Gedanken des Umweltschutzes aktueller denn je“, schreibt Eva Lochmann, stellvertretende Vorsitzende des Weltgebetstags in Österreich, in ihrem Vorwort zum Begleitheft. Gerade der Mensch, als „Krone der Schöpfung“, scheine nicht in der Lage, mit dem umzugehen, was ihm von Gott geschenkt wurde. Surinam, mit seinen ökologischen Problemen, sei daher nicht weit weg, sondern sei überall.

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen und die Stärkung der Position von Frauen in den Gemeinden. Dazu werden gezielt zwei Projekte im Land gefördert, die die Situation von Frauen vor Ort verbessern. Reflektiert wird darüber hinaus die koloniale Vergangenheit des Landes. Insgesamt geht die Kollekte zum Gebetstags-Gottesdienst heuer an 13 Projekte in 10 Nationen.

Rund 370 Gottesdienste in Österreich

In Österreich finden am 2. März – vereinzelt auch an anderen Tagen – rund 370 ökumenische Gottesdienste statt. Bereits im Vorfeld gab es zahlreiche Vorbereitungstreffen. Am Montag, 12. Februar 2018, sprach zudem die Klimaforscherin und Wissenschaftlerin des Jahres 2005, Helga Kromp-Kolb, in Wien auf Einladung des Österreichischen Nationalkomitees über Klimawandel und Klimagerechtigkeit.

Der jeweils am ersten Freitag im März begangene Weltgebetstag wird jährlich von einer ökumenischen Arbeitsgruppe eines bestimmten Landes vorbereitet. Bei Gottesdiensten in 180 Ländern feiern nicht nur Frauen, sondern auch Männer und Kinder. Der Weltgebetstag geht auf eine Initiative methodistischer Frauen aus dem Jahr 1927 zurück, seit 1956 gibt es ein ökumenisches Arbeitskomitee, seit 1975 auch ein Österreichisches Nationalkomitee. Von der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen (Deutschland) wurde das Internationale Komitee des Gebetstags für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen; dazu hatte die Frauenhilfe mehr als 40.000 Unterschriften gesammelt.

Kinderweltgebetstag: „Und es war gut“

Auch das Schwerpunktland des diesjährigen Kinderweltgebetstags am Samstag, 3. März 2018,  ist Surinam. Inhaltlich widmet sich der vom Ökumenischen Jugendrat erarbeitete Vorschlag für einen ökumenischen Gottesdienst unter den Titel „Und es war gut“ dem Thema Schöpfungsverantwortung. Damit schließt der Kinderweltgebetstag an den Weltgebetstag der Frauen an. In Wien findet am 3. März in der katholischen Pfarre Schönbrunn-Vorpark ein ökumenischer Gottesdienst für Kinder zwischen vier und zwölf Jahren statt.

Der ökumenische Weltgebetstag für Kinder wurde in Österreich im Jahr 1988 auf Initiative des Evangelischen Jugendwerkes gegründet. An der Ausarbeitung beteiligt sind mittlerweile zudem die Katholische Jungschar, die Altkatholische Kirche, die Evangelisch-Methodistische Kirche und die Baptistische Jugend Österreichs.