IM Österreich – 26.09.2016

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Franz Wimberger: Vom Lotterleben zum Gotterleben

 

Glaube.at: Lieber Franz, du bist als Unternehmer mit WimbergerHaus seit Jahrzehnten im Hausbau bekannt, und das nicht nur in Oberösterreich. Wie kam es dazu?

Franz Wimberger: Ich war Berufsschullehrer in Freistadt für Maurer und Betonbauer und habe dann beschlossen, mein eigenes Haus zu bauen. Mit Hilfe der Familie und meinen Kenntnissen konnten wir es schnell fertigstellen, und danach das Haus meiner Schwägerin. Das war die Geburtsstunde unseres Unternehmens. Große Firmen haben sich damals noch nicht um den Privathausbau gekümmert. Das war die große Chance für uns.

Glaube.at: War dieser Weg für dich familiär vorgezeichnet?

Franz Wimberger: Nein, gar nicht. Ich komme aus einer Bauernfamilie, ebenso meine Frau. Wir haben bei null begonnen. Der Wunsch, mich selbstständig zu machen, war jedoch schon immer in mir drinnen.

Glaube.at: Der christliche Glaube ist dir in deinem Leben sehr wichtig. Welche „Vorgeschichte“ gibt es bei dir dazu?

Franz Wimberger: Unser Unternehmen ist damals sehr schnell gewachsen. Wir hatten bald hundert Mitarbeiter und waren sehr erfolgreich. Es gibt ja das Sprichwort: „Wenn es dem Esel zu gut geht, dann geht er aufs Eis tanzen.“ Das hat auf mich genau zugetroffen. Ich habe begonnen, Nachtclubs zu besuchen, und dabei die Beziehung zu meiner Frau zerstört. Die Auswirkungen auf meine Gesundheit waren auch katastrophal. Zu all dem war ich knapp davor, auch beruflich alles wieder zu verlieren. Als ich von meiner Frau schon sechs Monate getrennt war, lernten wir ein gläubiges Unternehmer-Ehepaar kennen. Dafür sind wir rückblickend sehr dankbar. Wir trafen drei wichtige Entscheidungen: Wir haben Jesus Christus als unseren Erlöser angenommen. Wir haben uns gegenseitig alle Verfehlungen vergeben. Und wir begannen zu beten, auch für Heilung. Das Wort Gottes, die Bibel, hat unser Denken verändert. Nicht von heute auf morgen, aber Schritt für Schritt. Ich hatte einige schwere Erkrankungen: Alkoholprobleme, Morbus Bechterew und sogar Krebs. Ich bin Gott sehr dankbar, dass die Veränderung noch rechtzeitig kam. Das war vor 23 Jahren.

Glaube.at: Wie wirkt sich der christliche Glaube heute in deinem Leben aus?

Franz Wimberger: Ich bin Gott dankbar, da sich durch den Glauben meine Gesundheit, meine Ehe und sogar mein Unternehmen verbessert haben. Wenn sich jemand verändert, verändert sich auch die Umgebung. Ich war bis dahin ein Patriarch; alles musste seinen Weg über meinen Schreibtisch nehmen. Doch dann habe ich in meiner Firma einen partnerschaftlichen Führungsstil eingeschlagen. Das ist auch der Bibel viel näher. So konnte sich alles zum Positiven verändern. Die lebendige Beziehung zu Jesus ist hier immer wieder wesentlich. Ich konnte nicht glauben, dass Gott auch etwas von der Geschäftswelt versteht! Das war neu für mich. In meinen Jahren als gläubiger Unternehmer habe ich dann Gott bei all meinen Entscheidungen einbezogen. Wenn ich auf diese Weise Freude und Frieden empfunden habe und mein Entschluss mit der Bibel übereingestimmt hat, dann bin ich auch in die richtige Richtung gegangen.

Glaube.at: Konntest du bei deinen Mitarbeitern auch eine Veränderung feststellen?

Franz Wimberger: Ich habe nie versucht, ihnen meinen Glauben überzustülpen. Sie konnten aber erkennen, dass meine Frau und ich uns verändert hatten, ebenso die zweite Führungsebene. Wie Mutter Teresa bereits sagte: „Was wir leben, spricht viel lauter als das, was wir sagen.“ Wir lernten durch unseren Glauben auch, liebesfähig zu werden. Wenn man die Mitarbeiter mag, dann gehen sie auch mit den Kunden gut um. Ich mag meine Mitarbeiter. Sie sind mir wichtiger als Umsatz und Gewinn.

Glaube.at: Seit Oktober 2015 läuft das Jahr der Dankbarkeit im deutschsprachigen Raum. Es soll zugleich eine Möglichkeit bieten, das bisherige Leben Revue passieren zu lassen. Wofür bist du Gott am meisten dankbar?

Franz Wimberger: Für Jesus, der meine ganze Schuld ans Kreuz getragen hat. Ich bin dankbar, dass ich durch ihn frei sein kann und auch errettet bin. Ich habe meinen ganzen Ballast an Schuld wie einen schweren Rucksack einfach abwerfen können. Dadurch fühle ich mich frei und erlöst. Ich bin auch sehr dankbar für meine Frau. Sie ist ein Geschenk von Gott. Durch die Beziehung mit dem Schöpfer habe ich das erst erkannt. Ich bin dankbar, dass Gott einen Plan für mein Leben hat und dass ich als Bauunternehmer in meine Berufung gekommen bin. Und ich bin für die vielen begeisterten Kunden dankbar. Sie sind nicht selbstverständlich. Wir lassen niemanden im Stich.

Glaube.at: Gab es auch Situationen, die du heute als Wunder seitens Gottes bezeichnen würdest?

Franz Wimberger: Es ist ein Wunder für mich, dass wir überhaupt die Entscheidung für Gott treffen konnten und auf diese Weise einen Neubeginn machen konnten, obwohl alles so zerbrochen war. Meine gesundheitliche Entwicklung ist ein Wunder. Ich hatte zehn verschiedene Symptome, einschließlich einer schweren Depression und Burnout. Seit zwanzig Jahren brauche ich keine Tabletten mehr. Wenn wir Gott bitten, dann hilft er uns auch.

Glaube.at: Du bist seit vielen Jahren auch aktiv in der „Chapter-Arbeit“ tätig. Was ist das genau?

Franz Wimberger: Im deutschsprachigen Raum nennt sie sich auch „Geschäftsleute des vollen Evangeliums“. Vor sechzig Jahren gründete ein armenischer Bauer diese Arbeit in Amerika. In rund 7.000 Hotels der Welt erzählen Menschen regelmäßig ihre Lebensgeschichte, wie ihr Leben war und wie es sich durch den christlichen Glauben verändert hat. Wir sind keine Kirche, sondern eine Laienbewegung. Hier kommen Menschen aller Konfessionen zusammen und werden zu einer Beziehung mit Gott ermutigt. Heute gibt es die Treffen in Österreich bereits in mehreren Bundesländern.

Glaube.at: Worauf möchtest du einmal in höherem Alter zurückblicken? Wie möchtest du gelebt haben?

Franz Wimberger: Das ist eine sehr gute Frage. Ich möchte, dass Gott einmal sagt, dass ich ein Nachfolger Jesu war und dass ich vielen Menschen von Jesus Christus erzählt habe. Es ist mein brennender Wunsch, dass viele Menschen auf der ganzen Welt eine Gottesbeziehung durch Jesus finden. Ich möchte, dass ganz Österreich eine lebendige Beziehung mit Jesus kennen lernt.

Glaube.at: Im christlichen Glauben spielt auch das Thema „Geben“ eine wesentliche Rolle. Welche Beziehung hast du dazu?

Franz Wimberger: Es ist ein wichtiges Thema für mich. Bis zu meiner Unternehmenskrise hatte ich es jedoch nicht wirklich erfasst. In der Bibel ist zu lesen: Was man sät, das wird man ernten. Auch mein Vater sagte als Bauer bereits: „Wenn man nur die Hälfte aussät, kann man nicht viel ernten.“ Es ist wichtig, dass wir vom Nehmer zum Geber werden. Ich habe auch begonnen, in Südamerika Wasserleitungen zu bauen. Es war sehr schön, diese Freude der Menschen zu sehen. Am härtesten in meiner Entwicklung war für mich, von meinem Ego frei zu werden. Wenn wir vielen Menschen helfen, auch Mitarbeitern, dann fällt das im Guten auf uns selbst zurück. Hier müssen wir frei werden. Das Geld kommt, wenn wir unser Herz für die Probleme der Menschen öffnen. Verdienen kommt vom Dienen. Ich wünsche mir, dass Menschen beginnen, Projekte zu unterstützen, so wie euren Dienst von IM Österreich.

Glaube.at: Welchen Tipp möchtest du unseren Lesern fürs Leben mitgeben?

Franz Wimberger: Beziehungen sind für uns Menschen am wichtigsten. Das betrifft die Ehe, die Beziehungen zu Kunden und zu allen Menschen, mit denen wir zu tun haben. Vor allem aber betrifft es die Beziehung zu Gott. Damit wir fähig werden zu lieben und mit allen Menschen eine gute Beziehung aufzubauen, ist eine lebendige Beziehung mit Jesus das Allerwichtigste.

Glaube.at: Herzlichen Dank für die Einblicke in dein Leben!

Das Interview führte Helmut Herscht.

Das Jahr der Dankbarkeit ist eine christliche Initiative im deutschsprachigen Raum von Oktober 2015 bis Oktober 2016. Mehr als vierzig Organisationen vieler Konfessionen haben sich ihr angeschlossen.